Indonesien Malaysia und Indonesien wollen Flüchtlinge aufnehmen

Monatelang haben sie Tausende Flüchtlinge vor ihren Küsten treiben lassen, alle Boote zurückgeschickt. Nun wollen Malaysia und Indonesien ihnen zumindest "vorübergehende Zuflucht" gewähren.

Fischer retten Flüchtlinge: Nun sollen Tausende Zuflucht finden
AP

Fischer retten Flüchtlinge: Nun sollen Tausende Zuflucht finden


Malaysia und Indonesien wollen die Bootsflüchtlinge aus Burma und Bangladesch, die vor ihren Küsten treiben, an Land lassen. Sie würden eine "vorübergehende Zuflucht" erhalten, erklärten die Außenminister Malaysias und Indonesiens, Anifah Aman und Retno Marsudi.

In den vergangenen Tagen trafen in beiden Ländern Tausende Flüchtlinge aus Burma und Bangladesch ein. Weitere Tausende befinden sich noch auf See - teils seit Monaten.

Am Morgen hatten Fischer bereits mehr als 370 Menschen von mehreren Booten gerettet. Bei den Flüchtlingen handele es sich überwiegend um muslimische Rohingya aus Burma, sagte Khairul Nova, der Chef des Rettungsdienstes in der Provinz Aceh im Norden Sumatras. Unter den Geretteten seien zahlreiche Frauen und Kinder. "Sie sind dehydriert, sehr geschwächt und kurz vor dem Verhungern." Sie hätten insgesamt vier Monate auf hoher See getrieben, bevor die Fischer sie retteten und ans Land brachten.

Im Video: Das Flüchtlingsdrama in Südostasien

In den vergangenen Wochen sind Tausende Menschen über das Meer nach Malaysia, Thailand und Indonesien gelangt. Doch alle drei Länder haben ebenso Tausende abgewiesen. Sie treiben weiterhin vor den Küsten. Mehrere Schiffe sind führerlos, nachdem sich die Kapitäne abgesetzt haben.

An dem Treffen der Außenminister Malaysias, Indonesiens und Thailands in Kuala Lumpur nahm die Regierung Burmas nicht teil. Die dortigen Behörden verfolgen die muslimischen Rohingya, verweigern ihnen die Staatsbürgerschaft und wollen sie aus dem Land verbannen.

Thailand will nächste Woche ein Gipfeltreffen zu dem Thema abhalten, aber Burmas Präsidentenamt ließ ausrichten, die Regierung nehme nicht teil, wenn auch nur der Name Rohingya erwähnt werde. Die Regierung bezeichnet die Menschen als Bengalen, die illegal aus dem Nachbarland Bangladesch kamen.

Viele Rohingya leben seit vielen Generationen in der Küstenregion Burmas am Golf von Bengalen. Die britischen Kolonialherren brachten sie ins Land. Nach Bangladesch flüchteten auch schon Zehntausende Rohingya. Die dortige Regierung sieht sich aber auch nicht zuständig für sie .

vek/AFP/Reuters

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ulli7 20.05.2015
1. Muslimische Rohingya werden in Myanmar politisch diskriminiert
Das Problem der Rohingya ist völlig anders gelagert als die Problematik von Flüchtlingen aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afrika. Generell sollten sich die Politiker(innen) in Deutschland etwas einfallen lassen, wie man die Flüchtlingsströme begrenzen kann, die in das "gelobte Land" wollen. Asylbewerbern aus Gebieten mit desolater Menschenrechtslage muss geholfen werden. Armutsflüchtlingen ohne Bedrohung in ihren Heimatländern, die weder über deutsche Sprachkenntnisse noch eine berufliche Qualifikation verfügen, tut man mit der Aufnahme in deutschen Asylbewerberheimen keinen Gefallen. Da sie nicht arbeiten dürfen und in der Gegend herumlungern, werden diese Menschen innerhalb eines Jahres von der Arbeit entwöhnt. Diese demografische Entwicklung schadet Deutschland sehr und kann zu gesellschaftlichen Verwerfungen - im schlimmsten Falle zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen - führen.
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