Mali Bewaffnete greifen Touristenhotel in Bamako an

In Malis Hauptstadt Bamako haben Unbekannte ein bei westlichen Touristen beliebtes Hotel angegriffen. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, 36 wurden befreit.

Blick über Bamako in Mali
DPA

Blick über Bamako in Mali


Bei einem Angriff auf ein Hotel in der Hauptstadt von Mali sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein Opfer habe die Staatsbürgerschaften Frankreichs und Gabuns, die andere Person sei noch nicht identifiziert worden, teilte das Sicherheitsministerium am späten Sonntagabend auf Facebook mit. Mindestens zwei weitere Menschen - ein Zivilist und ein Mitglied der Sicherheitskräfte - seien bei dem Angriff auf das Hotel in einem Vorort von Bamako verletzt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Bei dem Hotel handelt es sich um das Luxusresort Le Campement. Bewaffnete Terroristen griffen demnach die Anlage in einem Vorort von Bamako an. Eine Anti- Terror-Einheit habe nur wenige Minuten später das Hotel erreicht und umzingelt. An dem Einsatz seien Sicherheitskräfte Malis, Frankreichs, der Uno und der USA beteiligt gewesen, berichteten Augenzeugen.

Vier Angreifer sind nach offiziellen Angaben getötet worden. Zwei tote Islamisten seien gefunden worden, sagte der Sicherheitsminister Salif Traoré, nach den Leichen von zwei weiteren werde gesucht. Zur Gesamtzahl der Angreifer äußerte der Minister sich nicht. Laut Traoré wurden insgesamt 36 Gäste und Angestellte der Ferienanlage "gerettet", darunter 15 Franzosen und ebenso viele Malier.

Erst vor gut einer Woche hatte die US-Botschaft in Mali vor einer möglichen erhöhten Gefahr durch Anschläge gegen bei Ausländern beliebten Ziele in Bamako gewarnt. Man solle Orte mit schlechter Sicherheit meiden, etwa Hotels, Restaurants und Kirchen, hieß es.

Die Terrororganisation Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere extremistische Gruppen sind im Norden Malis aktiv. Sie greifen dort immer wieder Uno-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an. Im November 2015 griffen Terroristen das Radisson-Hotel in Bamako an, nahmen hundert Gäste als Geiseln und töteten zwanzig.

Im westafrikanischen Mali sind zahlreiche französische und deutsche Soldaten stationiert. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen.

Die Bundeswehr ist an dem 2013 gestarteten Stabilisierungseinsatz der Uno in Mali beteiligt. Im Januar stimmte der Bundestag der Ausweitung des Einsatzmandats auf bis zu tausend deutsche Soldaten zu.

cst/koe/AFP/Reuters/dpa

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peter.di 18.06.2017
1. Mali, die Probleme und die Lösung in Aussicht(?)
Auszüge aus der Wikipedia über Mali (Quellen dort): "Rein rechnerisch hätte Mali bei konstant bleibendem Wachstum im Jahre 2050 61,3 Millionen Einwohner,[67] was angesichts der ökologischen Voraussetzungen undenkbar ist. Somit befindet sich das Land auf dem Weg „in ein Desaster“[71] von größeren sozialen, demographischen und ökologischen Krisen" .... "Das Land liegt im Index der menschlichen Entwicklung auf dem 175. Platz.[6]" ... "Die malische Gesellschaft war bis zum Ausbruch der Rebellion von Respekt gegenüber Andersgläubigen geprägt, doch hat religiöse Verfolgung in der jüngsten Vergangenheit stark zugenommen.[96]". --- Aber zum Glück ist ja jetzt auch unsere Bundeswehr vor Ort und löst die Probleme dieses Landes und damit dann auch die Fluchtursachen.
Papazaca 18.06.2017
2. Mali hat viele Probleme und Islamisten nutzen das aus
Bis heute sind die Touaregs trotz vieler Friedensschlüsse nicht integriert. Dann ist das Land vom Klimawandel stark betroffen. Und es bildet die Probleme vieler afrikanischer Länder ab: Unfähige politische Klasse, hohe Geburtenrate, Unterentwicklung und Armut. Mali ist dazu ein koloniales Konstrukt, das Probleme hat, eine ureigene Identität zu finden. In diesem Vakuum agieren Islamisten. Trotzdem ein schönes Land, mit großartiger Musik. Ich habe es öfters bereist, frage mich aber, ob da nochmal hinreisen kann??
JKStiller 18.06.2017
3. Kollateraler Betonschaden
Im Artikel heißt es "Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen". Selbst die Bundeswehr ist schon vor Ort. Wo geballert wird, geht auch mal ein Luxusresort zu Boden. Urlaub macht da ganz sicher schon lange niemand mehr.
fisa_thul 18.06.2017
4. Schade um das schöne Land
Auch ich habe Mali als eins der schönsten und angenehmsten Lãnder Afrikas empfunden. Die Hauptprobleme sind typisch für viele afrikanische Länder: Hohe Geburtenrate, Kleptokratie, vollkommene Unterentwicklung in allen Bereichen und seit den 90ern aufkommender Islamismus. Von alleine wird das Land nicht auf die Beine kommen. Die paar Millionen Entwicklungshilfe kann man sich auch sparen. Wenn schon nicht aus Mitleid sollten wir schon aus Eigennutz diese extrem armen Länder aufbauen. Denn jeder 2. bis 3. aus diesen Ländern möchte nach Europa.
ernstmoritzarndt 19.06.2017
5. Preisfrage: Was haben Touris in Mali zu suchen?!
Jedem einigermaßen interessierten bundesdeutschen Zeitungsleser ist bekannt, daß es in Mali an allen Ecken "knallt und kracht". Warum muß man da dann noch als Tourist hinreisen? Genauso kann ich nach Afghanistan oder in den Jemen fahren. Natürlich ist es schön grauselich, wenn ich dann im Kreise meiner akademisch gebildeten Freunde (Lehrer, Richter, Ärzte usw.) die heimlich mit dem iPhone oder sonstwas aufgenommenen Bilder zusammen mit meinem Bericht über erschütternde Vorgänge und die Blütenpracht in Djungel präsentiere. Vielleicht werde ich dann ja von den Freunden auch noch als Held gefeiert. Gleiches gilt für bestimmte Unruhegebiete in Südostasien. Da hat die Bundesregierung mehrfach irgendwelche Abenteuerurlauber schon freigekauft. Welche Begründung gibt es für derartige finanzielle Aufwendungen? Ich begebe mich sehenden Auges in große Gefahren und erwarte, daß der alles umsorgende Sozialstaat die Dinge wieder in meinem Interesse glattzieht?
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