Hot Spot für al-Qaida und Co.: BND warnt vor Terrorbasis in Mali

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Mali entwickelt sich zum neuen Hot Spot für Terroristen: Al-Qaida und ausländische Kämpfer nutzen den Wüstenstaat als Anlaufpunkt, warnt der Bundesnachrichtendienst. Auch Dschihadisten aus Deutschland sollen auf dem Weg in das Land sein.

Islamistische Kämpfer in Mali: Deutliche Warnung des Bundesnachrichtendienstes Zur Großansicht
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Islamistische Kämpfer in Mali: Deutliche Warnung des Bundesnachrichtendienstes

Berlin - Die dramatische Entwicklung in Mali beunruhigt den Bundesnachrichtendienst (BND). Dieser warnt ausdrücklich vor dem schnellen Abrutschen des afrikanischen Landes, das sich zu einem neuen Hort des internationalen Terrorismus und zur Basis für al-Qaida entwickeln könne.

In vertraulichen Unterrichtungen für Abgeordnete und Kabinettsmitglieder der Bundesregierung erläuterte BND-Chef Gerhard Schindler in den vergangenen Tagen, dass sich der Wüstenstaat immer mehr zum Anlaufpunkt für ausländische Dschihadisten und Qaida-Kämpfer entwickelt, die sich in Mali an die Seite von Islamisten stellen.

Der BND sieht in der Entwicklung vor allem im Norden des Landes auch eine indirekte Gefahr für Europa. Man habe registriert, dass europäische und sogar deutsche Dschihadisten auf dem Weg nach Mali seien. Dort wollen sie sich ausbilden lassen oder kämpfen. Diese Terrorrekruten, so der BND, könnten bei einer Rückkehr nach Europa auch hier aktiv werden und ihre Kenntnisse an Waffen oder Sprengstoff nutzen.

Ob bereits deutsche Staatsbürger an der Seite der Islamisten in Mali stehen, erst auf dem Weg dorthin sind oder nur eine Reise planen, blieb zunächst offen.

Schindler warnte jedoch deutlich vor der Entwicklung Malis zu einem zweiten Waziristan. In der Bergregion zwischen Afghanistan und Pakistan waren in den vergangenen Jahren immer wieder auch deutsche Dschihad-Rekruten aufgetaucht, die sich dort in Terrorlagern ausbilden ließen. Die Behörden betrachten diese Reisenden als Sicherheitsrisiko, da sie in den Lagern radikalisiert werden. Einige von ihnen bekamen dort sogar Aufträge für Anschläge in Europa. Ganz ähnlich könnte es sich nun mit möglichen Rückkehrern aus Mali verhalten, so der BND.

Immer wieder Deutsche als Qaida-Geiseln

Für die Bundesregierung sind diese Erkenntnisse relevant. Seit Monaten plant die Europäische Union (EU) eine mögliche Trainingsmission in dem Wüstenstaat. Dabei sollen europäische Ausbilder die malische Armee für eine Militärintervention gegen die Islamisten im Norden des Landes vorbereiten. An Kampfeinsätzen sollen sich die EU-Soldaten nicht beteiligen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vor einem Monat eine Beteiligung der Bundeswehr an einem solchen Einsatz zumindest in Aussicht gestellt, auf EU-Ebene planen die Militärs bereits länger an der Mission.

Die Einschätzungen des BND über die Lage sind düster, konkret berichtete der Chef des Dienstes zwar nur von rund 1500 islamistischen Kämpfern in der Region. Die in verschiedenen Gruppen organisierten Dschihadisten allerdings hätten einen breiten Unterstützerkreis in der Region und verfügten auch über reichlich Waffen. Das Kriegsgerät ist während der libyschen Revolution im Jahr 2011 ungehindert in die Hände von Tuareg-Rebellen aber auch in die von Islamisten gelangt. Seitdem interessiert sich auch der Qaida-Ableger in der Maghreb-Region (AQM) für den Norden Malis.

Der Qaida-Zweig bereitet den Analysten derzeit die größten Kopfschmerzen. Bisher hauptsächlich in Algerien und Mauretanien aktiv, mausert sich die Untergruppe des einst von Osama Bin Laden gegründeten Terrornetzwerks immer mehr zur Bedrohung weit über die Grenzen Afrikas hinweg. Mehrmals schon wurden auch deutsche Staatsbürger Opfer von Entführungen aus dem Kreis der AQM.

Unkalkulierbare Gefahren bei einer EU-Mission

Die Aussagen des BND unterstützen vordergründig eine Intervention im Norden Malis durch afrikanische Einheiten und auch die geplante EU-Mission für deren Ausbildung. Gleichzeitig illustrierten sie aber auch, wie gefährlich eine solche Mission werden könnte. Mehrere der Gruppen, so jedenfalls die BND-Analyse, hätten durchaus eine Agenda, die weit über Mali hinausreiche. Folglich seien Anschläge gegen die westlichen Ausbilder durchaus möglich. Mit dem Norden Malis als neue Basis für al-Qaida wachse eine unkalkulierbare Gefahr heran.

Auch für die Bundeswehr, die sich bei einer Entscheidung der EU an der Mission in Mali beteiligen würde, birgt der neue Auslandseinsatz Risiken. Denn laut der BND-Analyse betrachten al-Qaida im Maghreb und die anderen Islamisten-Gruppen die westlichen Staaten als treibende Kräfte eines möglichen Militäreinsatzes im Norden Malis. Folglich müsse mit direkten Angriffen der Dschihadisten gegen afrikanische Einheiten aber auch gegen die EU-Ausbilder gerechnet werden.

Im Zuge einer längeren Auseinandersetzung steht zudem zu befürchten, dass al-Qaida andere Gruppen und Einzeltäter aufstachelt, den vermeintlichen Feind überall anzugreifen. Den Effekt kennen die Analysten bereits aus Afghanistan und dem Irak, unter Bezug auf die Interventionen des Westens in diesen Ländern hatte die Qaida-Propaganda-Abteilung immer wieder auch zu Anschlägen in Europa aufgerufen und mit ihren Hass-Videos auch mögliche Rekruten in Deutschland erreicht. Ein ähnliches Szenario fürchtet man nun auch im Fall von Mali.

Intervention dürfte noch dauern

So alarmierend die Erkenntnisse über das Entstehen eines neuen Standorts für den internationalen Terrorismus sind, so schleppend laufen die Vorbereitungen für eine Intervention. Experten aber auch der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sind sich einig, dass die malische Armee mit ihren wenigen, völlig veralteten Waffen und einem ständig schrumpfenden Korps an Soldaten für eine Mission im Norden derzeit nicht in der Lage wäre. Eine Operation dort wird vermutlich erst im Frühjahr 2013 oder sogar später möglich sein.

Die EU will im Dezember über die Entsendung einer Ausbildungstruppe nach Mali entscheiden. Die Soldaten sollen malische Regierungstruppen ausbilden, damit diese mit Hilfe von Truppen der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas den von Islamisten kontrollierten Norden Malis zurückerobern können. Bisher geht man von einem Einsatz bis Ende 2013 aus, die Zahl der Ausbilder aus Europa wird wohl bei etwa 200 liegen.

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Curveball
JDB 29.11.2012
Zitat von sysopMali entwickelt sich zum neuen Hotspot für Terroristen: Al-Qaida und ausländische Kämpfer nutzen den Wüstenstaat als Anlaufpunkt, warnt der Bundesnachrichtendienst. Auch Dschihadisten aus Deutschland sollen auf dem Weg in das Land sein. Mali: Bundesnachrichtendienst (BND) warnt vor al-Qaida im Wüstenstaat - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/mali-bundesnachrichtendienst-bnd-warnt-vor-al-qaida-im-wuestenstaat-a-870060.html)
Sollte nach solchen BND-Informationen nicht ein Präventivkrieg gegen Mali geführt werden? Der BND hat doch bereits in der Vergangenheit so wertvolle Informationen für die gerechte Sache geliefert. Siehe z. B.: Kriegslüge: BND bezahlte irakischen Betrüger - Panorama - Alle Sendungen - 2010 | DasErste.de (http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2010/curveball101.html)
2. Super
kundennummer 29.11.2012
Next Mission Mali - Freiheit im Busch verteidigen
3. Heulsusen
A&O 29.11.2012
Es ist schon beängstigend: "mehrere dieser Gruppen haben eine Agenda die deutlich über Mali hinausreicht..." Na, Mahlzeit, welche Erkenntnis. Dazu muss man nicht zwingend beim Geheimdienst sein um dies zu wissen. Bombt die Spinner in die Steinzeit zurück und gut ist, dann kommt auch keiner zurück um hier weiter zu machen. Und hört gottverdammt noch mal auf, immer so zu tun als wäre das alles unausweichlich. Es ist euer Job, löst ihn.
4. Politisch korrekt
nazfalas 29.11.2012
Zitat von A&OEs ist schon beängstigend: "mehrere dieser Gruppen haben eine Agenda die deutlich über Mali hinausreicht..." Na, Mahlzeit, welche Erkenntnis. Dazu muss man nicht zwingend beim Geheimdienst sein um dies zu wissen. Bombt die Spinner in die Steinzeit zurück und gut ist, dann kommt auch keiner zurück um hier weiter zu machen. Und hört gottverdammt noch mal auf, immer so zu tun als wäre das alles unausweichlich. Es ist euer Job, löst ihn.
Na das Problem liegt doch darin, dass die Kriegsführung und Terrorbekämpfung an jeder Ecke auf "politische Korrektheit" geprüft werden muss. Ich weiß Gott kein Freund vom autoritären Staat, aber dieses andauernde Kauern vor offensichtlich radikalen und staatsfeindlichen Gruppen im In- und Ausland geht mir auf den Senkel. Abgesehen davon, dass Religion sowieso gefährlich ist: Islamisten sind eine Gefahr! Aber man könnte ja Muslime beleidigen...
5. Was geht uns das an???
Mr.laberlaber 29.11.2012
Ich würde sagen wir sollten uns da bloß raushalten. Wenn wir uns da einmischen ziehen wir womöglich den Hass der Bevölkerung auf uns. Von da an können wir uns sorgen machen. Müssen wir aber nicht. Und mal ganz ehrlich, ist es nicht egal wo die Terroristen ausgebildet werden?? Macht doch keinen Unterschied ob in Mali, Pakistan oder Timbugtu, solange wir wissen wer da unterwegs ist. Meine Meinung ist also: Niemanden auf die Füße treten, denn es gilt immer noch Auge um Auge Zahn um Zahn.
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