Uno-Mission Minusma Bundeswehr-Konvoi von malischen Soldaten beschossen

Gefährlicher Zwischenfall in Nord-Mali: Nach SPIEGEL-Informationen wurde ein Konvoi der Bundeswehr beschossen. Offenbar kamen die Kugeln von Soldaten der malischen Armee.

Soldat der Bundeswehr am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis
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Soldat der Bundeswehr am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis


Beim Bundeswehreinsatz in Mali ist es zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. Nach SPIEGEL-Informationen wurde am späten Samstagabend der Konvoi einer deutschen Patrouille von malischen Soldaten beschossen. Es kam zu einem Schusswechsel zwischen den Deutschen und den lokalen Soldaten.

Ursprünglich hatten die Deutschen am Samstagabend gegen 21 Uhr (Ortszeit) einen gepanzerten Truppentransporter vom Typ "Dingo" der belgischen Streitkräfte 50 Kilometer westlich von Gao in Nord-Mali geborgen. Auf dem Rückweg ins Uno-Camp wurde der Konvoi dann plötzlich beschossen. Die deutschen Soldaten erwiderten daraufhin das Feuer.

Erst später fanden die Bundeswehrsoldaten heraus, dass sie vermutlich von der malischen Armee, mit der die Uno-Mission Minusma eigentlich eng kooperiert, beschossen worden waren. Dabei zog sich ein Soldat der lokalen Armee - der "Forces de défense et de sécurité du Mali" - schwere Verletzungen zu.

Seit 2013 in Mali aktiv

Die deutschen Soldaten transportierten den verletzten malischen Soldaten umgehend ins Uno-Camp. Er ist immer noch in Lebensgefahr und soll vermutlich in die Hauptstadt Bamako geflogen werden. Die Bundeswehr ermittelt nun, warum die einheimischen Soldaten die deutsche Patrouille beschossen haben - und ob der Soldat durch deutsche Kugeln verletzt worden ist.

Die Bundeswehr beteiligt sich seit 2013 an der Uno-Stabilisierungsmission Minusma. Derzeit sind rund 1000 Soldaten und Aufklärungsdrohnen vom Typ "Heron" in Nord-Mali stationiert. Vom Camp Castor in Gao aus patrouillieren die Deutschen in der Umgebung des Lagers, beteiligen sich aber nicht an der Terroristenjagd der Franzosen.

mgb



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