Mali-Mission: EU beschließt Entsendung von Militärausbildern

Malischer Soldat im Norden des Landes: "enorme Bedeutung für die malischen Streitkräfte" Zur Großansicht
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Malischer Soldat im Norden des Landes: "enorme Bedeutung für die malischen Streitkräfte"

Endgültiger Startschuss für die Mali-Mission: Die EU-Außenminister haben den Trainingseinsatz für die malische Armee abgesegnet. Die etwa 200 Ausbilder sollen von rund 250 Kampfsoldaten geschützt werden. Deutschland beteiligt sich mit 80 Trainern und Sanitätern.

Brüssel - Die EU-Außenminister haben am Montag die Entsendung von rund 450 Militärausbildern nach Mali beschlossen. Das teilten Diplomaten in Brüssel mit. Die Ausbildungsmission werde "von enormer Bedeutung für die malischen Streitkräfte sein", sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton unmittelbar vor dem Beschluss der Minister.

Die etwa 200 Ausbilder sollen von rund 250 Kampfsoldaten geschützt werden. Deutschland will sich mit etwa 80 Soldaten beteiligen, vor allem mit Ausbildern einer Pioniereinheit und Sanitätssoldaten. Die EU-Mission soll nicht an Kämpfen zwischen den Regierungstruppen und islamistischen Gruppen aus dem Norden des Landes teilnehmen.

"Wir wollen, dass die afrikanischen Kräfte in der Lage sind, ihre Aufgabe bei der Stabilisierung im Norden Malis wahrzunehmen", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) in Brüssel. Deswegen sei die Mission wichtig. "Dass sie jetzt grünes Licht bekommt, zeigt auch, dass Europa in einer solchen Lage handelt und entschlossen mit den Partnern in Europa, aber vor allem auch in Afrika handelt."

Das Bundeskabinett befasst sich am Dienstag mit der Mali-Mission. Deutschen Regierungskreisen zufolge sind zwei eigenständige Mandate geplant: eines für die geplante Beteiligung an der EU-Ausbildungsmission in Mali und eines für deutsche Unterstützung bei der Luftbetankung französischer Kampfjets.

Die deutschen Soldaten sollen nach Zustimmung des Bundestages Ende März oder Anfang April in Malis Hauptstadt Bamako ankommen. Am Mittwoch flog bereits ein 14-köpfiges Erkundungsteam nach Mali. Es soll dort die Lage vor Ort, aber auch die Sicherheitssituation für deutsche Ausbilder prüfen.

Voraussichtlich werden die rund 40 Bundeswehrtrainer ein altes Ausbildungsprojekt Deutschlands in der Nähe der zentralmalischen Stadt Ségou wieder aufnehmen. In der Ortschaft Bapho hatten deutsche Soldaten bis zum Militärputsch im März 2012 malische Pioniere gedrillt. Sowohl Material als auch die von den Deutschen errichteten Gebäude finden sich dort in gutem Zustand.

Deutschland unterstützt bereits den Einsatz afrikanischer und französischer Kampftruppen durch Transall-Transportflugzeuge.

heb/dpa/AFP

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1. Gewalt gegen Gewalt?
a.vomberg 18.02.2013
Erst bewaffnen und bilden wir diese Leute aus, und dann? Dann haben wir es mit gut bewaffneten und militärisch ausgebildeten Menschen zu tun, die nach einer Erwerbsquelle suchen. Von denen wird keiner mehr in einen Zivilberuf wechseln. Dass wir so die Welt zu einem friedlicheren Ort machen, ist unwahrscheinlich.
2. ..........
lupenrein 18.02.2013
Die deutsche Verwicklung in den Mali-Konflikt: Tendenz steigend, nach oben offen und nachhaltig.
3. Erfolg hält sich in Grenzen
hardliner1 18.02.2013
Zitat von sysopEndgültiger Startschuss für die Mali-Mission: Die EU-Außenminister haben den Trainingseinsatz für die malische Armee abgesegnet. Die etwa 200 Ausbilder sollen von rund 250 Kampfsoldaten geschützt werden. Deutschland beteiligt sich mit 80 Trainern und Sanitätern. Mali: EU beschließt Entsendung von Militärausbildern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/mali-eu-beschliesst-entsendung-von-militaerausbildern-a-884000.html)
Der Erfolg durch bundesdeutsche Ausbildung hält sich sehr stark in Grenzen, wie man nach dem über zehnjährigen Einsatz von Bundeswehr und Bundespolizei in Afghanistan sehen kann. Warum sollte das Ergebnis der Bemühungen in Mali besser ausfallen? Und wer gibt uns die Gewähr dafür, dass diese ausgebildeten Malier nicht irgendwann zu den Islamisten überlaufen (wenn diese genug Geld bieten). In Syrien sieht man ja, dass gut ausgebildete Soldaten nicht unbedingt bei der Stange bleiben, sondern, gelockt vom Geld aus Katar und Saudi-Arabien die Fronten wechseln.
4. Wieder mal kurz gedacht
kölschejung72 18.02.2013
Da die meisten Bundis weder einen der malischen Dialekte noch französisch beherrscht, hätte man besser Franzosen zur Ausbildung hingeschickt. Wenn man sich nicht verständigen kann und die Gebräuche nicht kennt, sollte man nicht als Ausbilder auftreten. Das ist so rausgeschmissenes Geld.
5. Franzosen als Ausländer sind bereits in größerer Zahl dort.
Centurio X 18.02.2013
Zitat von kölschejung72Da die meisten Bundis weder einen der malischen Dialekte noch französisch beherrscht, hätte man besser Franzosen zur Ausbildung hingeschickt. Wenn man sich nicht verständigen kann und die Gebräuche nicht kennt, sollte man nicht als Ausbilder auftreten. Das ist so rausgeschmissenes Geld.
Die Deutsche Militär-Hilfe kann man nur als symoblischen Akt verstehen. Auch ist zu befürchten, dass das Land ohne zumindest mittelfristige Präsenz Französicher Interventionstruppen nicht zur Ruhe kommt. Der geplante vollständige Abzug der Franz. Armee ist lediglich Wunschdenken von Monsieur Hollande.
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Menschenrechtsverletzungen in Mali: Die Toten im Brunnen

Bevölkerung: 15,370 Mio. Einwohner

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Hauptstadt: Bamako

Staatsoberhaupt:
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Regierungschef: Moussa Mara

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