Mali: Rivalisierende Armee-Einheiten liefern sich Gefechte
Malische Soldaten haben in der Hauptstadt Bamako aufeinander geschossen, mehrere Menschen wurden verletzt. Offenbar sind Machtkämpfe innerhalb der mit Frankreich verbündeten Armee ausgebrochen. In der Stadt Gao kam es zum ersten Selbstmordanschlag seit dem Rückzug der Islamisten.
Bamako - Bei den Gefechten in Bamako sind nach Angaben von Augenzeugen mehrere Menschen verletzt worden. Wie aus Militärkreisen verlautete, wurde ein Lager von Elitesoldaten, die dem gestürzten Staatschef Amadou Toumani Touré nahestehen, von anderen Einheiten der malischen Armee angegriffen. Augenzeugen erklärten, es seien seit dem Morgen Schüsse zu hören. Schwerbewaffnete feuerten Schüsse ab, sagte ein Militär, der sich in dem Lager befand. Vor dem Lager hätten sich Frauen und Kinder versammelt.
Ein Sprecher der Armee bestätigte die Zusammenstöße, wollte jedoch keine Details nennen: "Es gab Schusswechsel, aber wir kennen die Gründe derzeit noch nicht", sagte Diarran Kone der Nachrichtenagentur dpa.
Die Hintergründe der Zusammenstöße sind noch unklar. Auch gibt es widersprüchliche Angaben, wer angegriffen wurde. Die Nachrichtenagentur dpa spricht von Gefechten zwischen Anhängern Tourés und Putschisten. Mitglieder der malischen Armee wollten verhindern, dass sich Touré-nahe Fallschirmjäger zu einem Treffen in einem Militärcamp versammelten, berichtete die Webseite Dépêches du Mali.
Laut der Nachrichtenagentur AFP war der Anlass für den Übergriff eine TV-Ansprache des Generalstabschefs der Armee, wonach die Elitesoldaten mit den Franzosen gegen die Islamisten kämpfen sollen.
Selbstmordattentat in Gao
Bereits im vergangenen Jahr gab es schwere Kämpfe zwischen den sogenannten grünen Mützen, den Anhängern des Putschistenführers Amadou Sanogo und den "roten Mützen", Fallschirmjägereinheiten aus der Zeit von Präsident Touré. Touré war im März 2012 bei einem Staatsstreich gestürzt worden.
Nach dem Sturz der Regierung in Bamako durch unzufriedene Soldaten im März vergangenen Jahres hatten Islamisten gemeinsam mit Tuareg-Rebellen innerhalb weniger Tage den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Später vertrieben die Islamisten die Tuareg-Rebellen und riefen im Norden des Landes das islamische Recht der Scharia aus. Frankreich hatte vor rund vier Wochen militärisch in Mali eingegriffen, um den weiteren Vormarsch der Islamisten Richtung Süden zu stoppen. Französische und malische Soldaten hatten die Islamistenhochburg Gao Ende Januar eingenommen.
In Gao wurde am Freitag der erste Selbstmordanschlag seit dem Einmarsch der französischen Truppen Anfang Januar verübt. Der Attentäter sprengte sich an einem Kontrollpunkt in der Nähe der nordmalischen Stadt Gao in die Luft. Dabei kam anscheinend nur der Angreifer selbst ums Leben. Bei dem Attentäter habe es sich um einen Targi, einen Angehörigen der Tuareg, gehandelt, sagte ein Polizeisprecher.
fab/AFP/dpa
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Bevölkerung: 15,370 Mio. Einwohner
Fläche: 1.240.194 km²
Hauptstadt: Bamako
Staatsoberhaupt:
Dioncounda Traoré (interimistisch)
Regierungschef: Django Sissoko
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