Mali EU-Mitarbeiter sterben bei Anschlag

Islamisten haben in Mali ein Luxushotel angegriffen und dabei fünf Menschen getötet - darunter auch zwei EU-Mitarbeiter. Ein Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida bekannte sich zu der Attacke.

Malische Polizisten vor der Hotelanlagenahe Bamako
AP

Malische Polizisten vor der Hotelanlagenahe Bamako


Bewaffnete Islamisten haben im westafrikanischen Mali ein Luxushotel überfallen. Bei dem Angriff am Sonntag sind fünf Menschen getötet worden, darunter zwei EU-Mitarbeiter, wie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mitteilte. Auch die vier Angreifer wurden nach Angaben der malischen Regierung getötet.

Bei den beiden getöteten EU-Mitarbeitern handelt es sich um einen portugiesischen Angehörigen des EU-Ausbildungseinsatzes EUTM und eine malische Mitarbeiterin der EU-Delegation. Federica Mogherini betonte, ihr Tod sei "eine tragische Erinnerung" daran, wie wichtig der Kampf gegen den Terrorismus sei.

Anwohner berichteten am Sonntag von Schüssen, eine Rauchsäule stieg über dem Hotel auf. Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten "Allahu Akbar" (Gott ist groß) geschrien. An dem Einsatz seien Sicherheitskräfte Malis, Frankreichs, der Uno und der USA beteiligt gewesen. Der al-Qaida-Ableger Nusrat al-Islam wal Muslimin hat sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zu dem Anschlag bekannt.

Bundeswehr unterstützt EU-Mission in Mali

Nach Angaben des malischen Sicherheitsministers Salif Traoré konnten 36 Geiseln unversehrt aus der Hand der Islamisten befreit werden, darunter auch 13 Franzosen. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Der Angriff galt der Luxusanlage "Campement Kangaba" im Osten der Hauptstadt Bamako, die gern von westlichen Gästen genutzt wird. Unter den Toten und Verletzten seien keine Deutschen, hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.

Im westafrikanischen Mali greifen Islamisten immer wieder westliche Ausländer an. Bei einer Geiselnahme im November 2015 wurden im Hotel Radisson Blu in Bamako 20 Menschen getötet.

Wegen des andauernden Konflikts sind zahlreiche europäische Soldaten in dem Land stationiert. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Die Bundeswehr unterstützt in Mali die EU-Mission sowie den Einsatz der Vereinten Nationen mit mehreren hundert Soldaten.

mja/AFP/AP/dpa/Reuters



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