Aus dem Zentrum der Hauptstadt war schweres Gewehrfeuer zu hören. "Die Straßen sind verlassen, niemand zeigt sich", sagte ein Reuters-Mitarbeiter. Die Präsidentengarde nahm Augenzeugen zufolge Positionen am Flughafen ein und besetzte das Gebäude des staatlichen Fernsehsenders. Der französische Auslandssender RFI berichtete am frühen Dienstagmorgen, die Lage sei unklar. Es sei unmöglich zu sagen, wer die Kontrolle über Bamako habe. Es soll Tote gegeben haben. Die Putschisten versicherten am Dienstagmorgen, sie hätten die Lage unter Kontrolle.
In der Nacht zu Dienstag soll es auch in der Garnisonsstadt Kati Gefechte gegeben haben. Dort befindet sich eine Kaserne, die der Ex-Junta als Hauptquartier dient. Mitglieder der Präsidentengarde blockierten nach Angaben aus verschiedenen Quellen die Straße zwischen Bamako und dem Militärstützpunkt in Kati.
Der Flughafen von Bamako, der Sitz des Radio- und Fernsehsenders ORTM und das Militärcamp in Kati seien unter seiner Kontrolle, hieß es in einer auf dem Laufband im Fernsehen gezeigten Mitteilung. Anschließend trat ein Militärvertreter der Ex-Junta vor die Kamera und sagte, die Sicherheit sei wiederhergestellt. Umgeben von mehreren Soldaten beschuldigte er "Personen mit schlechten Absichten", den Flughafen, den Rundfunk-Sitz und die Kaserne von Kati angegriffen zu haben, "um den Prozess der Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung zu destabilisieren". Diese Orte seien "gesichert".
Ein Diplomat aus der Region sagte dagegen, die Präsidentengarde kontrolliere den Flughafen. Flughafenmitarbeiter berichteten laut der Internetseite Malijet, es seien einige Flugzeuge gelandet.
Die Feuergefechte hatten nach Angaben von Augenzeugen begonnen, nachdem Soldaten der Ex-Junta den ehemaligen Stabschef des gestürzten Präsidenten und Verantwortlichen für die Präsidentengarde, Abidine Guindo, festnehmen wollten.
Offenbar trieb die Gewalt zahlreiche Menschen in die Flucht: Aus Militärkreisen in Kati hieß es, Zivilisten seien aus der Stadt geflohen. Auch das Stadtzentrum von Bamako war menschenleer, berichtete ein AFP-Journalist.
Jul/AFP/Reuters/dpa
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