Timbuktu - Das neunseitige Schreiben ist von Abdelmalek Droukdel unterzeichnet, dem Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida im Islamischen Mahgreb: Laut der Nachrichtenagentur AP ist im Norden Malis ein Brief des Terroristen aufgetaucht. Das Schriftstück sei in der befreiten Stadt Timbuktu gefunden worden. Dem Bericht zufolge lag es in einem Gebäude, das vor wenigen Wochen noch von Qaida-Kämpfern bewohnt wurde.
Dem Bericht zufolge geht aus dem Schreiben hervor, dass dem Terrornetzwerk vor der französischen Militärintervention Anfang Januar die eigene schwache Position in dem westafrikanischen Land bewusst war. Internationaler und regionaler Druck könnten "unsere militärischen, finanziellen und strukturellen Fähigkeiten" übersteigen, heißt es demnach in dem Brief. Es sei "sehr wahrscheinlich, vielleicht sicher, dass es zu einer militärischen Intervention" in Mali komme. Diese könnte dazu führen, dass sich Qaida zurückziehen müsse. Man dürfe deshalb keine zu hohen Risiken eingehen und auch nicht davon ausgehen, dass Mali für Qaida bereits ein sicheres Erfolgsprojekt sei. "Das Baby ist noch in seinen ersten Tagen, es krabbelt und steht noch nicht auf eigenen Beinen", heißt es demnach in dem Brief.
Droukdel kritisierte demanch die strikte Anwenung islamischen Rechts und äußerte Missfallen darüber, dass Frauen ausgepeitscht und in Timbuktu Heiligtümer zerstört wurden. Das "extreme Tempo", mit dem die Schariah angewendet worden sei, könne dazu führen, dass die Menschen in der Region den Islam ablehnen würden und "unser Experiment scheitert". Das Schreiben ist dem Bericht zufolge nicht datiert. Es werde darin allerdings Bezug genommen auf einen Konflikt im vergangenen Juni - möglicherweise sei der Brief bereits acht Monate alt, heißt es in dem Bericht.
Ein Militärputsch hatte im vergangenen Jahr zur Spaltung des Wüstenstaats geführt. Den Norden des Landes brachten zuerst die Tuareg und dann islamistische Rebellen in ihre Gewalt. Monatelang wüteten Islamisten im Norden des Landes. Französische und afrikanische Truppen sind derzeit dabei, das Gebiet zurückzuerobern.
hen/AP
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