Mali Erneut Tote bei Attacke auf Uno-Camp

Raketenangriff auf Uno-Mitarbeiter: Erneut kam es in Mali zu einem schweren Anschlag. Ein Blauhelmsoldat und zwei Zivilisten wurden getötet. Derweil bekannten sich Islamisten zu dem Anschlag auf einen Nachtclub in Bamako.

Blauhelmsoldaten sichern ein Hotel in Bamako, Mali: Bei einem Angriff auf ein Uno-Camp gab es Tote und Verletzte
AFP

Blauhelmsoldaten sichern ein Hotel in Bamako, Mali: Bei einem Angriff auf ein Uno-Camp gab es Tote und Verletzte


Bamako - Bei einem Raketenangriff auf ein Uno-Camp im Norden Malis sind am Sonntag mindestens drei Menschen getötet worden. Dabei handelt es sich nach Angaben der Uno-Friedensmission Minusma um einen Blauhelmsoldaten und zwei Zivilisten. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden.

Der Angriff habe am frühen Morgen begonnen und etwa eine halbe Stunde gedauert, sagte ein Bürger der Stadt Kidal der Nachrichtenagentur dpa. Die Minusma teilte mit, mindestens 30 Raketen hätten den kleinen Stützpunkt vor den Toren der Stadt getroffen. Die Mission sprach von einer "komplexen Terrorattacke". Mutmaßlich stecken Islamisten hinter dem Angriff.

Erst am Samstag waren bei einem Islamistenangriff auf einen beliebten Nachtclub in der südlich gelegenen Hauptstadt Bamako fünf Menschen getötet worden: drei Malier, ein Franzose und ein Belgier. Es war der erste schwere Anschlag gegen Ausländer in Bamako.

Angriff mit Handgranaten und Maschinenpistolen

Medien sprachen neben den Toten von mindestens zehn Verletzten, von denen zwei in kritischem Zustand seien. Berichten zufolge sollen darunter zwei Schweizer sein, die zur Behandlung ausgeflogen wurden. Sie sollen für die Uno als Minenexperten gearbeitet haben.

Zeugen zufolge griffen die Täter das Lokal "La Terrasse" mit einer Maschinenpistole und Handgranaten an. Einer von ihnen solle laut "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben. Anschließend seien die Männer mit einem Auto und einem Motorrad geflohen. Zwei Verdächtige wurden wenig später in der Nähe des Tatorts festgenommen.

Zu der Tat habe sich die Organisation Al-Murabitun des algerischen Islamisten Mokhtar Belmokhtar in einer Audiobotschaft bekannt, berichtete die mauretanische Nachrichtenseite "Alakhbar". Der Qaida-Veteran Belmokhtar ist einer der meistgesuchten Islamisten Nordafrikas. Er ist unter anderem verantwortlich für die spektakuläre Geiselnahme auf dem algerischen Gasfeld in Amenas im Jahr 2014 und für Anschläge auf französische Soldaten in Mali.

Das westafrikanische Land kommt seit einem Putsch im Jahr 2012 nicht zur Ruhe. In der Folge hatten Islamisten und Separatisten den Norden eingenommen. Erst durch ein Eingreifen Frankreichs konnten sie weitgehend vertrieben werden. Bis heute bleibt die Lage unübersichtlich.

Im August wird die Bundeswehr das Kommando über die EU-Mission übernehmen, die seit Februar 2013 läuft. Und erst kürzlich hat der deutsche Bundestag beschlossen, den Ausbildungseinsatz der Bundeswehr in Mali auszuweiten. Statt der bisher 250 sollen in den nächsten 15 Monaten bis zu 350 deutsche Soldaten die malischen Streitkräfte im Kampf gegen islamistische Rebellen trainieren.

lgr/dpa



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labrador2002 09.03.2015
1. Schon längst da
Irak,Syrien,Libanon,Libyen,Algerien,Mali,Nigeria,Tschad und neuerdings auch Kamerun. Anschläge die durchgeführt oder vereitelt wurden, in Ländern des Westens. Sollten die Regierungen und Medien sich nicht mal langsam dazu bekennen. Das wir mitten in einem Krieg der Ideologien und Werte uns wieder finden. Das alles was der Westen tut, zu noch mehr Blutvergießen führt. Der Flächenbrand, der mittlerweile drei Kontinente eingeholt hat, ist längst nicht mehr ein Glaubenskonflikt, sondern führt uns 100 Jahre zurück. Diese sogenannten Islamisten, haben doch mit Islam und Überzeugung einer Glaubensrichtung nichts mehr zu tun. Nach meiner Meinung ist das Faschismus wie er uns in Europa 300 Jahre verfolgt hat. Niederschlagung von anderen Kulturen und deren Kulturerbe. Tötungen von Glaubensbrüdern die eine andere Herkunft haben. Missachtung jegliche Grundregeln des Islams. Alleine IS bricht diese Regeln täglich gefühlte 1000mal. Und das schlimmste ist diese marionierte Bevölkerung. Jene die aus Angst und Gleichgültigkeit sich zu Hause verschanzt und hofft, dass die nächste Mörsergranate nicht ihr Haus trifft, sondern das vom Nachbarn. Jene die im entfernten Europa sitzen und glauben, dass dieser Konflikt nicht zu Ihnen kommt. Falsch gedacht!
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