Bamako/Paris - Die französischen Truppen und ihre Verbündeten sind in Mali weiter auf dem Vormarsch. Am Dienstag sind 1800 Soldaten aus dem Tschad in die Stadt Kidal im Norden des Landes eingezogen. Die Truppen sollten die ehemalige Islamisten-Hochburg sichern, teilte das französische Verteidigungsministerium in Paris mit. Die Franzosen seien allerdings weiterhin für die Kontrolle des Flughafens von Kidal zuständig. Sie hätten kürzlich Unterstützung von zwei Fallschirmspringereinheiten bekommen.
Kidal liegt 1500 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt. Bis Ende Januar war sie in der Hand der islamistischen Tuareg-Gruppe Ansar al-Din. Kurz vor der Ankunft der Franzosen wechselte die Stadt unter die Kontrolle der gemäßigteren Ansar-al-Din-Abspaltung MIA und der Tuareg-Truppe MNLA. Diese stimmten einer Einnahme durch die Franzosen zu, wollten aber keine Soldaten der Ecowas-Mission Afisma akzeptieren, da sie Racheakte gegen Araber und Tuareg fürchteten. Der Tschad gehört der Ecowas nicht an, seine Truppen daher auch nicht der Afisma.
Der Einnahme Kidals ging ein mehrtägiges Luftbombardement von Trainings- und Versorgungszentren sowie Waffenlagern rund um die Stadt durch Dutzende Kampfflugzeuge der französischen Streitkräfte voraus. Insgesamt seien 25 Ziele angegriffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit. In der Region um Kidal sollen zudem sieben französische Geiseln festgehalten werden.
Frankreich kämpft seit dem 11. Januar im Norden Malis gegen Islamisten. Derzeit sind in dem westafrikanischen Land fast 4000 französische Soldaten stationiert. Truppen der Westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas sollen sie bald ablösen. Sie sollen die Regierungstruppen im Kampf gegen islamistische Gruppen unterstützen. Eine EU-Mission soll Soldaten der malischen Armee ausbilden, sich aber nicht an Kampfhandlungen beteiligen.
fdi/AFP/dpa
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