Uno-Stützpunkt Blauhelm-Soldaten sterben bei Anschlag in Mali

Islamisten haben im Norden Malis einen Uno-Stützpunkt attackiert. Mindestens zwei Blauhelm-Soldaten starben. Der Anschlag ereignete sich kurz vor dem Besuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Uno-Blauhelmsoldaten in Mali (Archivbild): Verletzte und Tote bei Anschlag
AFP

Uno-Blauhelmsoldaten in Mali (Archivbild): Verletzte und Tote bei Anschlag


Bei einem Anschlag mutmaßlicher Islamisten auf einen Uno-Stützpunkt im westafrikanischen Staat Mali sind mehrere Menschen getötet worden. Mindestens zwei Blauhelm-Soldaten seien ums Leben gekommen, 30 Menschen seien verletzt, teilte ein Militärangehöriger mit. Es handele sich um Soldaten aus dem westafrikanischen Guinea. Auch ein Uno-Sprecher bestätigte, dass es mehrere Tote und Verletzte gab.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich nach Angaben einer Separatistengruppe in einem Auto in die Luft gesprengt. Zudem seien bei dem Angriff gegen die Basis der Schutztruppe Minusma Granaten und Schusswaffen eingesetzt worden. Augenzeugenberichten zufolge wurde auch ein Uno-Hubschrauber von Schüssen getroffen.

Der Anschlag ereignete sich wenige Stunden vor dem Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck. Er sollte am Nachmittag in der Hauptstadt Bamako im Süden des Landes mit Vertretern der Friedensmission und mit deutschen Soldaten zusammentreffen. Gauck soll auch eine Unterredung mit seinem malischen Amtskollegen Ibrahim Boubacar Keita führen.

Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer Kämpfer gefallen, die nur durch eine Intervention der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich zurückgedrängt werden konnten. Nach wie vor sind dort mehrere Dschihadistengruppen aktiv, immer wieder kommt es zu Anschlägen.

Die Schutztruppe wird auch von der Bundeswehr mit Soldaten unterstützt. Der Bundestag hatte im Januar beschlossen, den Einsatz auszuweiten und bis zu 650 Soldaten nach Mali zu schicken. Anders als bisher sollen sie im gefährlichen Norden stationiert werden und dort niederländische Truppen unterstützen. Die CSU hatte im Januar angekündigt, Mali zu einem sicheren Herkunftsland zu erklären.

brk/Reuters/dpa



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