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Uno-Einsatz: Niederländische Blauhelme töten Rebellen in Mali

Die Uno-Friedenstruppe in Mali hat erstmals Aufständische im Norden des Landes beschossen. Niederländische Soldaten töteten dabei mindestens sieben Tuareg-Rebellen. Die wollen nun die Friedensverhandlungen stoppen.

MNLA-Kämpfer in Mali: Angriff der Uno-Truppe Zur Großansicht
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MNLA-Kämpfer in Mali: Angriff der Uno-Truppe

Bamako - Die Uno-Blauhelmtruppe in Mali hat erstmals einen Luftangriff gegen Rebellen im Norden des Landes geflogen. Bei dem Kampfhubschraubereinsatz wurden nach übereinstimmenden Angaben von Anwohnern und Sicherheitsbeamten sieben Aufständische getötet.

Die Uno-Stabilisierungsmission Minusma erklärte, die niederländischen Soldaten hätten auf schweren Beschuss in der Stadt Tabankort reagiert. Die Truppe habe zunächst Warnschüsse abgegeben und erst dann ein Fahrzeug der Milizionäre zerstört. Ein Sprecher der Tuareg-Rebellengruppe MNLA widersprach: Die Blauhelme hätten ohne Vorwarnung gefeuert, sagte er.

In Tabankort, ein Ort der rund 200 Kilometer nördlich der Stadt Gao liegt, kämpfen seit Tagen regierungstreue Milizen gegen die Tuaregs. Die MNLA hat die Kleinstadt umzingelt. In dem Ort sind Uno-Soldaten stationiert, die die Bevölkerung schützen sollen. Die Gefechte zwischen den Truppen der Vereinigten Nationen und den Rebellen dauerten bis in den späten Abend an.

Rebellen fordern eigenen Staat in Nordmali

Seit 18 Monaten sind Blauhelme in dem westafrikanischen Krisenland stationiert - insgesamt rund 9000 Soldaten. Die Niederlande sind mit 450 Soldaten und vier Apache-Hubschraubern an dem Einsatz beteiligt. Französische Truppen hatten zuvor militante Islamisten zurückgeschlagen, die weite Teile von Nordmali unter ihre Kontrolle gebracht hatten und auf dem Vormarsch in die Hauptstadt Bamako waren.

Die MNLA-Rebellen kämpfen für einen unabhängigen Staat im Norden Malis. Derzeit führen die Aufständischen in Algerien Friedensgespräche mit der malischen Regierung. Nach dem Uno-Beschuss will die Gruppe die Verhandlungen vorerst unterbrechen.

syd/Reuters/dpa

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