Berichte über Menschenrechtsverstöße Malische Regierung appelliert an eigene Soldaten

Malis Regierung reagiert auf die Vorwürfe von Menschenrechtlern gegen das Militär des westafrikanischen Landes: Die Soldaten sollten "unbescholten" sein, heißt es in einer Mitteilung. Ein Armeesprecher nannte Berichte über angebliche Hinrichtungen von Islamisten falsch.

Malische Soldaten in Bamako: Vorwürfe von Menschenrechtlern
AFP

Malische Soldaten in Bamako: Vorwürfe von Menschenrechtlern


Bamako - Die Mitteilung der malischen Regierung liest sich wie ein Appell an die eigene Armee: Das Militär sollte "unbescholten" sein, heißt es in dem Papier, die Menschenrechte seien zu achten.

Damit reagierte Malis Regierung auf schwerwiegende Vorwürfe von Menschenrechtlern: Die in Paris ansässige Internationale Vereinigung für Menschenrechte FIDH hatte die Regierungssoldaten in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht für mindestens 33 Morde verantwortlich gemacht. Die Gruppe nannte dabei keine konkreten Quellen. Ein Augenzeuge bestätigte der Nachrichtenagentur AP jedoch mehrere Hinrichtungen. Er habe noch vor Beginn der französischen Offensive selbst mit angesehen, wie malische Soldaten mindestens drei Menschen töteten, denen sie vorwarfen, Verbündete der Islamisten zu sein.

Ein Armeesprecher wies die Vorwürfe als "absolut falsch" zurück. Malische Truppen kämpfen derzeit an der Seite des französischen Militärs gegen islamistische Rebellen, die seit dem vergangenen Jahr den Norden des Landes kontrollieren. Menschenrechtler hatten wiederholt vor Vergeltungsaktionen gewarnt.

Bei ihrem Einsatz gegen Islamisten haben malische und französische Truppen bei ihrem Vorrücken in Richtung Norden die Stadt Hombori erobert. Die Regierungstruppen hätten den - rund 160 Kilometer südlich der strategisch wichtigen Stadt Gao liegenden - Ort bereits am Donnerstag von Islamisten befreit, sagte Armeesprecher Diarran Kone am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. "Wir sind in Hombori und wir werden weiter voranmarschieren", erklärte der Oberst. Aber von einem Sieg könne erst dann die Rede sein, wenn alle Menschen in Mali wieder frei seien. Diarran hatte vor wenigen Tagen betont, dass die Truppen bei ihrer Offensive in Richtung Nordmali jede Woche hundert Kilometer vorrücken wollten.

Islamistische Kämpfer sprengten in der Nacht zum Freitag im Norden des Landes eine strategisch wichtige Brücke ins Nachbarland Niger. "Niemand kommt mehr durch, um nach Niger oder Richtung Gao zu kommen", sagte Abdou Maiga, Eigentümer eines Transportunternehmens der Nachrichtenagentur AFP. Ein Vertreter der nigrischen Sicherheitskräfte bestätigte die Sprengung.

Vom Niger aus sollen afrikanische Soldaten der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) demnächst eine neue Front gegen die Islamisten in Mali eröffnen. 2000 Soldaten aus dem Tschad und 500 aus Niger sind deswegen auf dem Weg in die Stadt Ouallam nahe der malischen Grenze.

hen/dpa/dapd/AFP

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
fussball11 25.01.2013
1.
Muss es nicht heißen: Malis Militärregierung ? Gewählt hat die doch keiner.
ein anderer 25.01.2013
2. ...
Zitat von sysopAFPMalis Regierung reagiert auf die Vorwürfe von Menschenrechtlern gegen das Militär des westafrikanischen Landes: Die Soldaten sollten "unbescholten" sein, heißt es in einer Mitteilung. Ein Armeesprecher nannte Berichte über angebliche Hinrichtungen von Islamisten falsch. http://www.spiegel.de/politik/ausland/malische-regierung-appelliert-an-eigene-soldaten-a-879671.html
Wer die umkämpften und zum säubern vorgesehene Gebiete für Journalisten sperrt, geht davon aus, dass Verbrechen geschehen werden.
alBab 25.01.2013
3. das ist keine Armee, ...
Zitat von sysopAFPMalis Regierung reagiert auf die Vorwürfe von Menschenrechtlern gegen das Militär des westafrikanischen Landes: Die Soldaten sollten "unbescholten" sein, heißt es in einer Mitteilung. Ein Armeesprecher nannte Berichte über angebliche Hinrichtungen von Islamisten falsch. http://www.spiegel.de/politik/ausland/malische-regierung-appelliert-an-eigene-soldaten-a-879671.html
eher ein schlecht bezahlter Sauhaufen. Der nun sein Mütchen kühlen wird vor allen Dingen an den "Brüdern des Nordens", den Tuaregs. Und ausserdem damit einer absehbaren politischen Verhandlungslösung mit den sich lossagenden bzw. abgespaltenen Clanführen der Tuaregs entgegensteht. Kann nicht im Sinne der Franzosen sein dieses Eigenleben der malischen Haufen.
seine-et-marnais 25.01.2013
4. Lernresistent?
Zitat von fussball11Muss es nicht heißen: Malis Militärregierung ? Gewählt hat die doch keiner.
Auch wenn Sie in jedem Forum das Gleiche schreiben wird es nicht wahrer. Es gibt eine Übergangzregierung Mali: Gestürzter Präsident macht Weg für Übergangsregierung frei - Politik - Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/politik/mali-gestuerzter-praesident-macht-weg-fuer-uebergangsregierung-frei/6488620.html) oder verhandelt Westerwelle mit als Zivilisten verkleideten Militärs. Das Auswärtige Amt wird doch wohl Bescheid wissen Auswärtiges Amt - Mali - Sorge um Mali (http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Aktuelle_Artikel/Mali/121002_Mali_Gewalt.html) oder auch Traoré gegen Diarra: Machtkampf in Mali - Ausland - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/traore-gegen-diarra-machtkampf-in-mali-11837520.html)
jested_echo! 25.01.2013
5. zu seine-et-marnais!
Nein, es ist eine von den Putschisten in Mali eingesetzte Regierung! Also nichts andres als eine Putsch-Regierung! Die demokratisch gewaehlte Regierung Malis haben die Putschisten im letzten Jahr gestuerzt!
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