Malta Bloggerin durch Autobombe getötet

Daphne Caruana Galizia war regierungskritische Bloggerin - nun ist sie tot. Die Malteserin starb, als eine unter ihrem Auto angebrachte Bombe explodierte. Sie hatte zuletzt vor allem im Zusammenhang mit den Panama Papers recherchiert.

Daphne Caruana Galizia
AFP

Daphne Caruana Galizia


Daphne Caruana Galizia wurde ermordet. Die auf Malta bekannte Bloggerin ist offenbar Opfer eines gezielten Anschlags geworden. "Das ist eine tückische Attacke auf einen Bürger und auf die Meinungsfreiheit", schrieb Regierungschef Joseph Muscat auf Twitter.

Maltesischen Medienberichten zufolge explodierte das Auto, kurz nachdem die 53-Jährige es gestartet hatte. Die Polizei sagte der "Times of Malta", bei der verbrannten Leiche auf dem Fahrersitz handele es sich um die Bloggerin. Dem staatlichen TV-Sender TVM zufolge hatte sich Caruana Galizia vor zwei Wochen an die Polizei gewandt, weil sie Morddrohungen erhalten habe.

Caruana Galizia hatte mit einem Artikel über die Grenzen Maltas hinaus für Aufsehen gesorgt, indem sie schrieb, dass eine in den sogenannten Panama Papers erwähnte Firma der Frau des Regierungschefs gehöre. Muscat hatte diese Darstellung als Lüge bezeichnet.

Die Regierung von Malta war schon vor dem Artikel von dem Skandal um Briefkastenfirmen in Panama erfasst worden: Die Dokumente enthüllten unter anderem, dass Energieminister Konrad Mizzi und Muscats Kabinettschef Keith Schembri in Panama ihre eigenen geheimen Firmen aufgezogen hatten.

Die Folge waren vorgezogene Parlamentswahlen im Juni. Trotz der Vorwürfe ging Muscats Arbeiterpartei als Siegerin hervor. Es war das erste Mal seit der Unabhängigkeit des Inselstaats von Großbritannien 1964, dass die Arbeiterpartei zwei Wahlen in Folge gewann.

dop/dpa



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