Manfred Weber EVP-Fraktionschef bereitet Kandidatur als EU-Kommissionschef vor

Das Rennen um die Nachfolge von Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsident ist eröffnet. Als Nachfolger will sich nach SPIEGEL-Informationen CSU-Vize Manfred Weber zur Wahl stellen.

Manfred Weber
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Von und , Brüssel


Die Kandidatur von Vize-CSU-Chef Manfred Weber für den Posten des Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei (EVP) bei der Europawahl und damit für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten nimmt konkrete Züge an. Nach Informationen des SPIEGEL kündigte Weber im Kreis von Parteifreunden an, dass er seine Kandidatur in Kürze vor der Fraktion in Brüssel erklären werde. Auch bei einem Treffen Webers mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Berlin brachte die Kanzlerin nach Informationen des SPIEGEL keine grundsätzlichen Einwände gegen eine Spitzenkandidatur Webers vor.

Der Fraktionschef der EVP im Europaparlament führt derzeit überdies zahlreiche Gespräche mit christdemokratischen und konservativen Parteiführern in der EU, um seine Chancen auszuloten.

Die CDU ist offenbar bereit, Weber trotz des schweren Streits in der Migrationsfrage vor der Sommerpause zu unterstützen. "Manfred Weber war in dieser Angelegenheit nun wirklich nicht die treibende Kraft", sagt der EU-Kommissar Günther Oettinger dem SPIEGEL. "Er steht ganz sicher für europäische Lösungen in der Migrationsfrage, genau wie die Kanzlerin."

Rückendeckung für Weber kommt auch aus der EVP-Fraktion in Brüssel. "Ich werbe bei meinen Parteifreunden dafür, Webers Kandidatur zu unterstützen", sagt der Chef der Unions-Europaabgeordneten Daniel Caspary. "Ein Abgeordneter der Union hat die Chance, Nummer eins in der EU zu werden. Das ist ein großes Ding."

Die EVP will ihren Kandidaten für die Europawahlen Anfang November in Helsinki küren, neben Weber haben der ehemalige finnische Premier Alexander Stubb und Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier Interesse signalisiert. Seit der vergangenen Europawahl sind die Chancen, dass der Wahlsieger danach auch Kommissionspräsident wird, deutlich gestiegen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde Weber in der Überschrift als CSU-Fraktionschef bezeichnet, er ist EVP-Fraktionschef und Vizevorsitzender der CSU.



insgesamt 14 Beiträge
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lalito 31.08.2018
1. sich zurückhaltender Strippenzieher
Bleibt für Ihn zu hoffen, dass er nach der Bayernwahl nicht der Vize einer zersplitternden bzw. zersplitterten und zukünftig vernachlässigbaren Regionalpartei ist. Nun ja, meinetwegen soll Europa am bayrischen Wesen genesen, darauf ein Prosit!
nahatschalah 31.08.2018
2. Wie wäre es,
wenn SPON die unterschiedlichen politischen Positionen (so es diese gibt) von Weber, Stubb und Barnier darstellen würde und was sie von Juncker unterscheidet. Das interessiert nicht und nicht aus welchem Land oder Partei jemand kommt.
stefan.p1 31.08.2018
3. Vielleicht keine schlechte Idee
einen CSU Mann als Kommisonspräsident vorzuschlagen. Angesichts der aktuellen Stimmungslage in der EU hat er wohl die größten Chancen als Deutscher den Posten zu erhalten und dann würde endlich wieder frischer Wind in die festgefahrene Asyl Debatte kommen.
schorri 31.08.2018
4. Weber? Oh je.
Haben wir hier in Detuschland eigentlich keinen besseren Politiker für so einen wichtigen Posten in Europa? Ist uns Europa nicht mehr wert, als einen Politiker wie Weber? Das ist ein blamables Zeichen für den Zustand der EU. Und für den Stellenwert der EU hier in Deutschland.
hippie.jonny 31.08.2018
5. Ein Tausendsassa...
schon unglaublich,was dieser Mann leistet: Er ist Mitglied im CSU-Präsidium und im CSU-Parteivorstand. stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Europäischen Volkspartei (EVP), im EP ist Weber stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für konstitutionelle Fragen, Weber ist stellvertretender Vorsitzender der Paneuropa-Union Bayern und Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament sowie des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.. Und noch Geschäftsführer zweier Firmen. Leider hat er keine politische Ausbildung, naja, aber sicher gesunden Bayrischen Menschenverstand. Der Typ sollte erst mal seine zahlreichen Tätigkeiten aufgeben, bevor er so ein nwichtiges Amt übernimmt, wie will er das den wupen, Ich will Profis, Vollzeitpolitiker, und keinen neben-Jobber in der EU... Ihr nicht auch?
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