Juncker-Nachfolge Manfred Weber will EU-Kommissionschef werden

Jetzt ist es offiziell: Manfred Weber will EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beerben. Das erklärte der CSU-Politiker in Brüssel.

Manfred Weber
ANDY RAIN/ EPA-EFE/ REX/ SHUTTERSTOCK

Manfred Weber


EVP-Fraktionschef Manfred Weber will bei der Europawahl im kommenden Jahr als Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) antreten. Das teilte Weber in Brüssel mit. Der Vize-CSU-Chef ist damit der erste Bewerber auf die Nachfolge von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, der bei der Wahl im Mai nicht für eine weitere Amtszeit antritt.

Die endgültige Entscheidung über die Kandidatur fällt die EVP auf einem Parteitag Anfang November. Als Konkurrenten für den 46-jährigen Weber werden der EU-Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier und der frühere finnische Ministerpräsident Alexander Stubb gehandelt.

"Europa ist am Wendepunkt", erklärte der 46-jährige Weber. Die Europawahl 2019 entscheide über die Zukunft der EU. Es gehe "um die Selbstbehauptung Europas und die Verteidigung unserer Werte, weil wir von außen und innen angegriffen werden. Es geht um das Überleben unseres europäischen Lebensstils."

Gute Chancen auf Wahlerfolg

Nach SPIEGEL-Informationen wurden bereits am Dienstag mehrere Mitarbeiter der Fraktion und Spitzenpolitiker darüber unterrichtet. Bei der CSU holte sich Weber dafür die Unterstützung des Präsidiums ein.

Seit den Europawahlen 2014 ist die Wahrscheinlichkeit, dass der siegreiche Spitzenkandidat auch Kommissionschef wird, deutlich gestiegen. Einen entsprechenden Zusammenhang sehen die europäischen Verträge vor. Zudem gilt es als wahrscheinlich, dass die EVP als stärkste Partei aus den Wahlen hervorgeht.

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hatte sich Weber Dienstag vor einer Woche das Okay von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für seine Bewerbung geholt.

Weber gehört zum gemäßigteren, europafreundlichen CSU-Flügel. Für einen Europapolitiker ist er in der Partei sehr beliebt. Im Flüchtlingsstreit mit der Kanzlerin versuchte er früh, seine Parteifreude zum Einlenken zu bewegen. CSU-Chef Horst Seehofer hat der Personalie längst grünes Licht gegeben.

mho/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 20 Beiträge
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spamschachtel 05.09.2018
1. Unklug
In der momentanen Lage ist es denkbar unklug einen Deutschen an die Spitze der Komission zu setzen. Die Politiker hier zu Lande sollten sich etwas bei der normalen Bevölkerung im EU Ausland umhören
josho 05.09.2018
2. Netter Kerl , aber.....
......ich kann mir nicht vorstellen, dass er diesen Posten bekommt. Er hat nicht das Format. Barnier hat bessere Chancen.
Semmelbroesel 05.09.2018
3.
Zitat von josho......ich kann mir nicht vorstellen, dass er diesen Posten bekommt. Er hat nicht das Format. Barnier hat bessere Chancen.
Netter Kerl? Ich weiß nicht.... Ich finde, es wird Zeit für einen sozialliberal ausgerichteten Politiker, nicht für einen so stockkonservativen CSUler.
lany 05.09.2018
4. Einen Bock zum Gaertner machen.
Die CSU ist eine europafeindliche Partei und stolz drauf. Das waere sicher nicht gut, einen aus den Reihen der "Bayern ueber Alles und Allen" einen solchen Posten zu geben.
Europa! 05.09.2018
5. Weber ist der richtige Mann
In diesem Umfeld ist Weber der richtige Kandidat. Er hat lange europäische Erfahrung und ist ein Mann der Mäßigung und des Ausgleichs. Der Hardliner Barnier, der gerade alle Brücken zu Großbritannien abreißt und einen heillosen Brexit herbeiredet, wäre ein großes Problem für Europa.
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