Teheran/Hamburg - Die Straße von Hormus ist ein Nadelöhr des weltweiten Ölhandels. Wer die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und Iran blockiert, unterbricht fast sämtliche Öltransporte aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und dem Irak.
Genau solch eine Blockade spielt Iran jetzt durch: Das Land hat am Samstag ein großangelegtes Manöver im Persischen Golf begonnen. Die Übung werde in den kommenden zehn Tagen in einem 2000 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen dem Golf von Oman und der Straße von Hormus abgehalten, sagte Marinekommandant Admiral Habibollah Sajari nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna.
Die erste Phase der Übungen habe wie geplant mit der Entsendung der Seestreitkräfte in den Osten der Straße von Hormus begonnen, meldete der iranische Fernsehsender El Alam unter Berufung auf die Marine. Die Einheiten wurden demnach im Golf von Oman und dem weiter südwestlich gelegenen Golf von Aden stationiert, wo die iranische Marine Einsätze gegen somalische Piraten führt.
"Wir machen die Welt unsicher"
Die iranischen Streitkräfte haben zuletzt häufiger Manöver abgehalten. Der Grund sind anhaltende Spekulationen über einen möglichen israelischen Militärschlag. Israel betrachtet Iran als die derzeit größte Bedrohung seiner Existenz. Der Westen verdächtigt die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung auch Nuklearwaffen zu entwickeln.
Das Manöver hatte Iran vor rund zwei Wochen angekündigt. "Wenn die Welt die Region unsicher macht, werden wir die Welt unsicher machen", sagte der Abgeordnete Parwis Sawari zur Begründung.
Der Schiffsverkehr soll durch die Übung nicht behindert werden. Ein Admiral erklärte am Donnerstag aber, dass die Marine den Seeweg schließen könne, wenn sie dazu den Befehl erhalte.
dab/dpa/AFP
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