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Manöver: Südkorea beginnt Schießübung der Superlative

Es soll eine Schießübung von nie dagewesener Größe werden: Mit einem neuen Militärmanöver will Südkorea seinem Bruderland im Norden die eigene militärische Stärke beweisen. Zum Einsatz kommen Kampfjets, Hubschrauber und Anti-Panzer-Raketen - in unmittelbarer Nähe zur Grenze Nordkoreas.

Schießübung in Südkorea: Seouls Mega-Manöver Fotos
AP

Seoul - Ein großes Seemanöver zusammen mit den USA, Militärübungen unweit der Grenze zu Nordkorea und nun eine gigantische Schießübung: Südkorea plant ein neues Abschreckungsmanöver. Die eintägige Übung von Boden- und Luftstreitkräften soll an diesem Donnerstag in Pocheon stattfinden, das nur etwa 20 Kilometer südlich der Grenze liegt. Es sei die bisher größte Übung dieser Art geplant, teilte ein Armeesprecher am Mittwoch in Seoul mit.

An der Übung mit scharfer Munition sollen sich 800 Soldaten, sechs Kampfjets sowie Hubschrauber und Panzer beteiligen. Geplant ist den Angaben zufolge unter anderem der Einsatz von Anti-Panzer-Raketen und Mehrfach-Raketenwerfern. In Pocheon seien schon oft ähnliche Manöver abgehalten worden.

Einen Monat nach dem Angriff Nordkoreas auf die grenznahe Insel Yeonpyeong im Gelben Meer will Südkorea damit erneut militärische Stärke demonstrieren. Bei dem Granatenbeschuss am 23. November waren vier Südkoreaner getötet worden. "Wir werden gründlich Vergeltung üben, wenn der Norden einen weiteren provokativen Akt wie den Artillerieangriff auf Yeonpyeong begeht", sagte der Kommandeur des Ersten Panzerbataillons der südkoreanischen Armee, Choo Eun Sik, der Nachrichtenagentur Yonhap.

Zwischenfälle an der innerkoreanischen Genze
November 1984
Bei einem Feuergefecht mit nordkoreanischen Wachsoldaten im Grenzdorf Panmunjom gibt es Tote auf beiden Seiten. Bei der Verfolgung eines Flüchtlings hatten die Nordkoreaner die Waffenstillstandslinie überschritten.
Mai 1992
Bei einem heftigen Schusswechsel zwischen nord- und südkoreanischen Militärpatrouillen an der innerkoreanischen Grenze werden drei Nordkoreaner getötet.
September 1996
An der Küste Südkoreas wird ein gestrandetes U-Boot aus dem Norden entdeckt. Von den 26 Besatzungsmitgliedern werden 24 von südkoreanischen Suchtrupps getötet oder tot aufgefunden.
Juni 2002
Bei einem Gefecht auf hoher See kommen fünf südkoreanische Soldaten ums Leben. Auf nordkoreanischer Seite werden vermutlich 30 Soldaten getötet oder verwundet.
Juli 2008
Eine südkoreanische Urlauberin wird in Nordkorea erschossen. Angeblich war sie in militärisches Sperrgebiet eingedrungen. Nach fast zehn Jahren stellt Südkorea daraufhin das Programm für Reisen zum nordkoreanischen Kumgang-Gebirge ein.
März 2010
Ein südkoreanisches Kriegsschiff mit 104 Mann an Bord sinkt nach einer Explosion im Gelben Meer, 46 Matrosen sterben. Die USA und Südkorea beschuldigen den kommunistischen Norden, die "Cheonan" versenkt zu haben, was dieser bestreitet.
November 2010
Nordkoreanische Truppen greifen die Insel Insel Yeonpyeong nahe der Westgrenze im Gelben Meer an. Mindestens zwei südkoreanische Soldaten sterben, es gibt zahlreiche verletzte Militärangehörige und Zivilisten. Nordkorea rechtfertigt die Angriffe mit einer Provokation des Südens.
Das martialische Gebaren der beiden Staaten hat bereits den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschäftigt, der sich jedoch nicht auf Sanktionen einigen konnte. Eine Notfallsitzung zum Korea-Konflikt war am Montag ohne Ergebnis vertagt worden. An dem Tag hatte Südkorea eine Militärübung auf Yeonpyeong abgehalten. Die eineinhalbstündige Artillerieübung war ohne Zwischenfall zu Ende gegangen.

Im Vorfeld hatte Nordkorea mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht, das kommunistische Land verzichtete aber schließlich auf Vergeltungsmaßnahmen. Nach den Übungen hatte die nordkoreanische Volksarmee zurückhaltend reagiert. Es lohne nicht, "auf jede verachtenswerte Provokation" mit einem Gegenschlag zu antworten, hatte es geheißen.

Am Mittwoch begann zudem eine viertägige Übung der südkoreanischen Marine vor der Ostküste des Landes, rund hundert Kilometer von der Grenze zum Norden entfernt. Beteiligt waren sechs Kriegsschiffe sowie Hubschrauber. Es gehe darum, Reaktionen auf ein mögliches Eindringen nordkoreanischer U-Boote oder Patrouilleboote in südkoreanische Gewässer zu üben, teilte die Armee mit.

Anfang Dezember hatte der US-Flugzeugträger USS Washington an einem großen Manöver teilgenommen.

ore/dpa/Reuters

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insgesamt 74 Beiträge
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1. .
PeteLustig, 22.12.2010
Die Nord-Koreaner brauchen das. Die hängen ernsthaft der Idee nach, ihre marode Truppe könnte einer modernen Armee tatsächlich Paroli bieten. Zumindest glauben das Nordkoreanische Politiker. Die eigenen Militärs beurteilen die Lage wohl etwas realistischer...
2. USA-China
don_tango 22.12.2010
Südkorea-Mordkorea oder genauer USA-China. Wenn man nur lange genug provoziert, bekommen die Amis ihren Krieg. Dazu passt auch das die Chinesen die Russen fördern und den Euro stützen wollen. Ich hoffe wenn es soweit ist, bleiben die Atomraketen in ihren Silos und Deutschland hält sich dezent zurück. Also militärisch sowieso, mit der Micky-Maus-Armee können wir nirgendwo mehr was ausrichten. Aber wir sollten auch nicht Partei für irgendeine Seite ergreifen und schon gar nicht für die untergehenden USA.
3. .
deb2006, 22.12.2010
Zitat von sysopEs soll eine Schießübung von nie dagewesener Größe werden: Mit einem neuen Militärmanöver will Südkorea seinem Bruderland im Norden die eigene militärische Stärke beweisen. Zum Einsatz kommen Kampfjets, Hubschrauber und Anti-Panzer-Raketen*- in unmittelbarer Nähe zur Grenze Nordkoreas. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,736075,00.html
Tja, so funktioniert Abschreckung. Wohlgemerkt: Es handewlt sich um ein Manöver. SK hat NK keinesfalls angegriffen - im Gegensatz zu NK, das von Tag zu Tag (Mit der Fertigstellung der Atomwaffen?) unberechenbarer wird.
4. titel
So_Lu 22.12.2010
Zitat von sysopEs soll eine Schießübung von nie dagewesener Größe werden: Mit einem neuen Militärmanöver will Südkorea seinem Bruderland im Norden die eigene militärische Stärke beweisen. Zum Einsatz kommen Kampfjets, Hubschrauber und Anti-Panzer-Raketen*- in unmittelbarer Nähe zur Grenze Nordkoreas. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,736075,00.html
Ich weiß nicht was ich jetzt davon halten soll. Jetzt haben sie ein Manöver abgehalten, was in meinen Augen auch als Reaktion auf Nordkoreas angriff legitim war. Nordkorea hat nicht reagiert und ein paar Tage später wird etwas größeres Durchgeführt. Irgendwie kommt mir das vor wie ein kleines Kind das seine Grenzen austesten will, wenn Nordkorea wieder nicht reagiert landet demnächst ausversehen eine Rakete auf Nordkoreanischem Boden...
5. kaum Unterschied
toskana2 22.12.2010
Zitat von sysopEs soll eine Schießübung von nie dagewesener Größe werden: Mit einem neuen Militärmanöver will Südkorea seinem Bruderland im Norden die eigene militärische Stärke beweisen. Zum Einsatz kommen Kampfjets, Hubschrauber und Anti-Panzer-Raketen*- in unmittelbarer Nähe zur Grenze Nordkoreas. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,736075,00.html
Nach Stand der Dinge sieht es ganz so aus, als würde Südkorea "das Fell jucken"! Ansonsten: was Verbiesterung und Hassentfaltung anbetrifft, scheinen sich die Brüder und Schwestern im Norden wie im Süden kaum voneinander zu unterscheiden!
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Fotostrecke
Südkorea: Manöver-Spektakel im Gelben Meer

Fläche: 99.646 km²

Bevölkerung: 48,184 Mio.

Hauptstadt: Seoul

Staatsoberhaupt:
Park Geun Hye

Regierungschef: Hwang Kyo Ahn

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Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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