Seemanöver vor Südkorea Pjöngjang droht mit "schrecklicher Katastrophe"

Ein geplantes Militärmanöver Südkoreas, Japans und der USA löst in Nordkorea heftige Reaktionen aus: Das Regime in Pjöngjang versetzte seine Armee in Alarmbereitschaft - und warnt Washington mit harschen Worten.

Parade in Pjöngjang (Archiv): Säbelrasseln zwischen dem Norden und Süden
AFP

Parade in Pjöngjang (Archiv): Säbelrasseln zwischen dem Norden und Süden


Pjöngjang - Die nordkoreanischen Truppen sind am Dienstag in Alarmbereitschaft versetzt worden. Grund sei ein geplantes Seemanöver der USA, Japans und Südkoreas, meldete die Nachrichtenagentur KCNA in Pjöngjang. In der Region befindet sich unter anderem der US-Flugzeugträger USS "George Washington", um an der Übung teilzunehmen.

Die nordkoreanische Führung warnte die USA: Je mehr US-Soldaten sich dem Norden näherten, desto wahrscheinlicher sei es, dass sie "unvorhersehbare Unglücke provozieren". Die Vereinigten Staaten würden für eine "schreckliche Katastrophe" verantwortlich gemacht werden, die dann ihren "imperialistischen Streitkräften der Aggression" widerfahren werde, hieß es bei KCNA.

Südkorea und die USA versuchten zu beschwichtigen: Sprecher betonten, es handele sich bei dem bevorstehenden Manöver um eine "jährliche Such- und Rettungsübung". Wegen eines Taifuns wurde allerdings nicht ausgeschlossen, dass der für Dienstag geplante Beginn verschoben werden muss.

Vergangene Woche hatten die USA und Südkorea ein neues Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Es wird als Antwort auf einen nordkoreanischen Atomtest im Februar verstanden. Der neue strategische Pakt erweitere Südkoreas nukleare Abschreckung, sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel. Nach seinen Angaben schließt er aber auch die Bedrohung Südkoreas durch nordkoreanische Chemiewaffen ein. Hagel bekräftigte die Rolle der USA als Schutzmacht.

Die Militärführung in Pjöngjang beschimpfte daraufhin die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye als "Idiotin" - und drohte dem Nachbarland mit einer Konfrontation.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich nach dem dritten Atomwaffentest des Nordens Mitte Februar verschärft. Pjöngjang drohte wiederholt mit einem Präventivangriff. Nach zwei Monaten beruhigte sich die Lage zwar wieder. Hoffnungen auf eine weitere Entspannung wurden jedoch enttäuscht, als der Norden im September ein geplantes Familientreffen von nord- und südkoreanischen Verwandten kurzfristig absagte.

Pjöngjang wirft den USA, Japan und Südkorea vor, mit Manövern in der Region eine Invasion des Landes vorzubereiten. Das Land steht international wegen seines Atomprogramms scharf in der Kritik. 2003 hatte Nordkorea den Atomwaffensperrvertrag aufgekündigt.

heb/AFP/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
phrasensport 08.10.2013
1. ...
Geht's wieder los ja!? Wurd auch langsam langweilig ohne die ganze leeren Drohungen diese Kriegs-Knirpses...
kbear 08.10.2013
2. verständnis
habe verständnis für die reaktion nordkoreas. die im süden lassen sich ja gerne von der nsa aushorchen oder was machen die amis eigentlich dort? asien ist strategisch eh bald an china verloren ...
zwiebel1896 08.10.2013
3. ...jaaaaa er lebt noch....
Puh... hab mir echt schon Sorgen gemacht um das kleine Moppelchen!! Aber wenn man sich auf zwei Dinge verlassen kann, dann darauf, dass der kleine HSV (der aus Hamburg) für Medienwirbel sorgt und darauf, dass Pjöngjang mal wieder die Welt beherrschen, zerstören, einschüchtern oder was auch immer will... Wie sagte doch Garth Algar zu Benjamin Kane: Wir hassen Veränderungen!!
merkur08 08.10.2013
4. Eins muss man Nordkorea lassen
Markige Sprueche koennen sie sehr gut. Alleine mit der heissen Luft die sie ablassen koennten sie ihr Land ein Jahr lang beheizen. Und warum sollte Suedkorea Nordkorea erobern? Um sich 24 Millionen Hungerleider an die Backe zu holen? Die haben bei der deutschen Wiedervereinigung genau hingeschaut..
tinosaurus 08.10.2013
5. Clown
Man nimmt ihn ja eigentlich nicht ernst, aber das könnte sich eines Tages radikal ändern.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.