Militärmachthaber Panamas Ex-Diktator Noriega tot

Panamas früherer Diktator Manuel Noriega ist tot. Der einstige Militärmachthaber starb im Alter von 83 Jahren.

Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega
AP

Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega


Panamas Präsident Juan Carlos Varela hat auf Twitter den Tod des berüchtigten Ex-Diktators Manuel Noriega bestätigt. Damit sei ein Kapitel der Geschichte Panamas beendet, schrieb er. Die Familie und seine drei Töchter hätten es verdient, dass Noriega in Frieden bestattet werde.

Der frühere Militärmachthaber starb in der Nacht zu Dienstag im Alter von 83 Jahren. Er hatte seit einer Hirntumor-Operation im März in einem Krankenhaus gelegen.

Noriega hatte das zentralamerikanische Land von 1983 bis zur US-Invasion "Just Cause" 1989 als Militärmachthaber mit harter Hand regiert. Der einstige Verbündete Washingtons und CIA-Informant war aber wegen seiner Verbindungen zum kolumbianischen Medellín-Kartell in Ungnade gefallen und dann von den USA gestürzt worden.

Während der US-Operation zum Sturz Noriegas kamen Schätzungen zufolge mehr als 3000 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Zivilisten. Die genaue Zahl und die Identität der Opfer ist allerdings unklar, weil viele Leichen in anonymen Massengräbern bestattet wurden.

Wegen Drogenhandels saß Noriega in den Vereinigten Staaten rund 20 Jahre in Haft - bis zum Jahr 2007. Später, im Jahr 2010, wurde Noriega an Frankreich ausgeliefert und dort erneut wegen Geldwäsche zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Im darauffolgenden Jahr wurde er an Panama überstellt, um dort wegen des sogenannten Massakers von Albrook eine weitere Haftstrafe von 20 Jahren abzuleisten.

Nach einem gescheiterten Putsch im Oktober 1989 waren auf dem Luftwaffenstützpunkt Albrook zehn Soldaten von Noriegas Anhängern gefoltert und getötet worden. Zudem soll Noriega für den Mord an dem Guerillero Hugo Spadafora und die Verschleppung des Gewerkschafters Heliodoro Portugal verantwortlich gewesen sein.

Bis Ende Januar saß Noriega, der schon länger unter gesundheitlichen Problemen litt, im Gefängnis. Um sich der Tumoroperation unterziehen zu können, wurde er in den Hausarrest entlassen. Im März wurde ihm in einem Krankenhaus in Panama-Stadt ein gutartiger Hirntumor entfernt. Nach dem Eingriff gab es jedoch Komplikationen, von denen sich Noriega nicht mehr erholte.

als/AFP/Reuters/dpa



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