US-Republikaner Rubio "nicht ganz stolz" auf persönliche Attacken gegen Trump

Die Haare, die Hautfarbe, die Hände: Marco Rubio hat kräftig gegen seinen Rivalen Donald Trump ausgeteilt. Nun sprach der Senator über diese Angriffe - sie seien selbst seinen Kindern peinlich gewesen.

Marco Rubio
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Je mehr US-Bundesstaaten der populistische Milliardär Donald Trump für sich gewinnen konnte, je mehr Umfragen ihn in weiteren vorn sahen - desto intensiver wurden die Attacken seiner parteiinternen Konkurrenten. Plötzlich wühlten sie in seiner Vergangenheit, brachten seine Firmenpleiten ins Spiel, seine Geschäftspraktiken. Dann ging es aber auch um Trumps Frisur, um die ungesund wirkende Bräune seiner Haut und um die Größe seiner Hände.

Marco Rubio hatte mit diesen persönlichen Angriffen rund eine Woche vor dem Super Tuesday begonnen. Und wenn man sich nun die Ergebnisse der jüngsten Vorwahlen ansieht, muss man feststellen: Genützt hat es dem Senator aus Florida nicht. In Mississippi und Michigan konnte Trump siegen, Rubio landete jeweils mit einstelligen Prozentwerten noch hinter Ted Cruz.

Bei einer Veranstaltung des Nachrichtensenders MSNBC sagte Rubio nun, dass er "nicht vollkommen stolz" sei auf seine sehr persönlichen Attacken gegen Trump. Selbst seinen Kinder seien die Aktionen peinlich gewesen. Wenn er in der Zeit zurückgehen könnte, würde er es anders machen, sagte Rubio. Er sei sich bewusst, dass seine Attacken "nicht das sind, was wir von unserem nächsten Präsidenten erwarten".

Von den inhaltlichen Kritikpunkten weiche er allerdings nicht ab, sagte Rubio. Es sei angemessen zu betonen, dass Trump sich als jemand ausgebe, der er nicht sei. Es gehe schließlich um "das Schicksal der größten Nation der Welt". Und: "Es wurde Zeit, dass sich jemand gegen ihn auflehnt." Sollte Trump ihm anbieten, im Fall eines Wahlsieges sein Vizepräsident zu werden, werde er ablehnen, sagte Rubio.

Für Rubio sieht es im US-Vorwahlkampf derzeit nicht besonders gut aus. Galt er einst als letzte Hoffnung des republikanischen Establishments, um Trump als Kandidat zu verhindern, muss er nun bei den kommenden Vorwahlen dringender denn je Erfolge vorweisen, um seinen Anspruch auf eine Kandidatur weiter aufrechtzuerhalten. Am kommenden Dienstag wird in Rubios Heimatstaat Florida gewählt, außerdem in Ohio und Illinois.

Ergebnisse der US-Vorwahlen

aar/AP

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