Gespräch mit US-Außenminister Lawrow fordert Freilassung mutmaßlicher russischer Spionin

Die Waffennärrin und Politologin Maria Butina soll in den USA für Russland spioniert haben. Im Gespräch mit seinem US-Kollegen hat Außenminister Lawrow jetzt ihre Freilassung gefordert - "so schnell wie möglich".

Mutmaßliche Spionin Maria Butina
Social Media via REUTERS

Mutmaßliche Spionin Maria Butina


Die Freilassung müsse "so schnell wie möglich" geschehen, sagte Lawrow laut Angaben seines Ministeriums in Moskau in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo. Die Festnahme der 29-Jährigen wegen versuchter Infiltration politischer Organisationen der Vereinigen Staaten sei "inakzeptabel", die Anschuldigungen gegen die Frau erfunden.

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Washington beschuldigt Butina, an einer Verschwörung der russischen Regierung zur Beeinflussung der US-Politik beteiligt gewesen zu sein. Sie lebte die vergangenen drei Jahre in Washington. Laut US-Justizministerin war sie am Sonntag in der US-Hauptstadt festgenommen und am Montag einer Richterin vorgeführt worden.

Die US-Justizbehörden werfen der 29-Jährigen Maria Butina vor, von 2015 bis mindestens Februar 2017 unter Anweisung eines Moskauer Regierungsvertreters in den USA tätig gewesen zu sein. Die Russin sei mit einem Studentenvisum eingereist und habe versucht, Organisationen zu infiltrieren, die Einfluss auf die amerikanische Politik hätten.

Die US-Bundespolizei FBI hält das Studium laut eigenen Angaben für eine Tarnung der Agententätigkeit. Butina soll Verbindungen zur einflussreichen Waffenlobby NRA geknüpft und an Treffen von Lobbyisten-Vereinigungen teilgenommen haben.

Auf ihrem Twitter-Account bittet Butina anlässlich des Internationalen Frauentages 2017 um "richtige Geschenke" für Frauen. Dazu postet sie ein Foto von einer lachenden Frau vor mehreren Kisten Munition. Auf Facebook wirbt sie mit einer obskuren Steinzeit-Collage für laxerer Waffengesetze auch in Russland. "Gegen einen Tiger hilft auch eine Axt nicht", heißt es da, oder: "Wer einen Bären nicht mit bloßer Hand töten kann, ist kein Mann."

Das Gespräch der beiden Außenminister Lawrow und Pompeo fand laut Moskauer Angaben auf Initiative der USA statt. Neben dem Fall Butina seien auch die bilateralen Beziehungen der beiden Länder, der Bürgerkrieg in Syrien und die Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel besprochen worden.

ala/AFP/dpa



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