Verdacht auf fiktive Arbeitsverträge Polizei durchsucht Front-National-Zentrale

Hat Marine Le Pen Mitarbeiter auf Kosten der EU beschäftigt? Die Polizei ist nun zu einer Razzia in Räumen ihrer Partei angerückt. In Umfragen liegt die Rechtspopulistin für den ersten Wahlgang vorn.

Marine Le Pen
REUTERS

Marine Le Pen


In der Affäre um die Bezahlung von Assistenten im EU-Parlament haben französische Ermittler die Parteizentrale des Front National durchsucht. Das teilte die Partei der rechtspopulistischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen mit.

Le Pen und andere EU-Abgeordnete des Front National sollen parlamentarische Mitarbeiter für andere Aufgaben eingesetzt haben als von den Statuten des Straßburger Parlaments vorgesehen. Bereits vor einem Jahr wurde deswegen die FN-Parteizentrale in Nanterre bei Paris durchsucht. Im vergangenen Dezember übernahmen französische Untersuchungsrichter die Ermittlungen zu dem Fall.

Le Pen wird vorgeworfen, aus EU-Geldern ihren Leibwächter und eine Assistentin bezahlt zu haben, die in Wirklichkeit für den FN in Frankreich arbeitete. Das EU-Parlament fordert deswegen knapp 300.000 Euro von der FN-Chefin zurück. Weil Le Pen sich weigert, das Geld zurückzuzahlen, halbiert das Europaparlament ab März die Abgeordnetendiäten und Pauschalen der Politikerin.

Der FN kritisierte die erneute Durchsuchung als "medienwirksame Operation", deren einziges Ziel es sei, Le Pen im Wahlkampf zu schaden.

Le Pen ist nicht die einzige französische Präsidentschaftsanwärterin, der vorgeworfen wird, fiktive Arbeitsverträge mit Mitarbeitern abgeschlossen zu haben. Auch der konservative Kandidat François Fillon steht in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, dass er seine Ehefrau zum Schein angestellt habe.

Trotz der Vorwürfe liegt die FN-Chefin in einer Umfrage des Instituts Opinionway für die erste Runde der französischen Präsidentenwahl im April mit 27 Prozent vorn. Fillon und der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron kommen auf je 20 Prozent. Le Pen führt seit Längerem die Umfragen für den ersten Wahlgang an. Für den zweiten Wahlgang sehen die Umfragen aber sowohl Fillon als auch Macron vor Le Pen.

asa/dpa/Reuters



insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
keine-#-ahnung 20.02.2017
1. Das ist eigentlich ...
... Wahlwerbung vom Feinsten. Der FN hat jede Gelegenheit, sich als Opfer und Märtyrer zu stilisieren und vor allem die drei wichtigsten Dinge im Wahlkampf: Presse, Presse und ... Presse. Wann lernen die "Linken" eigentlich mal was dazu :-) ???
michael_weste 20.02.2017
2.
Zitat von keine-#-ahnung... Wahlwerbung vom Feinsten. Der FN hat jede Gelegenheit, sich als Opfer und Märtyrer zu stilisieren und vor allem die drei wichtigsten Dinge im Wahlkampf: Presse, Presse und ... Presse. Wann lernen die "Linken" eigentlich mal was dazu :-) ???
"Die Polizei ist nun zu einer Razzia in Räumen ihrer Partei angerückt" Die "LInken", haha, nimmt Trump´sche Züge an bei den AfD Mitläufern. Das wird der Gauland bei seinen unzähligen Knöllchen auch gesagt haben, die fiese "linke" Polizei. Absurdistan lässt grüßen....
sven2016 20.02.2017
3.
@keine-#-Ahnung: Die "Linken" haben das Büro der FN durchsucht? Das liest sich anders... und Frankreich ist zur Zeit nicht gerade links regiert, davon mal abgesehen. Ich denke, Richter sind auch in F eher den Gesetzen verpflichtet. Irgendwie wimmelt es in den Foren vor AfD-Rhetorik...
w.weiter 20.02.2017
4. Schöne Artikelreihenfolge-SPON 20.02.2017
Madame Front National weigert sich viele, viele Hunderttausend für ihre Partei zu Unrecht bezogene Euronen zurück zu zahlen. Tja, in der ehemaligen französischen Kolonie Haiti krepieren die Leute. War ´mal reich, ist ausgelutscht. Ja, ja, Tontons Macoutes gab es. Nur, wer hat sie hervorgebracht? Madame Le Pen stellen Sie sich der jüngeren Geschichte Frankreichs, der vergangenen 70 Jahre. Je m´excuse.
Crom 20.02.2017
5.
Zitat von keine-#-ahnung... Wahlwerbung vom Feinsten. Der FN hat jede Gelegenheit, sich als Opfer und Märtyrer zu stilisieren und vor allem die drei wichtigsten Dinge im Wahlkampf: Presse, Presse und ... Presse. Wann lernen die "Linken" eigentlich mal was dazu :-) ???
Soll jetzt nur ermittelt werden, wenn's auch wahlkampftechnisch passt oder wie?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.