Marine Le Pen Front National soll künftig Rassemblement National heißen

Marine Le Pen will den französischen Front National umbenennen. Die Rechtspopulisten sollen demnächst Rassemblement National heißen - wenn die Basis den Vorschlag der Parteichefin bestätigt.

Marine Le Pen
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Rassemblement National statt Front National (FN): Die Vorsitzende der französischen Partei, Marine Le Pen, hat einen neuen Namen für die Rechtspopulisten vorgeschlagen. Das gab die 49-Jährige bei einem Parteitag im nordfranzösischen Lille bekannt.

"Wir erleben einen historischen Moment", sagte Le Pen. Der neue Name solle ein "Aufruf sein, sich uns anzuschließen". Mit der Umbenennung will sie einen Neustart der Partei markieren und künftige Koalitionen mit anderen Parteien möglich machen. Sie versucht seit Jahren, der EU- und zuwanderungskritischen Partei ein besseres Image zu verleihen.

Front klinge zu militärisch, hatte Le Pen vor Kurzem gesagt. Rassemblement National lässt sich in etwa mit "Nationaler Zusammenschluss" oder "Nationale Sammlung" übersetzen. Er hat aber auch einen militärischen Anklang und bedeutet in diesem Kontext so viel wie "Aufmarsch".

Die FN-Mitglieder sollen nun per Briefwahl darüber abstimmen, ob die Partei tatsächlich Rassemblement National heißen soll. Le Pen rechnet Medienberichten zufolge damit, dass das Ergebnis frühestens in sechs Wochen feststehen wird. In einer Vorabbefragung der Mitglieder sprach sich eine knappe Mehrheit für die Umbenennung aus.

Als Parteichefin wiedergewählt

Marine Le Pen war auf dem Parteitag in Lille als Vorsitzende wiedergewählt worden - mit 100 Prozent der Stimmen, wie die Parteispitze mitteilte. Sie war die einzige Kandidatin bei der schriftlichen Mitgliederbefragung. An dem Kongress konnten alle Parteimitglieder teilnehmen, die sich zuvor angemeldet und zehn Euro bezahlt hatten.

Die 49-Jährige steht dem Front National seit 2011 vor. Sie übernahm den Vorsitz damals von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen, der den FN 1972 als rechtsextreme Partei gegründet hatte. Sie verordnete dem FN einen Kurs der "Entdämonisierung". Deshalb ließ sie ihren Vater 2015 aus der Partei ausschließen.

Jean-Marie Le Pen war wiederholt wegen Anstachelung zu Hass verurteilt worden - unter anderem wegen der Aussage, die Gaskammern der Nazis seien "ein Detail der Geschichte" des Zweiten Weltkriegs. Auf dem Parteitag in Lille wurde dem heute 89-Jährigen nun auch der Ehrenvorsitz entzogen.

wit/dpa/AFP

insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
ROBIN7 11.03.2018
1. Auch nichts anderes drin
wie vorher, trotz Umbennenung: der gleiche rassistische rechte Müll von vorgestern !
Molly54 11.03.2018
2. Kalter Kaffee
Bereits 1986 für die Legislative hatte J.-M.Le Pen die „Rassemblement National“ ausgerufen und auf die Wahlplakate drucken lassen. Erklärtes Ziel gestern wie heute: die Rechte Front für alle schmackhaft zu machen. Der Zug für seine Tochter dürfte nach den letzten Umfragen abgefahren sein. Die FN wird sich totlaufen.
Darl 11.03.2018
3. Recht normal in Frankreich.
Ich hab einen Freund aus Dijon der mir mal erklärt hat das Parteiumbennenungen in Frankreich gang und gebe sind. Anscheinend hoffen die Partein dadurch das die Wähler vergessen was man so alles auf dem Kerbholz hat.
DerDifferenzierteBlick 11.03.2018
4. Die ersten 5 Buchstaben...
Also für mich klingt der Name deutlich rechtsextremer als der bisherige. Aber vielleicht sehen die Franzosen das ja anders...
Stäffelesrutscher 11.03.2018
5.
Zitat von DerDifferenzierteBlickAlso für mich klingt der Name deutlich rechtsextremer als der bisherige. Aber vielleicht sehen die Franzosen das ja anders...
Jacques Chirac hatte seinen Verein schon 1976 »Rassemblement« getauft, nämlich »pour la République«.
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