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Marines-Ausbildung für Afghanistan Im Camp der Kampfmaschinen

Marines-Ausbildung für Afghanistan: Das Fließband des Krieges
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2. Teil: Gehirnwäsche ab der ersten Minute

Bereit zum Krieg? Hat er keine Angst, in Afghanistan zu sterben? "Nein, Sir", lächelt er. "Ich bin bereit, meinem Land zu dienen."

Diese Floskel hört man überall, von Rekruten, von Offizieren, von Colonel Eric Mellinger, dem kompakt-gedrungenen Kommandeur von Parris Island, der selbst erst im Juli aus Afghanistan zurückgekehrt ist. "Wir nehmen Zivilisten und verwandeln sie in gefechtsfähige Marines", sagt er. "Eine wundersame Transformation."

Man kann es auch Gehirnwäsche nennen. Die beginnt schon in den ersten Minuten, da die Neuzugänge hier ankommen. "Ihr esst, schlaft, atmet als ein Team!", brüllt ein Offizier sie an. "Die Worte 'ich' und 'mein' gibt es nicht mehr!"

"Physisch und psychisch fit, Führungsqualität, keine Vorstrafen", so beschreibt Staff Sergeant Earl Blue die rudimentären Qualifikationen eines Marines. Blue, ein leibhaftiger "Ledernacken", ist Musterungsoffizier - er tingelt durch die High Schools in der Provinz, um die Schüler in den Krieg zu locken. Sind sie unter 18, müssen die Eltern ihre Erlaubnis geben, aber Blue fragt sie auch so: "Selbst Marines brauchen positives Familien-Feedback."

Das brauchen sie vor allem, wenn sie von der Front heimkehren. Über die Gräuel des Krieges sprechen sie in Parris Island nur ungern, zumindest mit Außenstehenden. "Dies ist eine Freiwilligenarmee, damit will ich es mal belassen", wiegelt Lieutenant Colonel Chapin die Frage ab, ob Rekruten auf die psychischen Folgen ihrer Einsätze vorbereitet werden.

Kenntnisse in "Selbstmord-Früherkennung"

Offiziere müssen allerdings, per Korps-Order, neben Erster Hilfe unter anderem auch über Kenntnisse in "Stress-Management" und "Selbstmord-Früherkennung" verfügen. "Wir sind uns darüber bewusst, dass der Auftrag traumatische Folgen haben kann", sagt Kommandeur Mellinger. "Unsere Rekruten wissen, sie müssen sich dafür nicht schämen."

"Yes Sir, wir reden hier über Tod und sowas", sagt Rekrut Fisher. Gemischte Gefühle kenne er aber nicht, ergänzt sein Kamerad John Smith. Töten, getötet werden? "Das ist mein Job", sagt der 18-Jährige aus Atlantic City, der sich an 9/11 entschloss, "für mein Land zu kämpfen". Da war er in der sechsten Klasse.

Die Abschlusszeremonie für die 528 Rekruten, die ihre zwölf Wochen hinter sich gebracht haben, findet auf dem windigen Paradeplatz statt. Es gibt Reden, ein Gebet des Kaplans ("Gott, wir danken dir für die Kraft und Disziplin, ein Marine zu werden"), das Camp-Maskottchen wird vorgeführt, eine Bulldogge namens Hummer in eigener Corporal-Uniform.

Anschließend fallen die neuen Marines ihren angereisten Familienangehörigen in die Arme. Einige verkneifen sich nur mühsam die Tränen. Zehn Tage haben sie nun frei, dann müssen sie sich bei ihren Stammkompanien melden. Von dort geht es später an die Front.

"Ich freue mich", sagt David White und streicht sich die Paradeuniform glatt. "Jetzt sehe ich die Welt." Sein Vater, der sich die Augen wischt, sieht es etwas anders. "Ich habe schon Angst, er ist doch mein Ältester", gibt er leise zu. "Er dient seinem Land. Irgendwer muss es ja tun."

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insgesamt 5467 Beiträge
SaT 08.11.2009
Wieso siegen? Da keine Kriegsziele existieren kann man im Grunde weder gewinnen oder verlieren sondern nur abziehen oder ewig weiterkämpfen. Vorschlag: wir erklären uns zum moralischen Sieger und ziehen mehr oder weniger [...]
Wieso siegen? Da keine Kriegsziele existieren kann man im Grunde weder gewinnen oder verlieren sondern nur abziehen oder ewig weiterkämpfen. Vorschlag: wir erklären uns zum moralischen Sieger und ziehen mehr oder weniger geordnet ab. Dem korrupten Karzeiclan, Warlords und die Drogenbarone unserer Wahl geben wir halt soviel Waffen, dass die das Thema Taliban alleine in den Griff bekommen. Wir überlassen Afghanistan den Afghanen und kümmern uns endlich um unsere eigenen Probleme – davon gibt es genug.
Ökopit 08.11.2009
... schließt sich naturgegeben aus! Die beste Strategie in Afghanistan wäre ein kompletter (und sofortiger) Rückzug des Westens - nicht nur der Truppen, auch aller zivilen "Möchtegern-Helfer" und natürlich der [...]
Zitat von sysopZweifelhafte Präsidentschaftswahlen, ständig neue Angriffe der Taliban, umstrittene Bombardements - mit welcher Strategie können die westlichen Alliierten in Afghanistan siegen?
... schließt sich naturgegeben aus! Die beste Strategie in Afghanistan wäre ein kompletter (und sofortiger) Rückzug des Westens - nicht nur der Truppen, auch aller zivilen "Möchtegern-Helfer" und natürlich der Krämerseelen! Nur, das geht leider "geostrategisch" nicht, denn wer "die Passhöhen des Hindukusch" beherrscht, kann, wenn er will, ganz Asien beherrschen! Die Engländer haben das im 19. Jahrhundert nicht geschafft, die Sowjetunion ab 1980 auch nicht! Die Ami's und ihre Vasallen (leider gehört Deutschland dazu) versuchen das seit 2001! Ich gönn ihnen den Erfolg nicht!
ewspapst 08.11.2009
Hier das Ausgangsthema. Ist der Krieg in Afghanistan noch zu gewinnen? Natürlich ist der Krieg zu gewinnen. Haben Sie sich als Forist hier nicht die vielen Militärexperten, Generalsdoppel, Humanisten und göttergleiche [...]
Zitat von sysopZweifelhafte Präsidentschaftswahlen, ständig neue Angriffe der Taliban, umstrittene Bombardements - mit welcher Strategie können die westlichen Alliierten in Afghanistan siegen?
Hier das Ausgangsthema. Ist der Krieg in Afghanistan noch zu gewinnen? Natürlich ist der Krieg zu gewinnen. Haben Sie sich als Forist hier nicht die vielen Militärexperten, Generalsdoppel, Humanisten und göttergleiche Juristen, ja selbst Philosophen, die alle ein ungemein umfassendes und unbedingt richtiges Wissen mitbringen, angeschaut. Ihr Spezialwissen übertrumpft alle, denn das haben sie uns oft genug gesagt. Und warum sollen wir ihnen nicht glauben? Ihre Erkenntnisse erfüllen uns täglich mit staunen, ob der vielen Darbietungen. Sie alle wissen viel besser als die afghanische Bevölkerung, unter welchen Bedingungen dort gelebt werden soll und muss und bringen uns Unwissende alles haarklein nahe. Es ist doch ganz klar, dass die westliche Intelligenz viel klarer definieren kann, was gut und böse ist und was einem Paschtunen natürlich nicht möglich ist. Wie Wahlen zu werten sind, können doch nur die politisch vorgebildeten Nato - Angehörigen. Die westliche Welt hat über lange Zeit nur nach Recht und Gesetz gehandelt, nur um der Menschlichkeit willen und ist deshalb in der Lage, dieses Wissen und Handeln an die dritte Welt weiterzugeben, die dann ebenso handeln soll, ganz besonders die Afghanen. Haben Sie diesen Worten geglaubt? Natürlich, denn sie werden uns doch täglich ohne Unterbrechung frei Haus geliefert. Dann werden „Sie “ diesen Krieg auch gewinnen, „wir “ Ungläubigen dagegen nicht. Übrigens, warum haben die Russen, die Inder, die Pakistani, die Engländer, wieder die Russen und dann auch die Amerikaner die Kämpfe nicht gewonnen? Die genannten EXPERTEN werden es Ihnen mit vielen Worten und rechtsphilosophischen Erläuterungen sagen.
mark anton 08.11.2009
oder wie wuerde man es bezeichnen koennen? Auch wenn der Ausgang in Afghanistan wegen der vielseitig unguenstigen und unueberbrueckbaren Problemen negativ ist, haette man als Verbuendeter seine Verpflichtungen nachkommen [...]
oder wie wuerde man es bezeichnen koennen? Auch wenn der Ausgang in Afghanistan wegen der vielseitig unguenstigen und unueberbrueckbaren Problemen negativ ist, haette man als Verbuendeter seine Verpflichtungen nachkommen muessen. Was, wenn D einmal Verbuendete braucht - die Nato koennte dann auch sagen, wir erinnern uns an Kunduz und verhalten uns ebenso.
Stahlengel77 08.11.2009
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,660064,00.html Na prima. Das US-Militär operiert in dem von der Bundeswehr kontrollierten Bereich zusammen mit afghanischer Miliz. Wir können an fünf Fingern abzählen, was das für [...]
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,660064,00.html Na prima. Das US-Militär operiert in dem von der Bundeswehr kontrollierten Bereich zusammen mit afghanischer Miliz. Wir können an fünf Fingern abzählen, was das für unsere Soldaten bedeutet: Weitere Destabilisierung, die Taliban werden mehr Zulauf bekommen und wie das bei den Paschtunen so ist, wird die Blutrache ausgerufen und dann wird nicht mehr unterschieden, welches Nationalitätenzeichen auf einer Uniform prangt. Es steht außer Zweifel, das wir mit vermehrten Anschlägen und Angriffen auf unsere Soldaten rechnen müssen nach der Offensive. Und wenn die von der Bundeswehr besetzte Region durch die US-Militärs so richtig aufgemischt wurde, wird eine Aufstockung des Mandats notwendig sein. Ob es dafür eine Mehrheit im Bundestag gibt, wenn auch endlich offiziell von einem Krieg gesprochen wird, ist fraglich. Am Ende werden unsere Soldaten in Afghanistan alleine gelassen, wenn sie das nicht schon sind. Wenn ich von Soldaten, die aus dem Einsatz kommen, hören muss, das sie sich ihre Ausrüstung immer noch selbst kaufen müssen, das sie unter schwierigsten Bedingungen mit unzureichendem Material ihren Aufgaben nachkommen müssen, das die Bevölkerung ihnen weitgehend feindlich gesonnen ist und sie quasi mitanschauen müssen, wie Warlords unbehelligt ihren Opiumanbau vorantreiben und damit enorme Gewinne erzielen (und dagegen nicht vorgegangen wird), da fragt man sich wirklich: Was haben wir dort überhaupt verloren? Die geplante Pipeline der Amerikaner schützen? Abortmücke am Hintern Chinas spielen? (Es ist längst bekannt, das die Taliban einen guten Teil ihrer Waffen aus China gesponsert bekommen) Noch heute bin ich der Meinung, das Struck, Fischer und Schröder juristisch zur Rechenschaft gezogen gehören, da sie deutsche Soldaten in einen Angriffskrieg der USA geschickt haben. In tausenden von Jahren hat niemand es geschafft, diese Region dauerhaft zu besetzen. Nur Wahnsinnige glauben, man könnte dort einen Krieg gewinnen.
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