Martin Erdmann Deutscher Botschafter in der Türkei einbestellt

Es ist bereits das 18. Mal in nur zwei Jahren: Der deutsche Botschafter in der Türkei wurde erneut einbestellt, offenbar wegen mehrerer Kurden-Demonstrationen. Der Schritt ist unter Nato-Partnern ungewöhnlich.

Martin Erdmann
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Das türkische Außenministerium hat erneut den deutschen Botschafter Martin Erdmann einbestellt. Der Grund waren nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mehrere Kurden-Demonstrationen in Deutschland am vergangenen Wochenende. Das Gespräch fand bereits am Montag statt. Es war die 18. Einbestellung Erdmanns in seiner gut zweijährigen Amtszeit.

Die Einbestellung eines Botschafters gilt als eines der schärfsten Instrumente des diplomatischen Protests. Unter Nato-Partnern wird es normalerweise so gut wie nie genutzt.

Zuletzt musste der Botschafter vor einem Monat zweimal innerhalb von 48 Stunden ins Außenministerium in Ankara. Auch damals ging es in einem Fall um eine Kurden-Demonstration in Deutschland. Bei einem kurdischen Kulturfest in Köln waren Bilder des PKK-Führers Abdullah Öcalan gezeigt worden. Die kurdische Arbeiterpartei PKK, die für zahlreiche Terroranschläge in der Türkei verantwortlich ist, ist auch in Deutschland verboten. Ein solches Verbot schließt das öffentliche Zeigen bestimmter Kennzeichen ein.

Bundeskanzlerin Merkel will beim EU-Gipfel am Donnerstag über das Verhältnis zur Türkei beraten. Zwar wird es offenbar keinen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit Ankara geben, wie Merkel noch im Wahlkampf forderte. Aber es soll um eine Reduzierung von Finanzhilfen für die Türkei verhandelt werden.

koe/dpa

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