Massaker in Südafrika: Mordanklage gegen Minenarbeiter wird ausgesetzt

Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in der südafrikanischen Platinmine in Marikana will die Justiz die heftig umstrittenen Mordanklagen gegen die 270 Überlebenden zunächst wieder aufheben. Die angeklagten Bergarbeiter sollen aus der Haft entlassen werden.

Beerdingung in Marikana: Anklage gegen 270 Minenarbeiter ausgesetztZur Großansicht
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Beerdingung in Marikana: Anklage gegen 270 Minenarbeiter ausgesetzt

Johannesburg/Pretoria - Spätes Einlenken der südafrikanischen Justiz: Die Staatsanwaltschaft will die umstrittenen Mordanklagen gegen 270 Arbeiter der südafrikanischen Platinmine in Marikana zunächst wieder aufheben. Die Anklagen gegen die inhaftierten Kumpel würden beim nächsten Gerichtstermin "vorläufig zurückgezogen", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Den Minenarbeitern war der Tod von 34 Kollegen während eines wilden Streiks zur Last gelegt worden. Die Bergleute waren bei Ausschreitungen am 16. August von der Polizei getötet worden. Anwälte hatten am Samstag von Präsident Jacob Zuma die Freilassung der Arbeiter verlangt. Sein Büro teilte daraufhin mit, Zuma werde sich nicht in die Arbeit der Justiz einmischen.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, werde die erste Gruppe der Festgenommenen am Montag vorläufig unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Die Entscheidung über mögliche Anklagen werde erst nach Abschluss aller Ermittlungen fallen.

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, die 270 überlebenden Minenarbeiter, die nach dem Polizeieinsatz festgenommen worden waren, des Mordes anzuklagen, war auf scharfe Kritik gestoßen. Die Justiz berief sich bei der Anklage auf ein Gesetz aus der Zeit der Apartheid, wonach bei einer Schießerei unter Beteiligung der Polizei alle Menschen angeklagt werden, die vor Ort festgenommen wurden.

26 Arbeiter beigesetzt

Am Wochenende wurden 26 der 34 Arbeiter beigesetzt, die bei dem Einsatz Mitte August getötet worden waren. Die meisten der Toten stammten aus der Provinz Ostkap. Darunter war auch der 48-jährige Arbeiter Phumzile Sokhanyile, der gemeinsam mit seiner Mutter beerdigt wurde. Wie die Tante des Arbeiters berichtete, war seine 79-jährige Mutter zusammengebrochen, als sie die Fernsehbilder des Polizeieinsatzes sah, und kurz darauf gestorben.

Die Polizei hatte während eines illegalen Streiks in der Platinmine nahe der Stadt Rustenberg das Feuer auf eine Menge bewaffneter Arbeiter eröffnet. Nach eigener Darstellung handelte sie in "legitimer Notwehr", da sie angegriffen worden sei, doch wird diese Darstellung inzwischen angezweifelt. Die Situation in dem Bergwerk war stark angespannt, nachdem im Kampf zwischen rivalisierenden Gewerkschaften zehn Menschen getötet worden waren, darunter zwei Polizisten.

nck/AFP/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
snickerman 02.09.2012
Wegen eines alten Apartheidgesetzes wurden die Überlebenden des Massakers als Beteiligte am Mord festgenommen? Wie krank ist das denn? Und haben die Politiker die letzten 20 Jahre nur gepennt, dass diese Vorschriften noch nicht [...]
Wegen eines alten Apartheidgesetzes wurden die Überlebenden des Massakers als Beteiligte am Mord festgenommen? Wie krank ist das denn? Und haben die Politiker die letzten 20 Jahre nur gepennt, dass diese Vorschriften noch nicht aufgehoben wurden??
Onkel_Karl 02.09.2012
Über 30 Männer einfach abgeknallt,weil sie von LONMIN mehr Geld wollte,LONMIN hat ihren Sitz in London. In manch einem Land hat NATO wegen 10 Menschen ganzes land zerbombt und jetzt kann man Videos betrachten auf denen man [...]
Zitat von sysopNach dem tödlichen Polizeieinsatz in der südafrikanischen Platinmine in Marikana will die Justiz die heftig umstrittenen Mordanklagen gegen die 270 Überlebenden zunächst wieder aufheben. Die angeklagten Bergarbeiter sollen aus der Haft entlassen werden. Massaker in Südafrika: Mordanklage gegen Minenarbeiter wird ausgesetzt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,853477,00.html)
Über 30 Männer einfach abgeknallt,weil sie von LONMIN mehr Geld wollte,LONMIN hat ihren Sitz in London. In manch einem Land hat NATO wegen 10 Menschen ganzes land zerbombt und jetzt kann man Videos betrachten auf denen man Schwarze in Käfigen sehen kann die gezwungen werden alte libysche Flagge zu essen. Das ist eine neue Freiheit,das ist Demokratie nach der sich Menschen gesehnt haben... Und keiner verurteilt das,keiner verurteilt LONMIN...wir haben ja andere Themen ..Russen Bashing oder Syrien dessen Mneschen sich dagegen wehren so zu enden wie Libyen..
Hans58 02.09.2012
Befassen Sie sich bitte mit dem gesamten Thema, auch den Tagen, die vor dem Massaker lagen. Dann wissen Sie, weshalb es zur Mordanklage kam. Übrigens, in Deutschland ist der Mordparagraf nach 1945 auch nicht aufgehoben [...]
Zitat von snickermanWegen eines alten Apartheidgesetzes wurden die Überlebenden des Massakers als Beteiligte am Mord festgenommen? Wie krank ist das denn? Und haben die Politiker die letzten 20 Jahre nur gepennt, dass diese Vorschriften noch nicht aufgehoben wurden??
Befassen Sie sich bitte mit dem gesamten Thema, auch den Tagen, die vor dem Massaker lagen. Dann wissen Sie, weshalb es zur Mordanklage kam. Übrigens, in Deutschland ist der Mordparagraf nach 1945 auch nicht aufgehoben worden. Ist das auch krank?
Hans58 02.09.2012
Auch Sie scheinen die Hintergründe nicht zu kennen, die zur Mordanklage führten.
Zitat von Onkel_Karl... Und keiner verurteilt das,keiner verurteilt LONMIN...wir haben ja andere Themen ..Russen Bashing oder Syrien dessen Mneschen sich dagegen wehren so zu enden wie Libyen..
Auch Sie scheinen die Hintergründe nicht zu kennen, die zur Mordanklage führten.
Earendil77 02.09.2012
Nachdem diese Farce nun (hoffentlich) vorbei ist, ist es an der Zeit, die tatsächlichen Mörder anzuklagen.
Nachdem diese Farce nun (hoffentlich) vorbei ist, ist es an der Zeit, die tatsächlichen Mörder anzuklagen.
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  • Sonntag, 02.09.2012 – 19:49 Uhr
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Fläche: 1.219.000 km²

Bevölkerung: 50,492 Mio.

Hauptstadt: Pretoria

Staats- und Regierungschef: Jacob Zuma

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