Sarajevo - 8000 muslimische Jungen und Männer mussten im Juli 1995 sterben, als fanatisierte Serben im bosnischen Srebrenica das größte Massaker in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs angerichtet haben.
Genau 17 Jahre später werden am Mittwoch 520 neu identifizierte Opfer beigesetzt. Tausende Menschen sind am Morgen nach Srebrenica gezogen, um der Opfer zu gedenken. Nach Angaben der Organisatoren werden insgesamt 30.000 Menschen erwartet. Bereits am Vorabend waren 7000 Menschen zur Gedenkstätte ins nahegelegene Potocari gepilgert.
Dort sollen die im vergangenen Jahr identifizierten Opfer beigesetzt werden. Auf dem Friedhof der Gedenkstätte liegen bisher 5137 Tote begraben, deren Identität zweifelsfrei geklärt werden konnte.
"Ich spüre Schmerz, unendlichen Schmerz", sagt Sevdija Halilovic, deren Vater in Potocari beigesetzt werden soll. "Jedes Jahr, wenn sich der 11. Juli nähert, wird der Schmerz unerträglich."
Das Massaker geschah gegen Ende des von 1992 bis 1995 währenden Bosnienkriegs. Von den 8000 Opfern sind bisher erst etwas mehr als 5000 formell beerdigt worden. Bis heute werden im Osten Bosniens immer wieder weitere Leichen in Massengräbern gefunden.
Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic und der einstige Militärchef Ratko Mladic gelten als Hauptverantwortliche für den Genozid. Derzeit muss sich Mladic vor dem Uno-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag unter anderem wegen des Massakers von Srebrenica verantworten.
mal/dapd/AFP
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