Massenbegräbnis im Jemen Tausende trauern um getötete Schulkinder

Dutzende Kinder waren bei einem Luftangriff auf einen Schulbus im Jemen getötet worden. Tausende Menschen kamen jetzt zur Beerdigung der Opfer - und protestierten auch gegen Saudi-Arabien und die USA.

Trauerfeier für die Opfer des Angriffs auf den Schulbus
REUTERS

Trauerfeier für die Opfer des Angriffs auf den Schulbus


Massenbeerdigung im Jemen: Nach einem Luftangriff auf einen Schulbus haben tausende Menschen um die Kinder getrauert, die dabei ums Leben kamen.

Etwa 50 Fahrzeuge brachten Särge in die Stadt Saada, wie beim Fernsehsender Al-Massira der Huthi-Rebellen zu sehen war. Die Teilnehmer der Zeremonie in der Hochburg der schiitischen Rebellen protestierten bei der Beisetzung auch gegen Saudi-Arabien und dessen Unterstützter USA.

"Amerika tötet jemenitische Kinder", war auf mehreren Plakaten zu lesen. Ein ranghoher Huthi-Vertreter, Mohammed Ali al-Huthi, nannte den Angriff der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition eine "Straftat von Amerika und seinen Verbündeten gegen die Kinder im Jemen".

Bei dem Angriff auf einem Markt in Dahjan in der Provinz Saada im Nordjemen waren am Donnerstag nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mindestens 29 Kinder getötet und fast 50 weitere Menschen verletzt worden. Die international nicht anerkannte Rebellenregierung der Huthis sprach hingegen von 51 Toten, unter ihnen 40 Kinder.

Die Kindersärge wurden mit grünen Tüchern und Fotos der Opfer bedeckt. Unklar war, wie viele Kinder in Saada beerdigt wurden. Bewohner gaben an, einige Familien hätten ihre Kinder bereits beigesetzt.

Die Verantwortung für den Angriff hatte die Militärkoalition zwar übernommen; ihren Angaben zufolge richtete sich der "legitime" Militäreinsatz aber gegen einen Bus mit "Huthi-Kämpfern". Die Koalition kündigte eine Untersuchung an. Der Uno-Sicherheitsrat warnte, jegliche Untersuchung des Angriffs müsse "glaubhaft" sein.

Im Jemen kämpfen die von Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen seit 2014 gegen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi. Die vom sunnitischen Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt seit März 2015 Hadis Truppen. Seitdem wurden in dem Konflikt fast 10.000 Menschen getötet.

als/AFP



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