Matteo Salvini über Emmanuel Macron "Ein sehr schlechter Präsident"

Erst warf der italienische Wirtschaftsminister Di Maio Frankreich vor, zur Verarmung Afrikas beizutragen. Nun hat Innenminister Salvini nachgelegt - und den französischen Präsidenten angegriffen.

Matteo Salvini
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Der Streit zwischen den Regierungen in Rom und Paris spitzt sich weiter zu. Italiens Innenminister Matteo Salvini hat den französischen Staatspräsidenten direkt angegriffen. Emmanuel Macron "redet viel, aber erreicht nicht viel", spottete Salvini.

"Er erteilt Lektionen in Großzügigkeit, aber weist dann Tausende Migranten an der Grenze zu Italien zurück", sagte Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei. Er hoffe deshalb, dass die Franzosen ihrem "sehr schlechten Präsidenten" bei der Europawahl im Mai einen Denkzettel verpassen werden, sagte Italiens rechtsgerichteter Vizeregierungschef.

Die aktuelle Verstimmung zwischen den Regierungen geht auf Italiens Wirtschaftsminister Luigi Di Maio zurück. Das französische Außenministerium bestellte am Montag die italienische Botschafterin Teresa Castaldo ein, nachdem Di Maio Frankreich vorgeworfen hatte, faktisch noch immer Kolonien in Afrika zu unterhalten.

"Matteo Salvini beleidigt die Franzosen"

Frankreich würde von der Armut auf dem Kontinent profitieren, polterte Di Maio. Migranten würden so auf den Weg übers Mittelmeer gen Europa getrieben. Nur den "afrikanischen (...) Kolonien" habe Frankreich seine weltwirtschaftliche Stellung zu verdanken, sagte der Chef der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung am Sonntag. Frankreich sah darin "inakzeptable und haltlose Äußerungen".

Auch auf die aktuelle Tirade Salvinis folgte prompt eine Antwort aus Paris. Die Chefin des Ministeriums für europäische Angelegenheiten, Nathalie Loiseau, teilte mit, die Franzosen hätten sich schon bei der vergangenen Präsidentschaftswahl entschieden - und zwar gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen, aber für Macron.

Teresa Castaldo
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Loiseau schrieb, dass sie die Wortmeldung aus Rom für bestenfalls überflüssig hält. "Matteo Salvini beleidigt die Franzosen. Was haben die Italiener davon? Nichts. Ändert das etwas an der politischen Situation in Frankreich? Nein."

Das Verhältnis zwischen der italienischen und der französischen Regierung ist bereits seit Langem angespannt. Die Maio und Salvini hatten Anfang Januar die "Gelbwesten"-Bewegung in Frankreich aufgerufen, "standhaft" zu bleiben. Präsident Macron regiere "gegen sein Volk", erklärten sie. Die französische Regierung hatte daraufhin "Respekt" von dem EU-Partnerland gefordert.

apr/dpa

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