"Viel Feind, viel Ehr" Innenminister Matteo Salvini irritiert mit faschistischem Zitat

Mit einem Ausspruch aus der Zeit des italienischen Faschismus unter Diktator Mussolini hat der rechtspopulistische Innenminister Matteo Salvini erneut provoziert - am Geburtstag des Gewaltherrschers.

Matteo Salvini
AFP

Matteo Salvini


Italiens rechtspopulistischer Innenminister und Vize-Premier Matteo Salvini hat mit neuen Äußerungen Empörung ausgelöst. In einem Twitter-Eintrag schrieb er am Sonntag über seine Kritiker "Tanti nemici, tanto onore", was so viel heißt wie "Viel Feind, viel Ehr".

Oppositionspolitiker erinnerten in der Folge daran, dass Salvini sich damit beim faschistischen Diktator Benito Mussolini bedient habe. "Wer auf die Verfassung geschworen hat, die aus dem Kampf gegen den Faschismus geboren ist, darf sich nicht erlauben, Mussolini zu würdigen", erklärte der Präsident der Sozialdemokraten, Matteo Orfini. Salvini solle sich entschuldigen oder den Ministerposten räumen.

Das Zitat nutzte Salvini an Mussolinis Geburtstag, dem 29. Juli. "Molti nemici, tanto onore" steht zum Beispiel auf den Böden der faschistischen Bauten des Foro Italico in Rom - wo auch "Duce Duce" ("Führer, Führer") eingelassen ist. Im Deutschen geht der Spruch auf einen frühneuzeitlichen Landsknechtsanführer zurück.

Salvini wolle mit dem Zitat aus der "Propaganda-Rhetorik Mussolinis" ein "klares Signal an die extreme Rechte senden", erklärte der Fraktionschef der Linkspartei Liberi e Uguali, Federico Fornaro. Mussolini wird in Italien vielerorts noch offen verehrt.

Zuvor hatte Salvini, Parteichef der rechtspopulistischen Lega, Rassismus als eine "Erfindung der Linken" bezeichnet. Der "einzige wahre Alarm" in Italien seien die Straftaten, die Migranten begehen würden.

Die Mussolini-Diktatur beherrschte Italien von 1925 bis 1945. Sie war gekennzeichnet durch Judenhass, imperiale Angriffskriege, eine Allianz mit dem nationalsozialistischen Deutschland und dem ebenfalls faschistischen Japan im Zweiten Weltkrieg sowie der Verfolgung, Internierung und Ermordung politisch Andersdenkender, vor allem von Kommunisten, Sozialisten und Sozialdemokraten.

Video: Benito Mussolini - Ikone des Faschismus

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cht/dpa



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