Flüchtlinge über Grenze gebracht Salvini erzürnt über französische Polizeiaktion

Frankreich hat mehrere illegal eingereiste Flüchtlinge nach Italien gebracht. Diesen "Irrtum" kritisierte Italiens Innenminister Salvini harsch als "Beleidigung ohnegleichen".

Matteo Salvini
GIUSEPPE LAMI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Matteo Salvini


Eine Grenzüberschreitung der französischen Polizei hat neue diplomatische Verstimmungen zwischen Italien und Frankreich ausgelöst. Es sei eine "Beleidigung ohnegleichen", dass französische Polizisten illegal eingereiste Flüchtlinge nach Italien zurückgebracht hätten, schrieb Italiens Innenminister Matteo Salvini im Kurzbotschaftendienst Twitter. Seine Regierung werde für den Zwischenfall "keine Ausreden akzeptieren".

Ein Mannschaftswagen der französischen Gendarmerie hatte am vergangenen Freitag die italienische Grenze überquert und mehrere illegal eingereiste Flüchtlinge in den italienischen Ort Claviere gebracht. Die Präfektur des französischen Grenz-Départements Hautes-Alpes hatte den Vorfall am Montag als "Irrtum" dargestellt, dessen Hintergründe noch geklärt werden müssten.

"Immigranten in einem italienischen Wald abzusetzen kann nicht als ein Irrtum oder Zwischenfall angesehen werden", schrieb Salvini. Es handele sich um eine "internationale Schande", der französische Präsident Emmanuel Macron könne nun "nicht so tun, als ob nichts passiert wäre".

Später forderte Salvini, dass Paris "sofort" die Namen, Nationalitäten und Geburtsdaten der betreffenden Flüchtlinge mitteile. Zu dem Kommentar postete Salvini ein Foto auf Twitter, das Macron mit leuchtend rotem Gesicht zeigte.

Seit Jahren werden an der italienisch-französischen Grenze Flüchtlinge abgefangen und abgewiesen. Seit dem Antritt der neuen rechts-populistischen Regierung in Rom haben sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern verschlechtert. Italien wirft Frankreich seither regelmäßig vor, Rom in der Flüchtlingsfrage im Stich zu lassen. Im Juni hatte die italienische Regierung den französischen Botschafter einbestellt, nachdem Frankreich Italiens Weigerung kritisiert hatte, ein Flüchtlingsschiff in einen Hafen einlaufen zu lassen.

mal/AFP/Reuters



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