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Mauretanien: Ex-Putschist gewinnt Präsidentschaftswahlen

Vor einem Jahr hatte er den Präsidenten aus dem Amt gejagt, nun wurde Mohamed Ould Abdel Aziz selbst zum Staatsoberhaupt von Mauretanien gewählt. Der frühere Junta-Chef erhielt 52,6 Prozent der Stimmen. Die Opposition wirft ihm Betrug vor.

Nouakchott - Die Präsidentschaftswahlen in Mauretanien sind entschieden: Mohamed Ould Abdel Aziz, der Anführer des Staatsstreichs vom August 2008, wurde zum Sieger erklärt. Wie das Innenministerium am Sonntagabend bekannt gab, erhielt der 53-Jährige nach dem vorläufigen Endergebnis 52,6 Prozent der Stimmen.

Parlamentspräsident Messaoud Ould Boulkheir kam auf 16,3 Prozent. Der Chef der wichtigsten Oppositionspartei, Ahmed Ould Daddah, erhielt 13,7 Prozent der Stimmen.

Die Opposition warf Abdel Aziz Betrug vor und sprach von einer Farce. Sie rief die Bevölkerung auf, sich gegen diesen "Wahlputsch" aufzulehnen. Die rund 250 internationalen Beobachter machten zu etwaigen Unregelmäßigkeiten zunächst keine Angaben.

Abdel Aziz hatte vor knapp einem Jahr den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Mauretaniens, Sidi Ould Cheikh Abdallahi, nach nur 17 Monaten mit einem unblutigen Putsch gestürzt. Vor drei Monaten war der General dann als Chef der Militärjunta zurückgetreten, um bei der Wahl kandidieren zu können.

"Ich bin glücklich, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung für mein Programm ausgesprochen hat", sagte Abdel Aziz. Er hatte den drei Millionen Einwohnern in der ölreichen, aber bitterarmen islamischen Republik Wohlstand und eine eiserne Hand im Kampf gegen die Korruption versprochen.

Wahlberechtigt waren 1,2 Millionen Bürger, die Wahlbeteiligung lag nach früheren Angaben bei knapp 62 Prozent. Um das Amt des Präsidenten bewarben sich insgesamt neun Kandidaten.

hut/dpa/AFP

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