Eklat wegen Mazedonien-Kompromiss Abgeordneter ruft zur Verhaftung von Premier Tsipras auf

Im griechischen Parlament ist eine Debatte im Namensstreit mit Mazedonien eskaliert. Der Vorstoß eines Abgeordneten der rechtsradikalen Goldene Morgenröte rief heftige Reaktionen hervor.

Demonstranten vor dem Parlament
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Demonstranten vor dem Parlament


Der Namensstreit mit Mazedonien hat bei einer Debatte im griechischen Parlament zu einem Eklat geführt. Ein Abgeordneter der rechtsradikalen Partei Goldene Morgenröte (XA) löste Empörung aus, als er das Militär aufrief, Regierungschef Alexis Tsipras und andere Politiker des Landes festzunehmen, damit der Kompromiss gestoppt wird.

Die Forderung rief heftige Reaktionen von allen anderen Parteien hervor. Aber auch die Führung der Goldenen Morgenröte distanzierte sich. Die rechtsextreme Partei schloss daraufhin den Abgeordneten aus der Fraktion aus, berichtete das Staatsfernsehen.

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Nationalistische Organisationen hatten zu Demonstrationen vor dem Parlament aufgerufen. Es kamen jedoch nur wenige Hundert Menschen, berichteten Reporter vor Ort.

Misstrauensvotum gegen Tsipras

Die konservative griechische Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) hatte am Donnerstag ein Misstrauensvotum gegen Tsipras beantragt. Grund sei, dass Tsipras nicht die Mehrheit habe, um einen Kompromiss zum Namensstreit zu unterzeichnen. Die Abstimmung soll nach Angaben des Parlamentspräsidiums am späten Samstagnachmittag stattfinden.

Griechenland und Mazedonien hatten am Dienstag angekündigt, ihren über 25 Jahre dauernden Zwist um den Namen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik beilegen zu wollen. Mazedonien soll seinen Namen auf Nord-Mazedonien ändern. Als Gegenleistung will Athen den Weg für den Beitritt des Landes zur Nato und für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen freimachen.

brt/dpa

insgesamt 6 Beiträge
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zeichenkette 15.06.2018
1. Irrsinn
Ich weiß, dass das geschichtlich aufgeladen ist, aber ist es echt so schwer, sich mit dem Namen "Nord-Mazedonien" abzufinden? Das IST ja schließlich (auch) Mazedonien... Ist sowas die Forderung nach einem Militärputsch wert? Wie verrückt ist das denn?
Pipkin1981 15.06.2018
2. re: Irrsinn
Offenbar sehen das die Griechen genauso. Sonst wären mehr Leute zu den Demos aufgetaucht. Die Menschen interessiert eher, wo sie die nächste Miete hernehmen sollen.
aurichter 15.06.2018
3. Arme, ganze arme
Menschen, die damit eine friedliche Nachbarschaft ausschlagen. Wie kann man nur so verbohrte sein und aus diesem Namen mit mehr als dümmlichen Sprüchen abzuleiten, dass dadurch die Gefahr von Gebietsansprüchen gegeben sei. Da scheinen gewisse Nationalisten lediglich den Hass weiter zu schüren. Diese Tiraden kennen wir ja mittlerweile auch aus dem Bundestag, da sitzen ja auch steuerlich finanzierte Hetzer, die ansonsten keine verwertbare Arbeit abliefern. Siehe von Strolch heute wieder zur Titanic-Falle, Dummheit zum brüllen. Nichts anderes spielt sich dort an den Grenzen ab, wo Holzköpfe die permanente Auseinandersetzung brauchen, wie ändere das täglich Brot. Die Griechen wollen eine EU-Aufnahme blockieren, aber hängen dauerhaft am Tropf, dabei sollte man die Füße still halten. Aber als Deutscher, der diese Hasskampagnen dort kritisiert, muss man damit rechnen gleich wieder mit der obligatorischen Nazikeule bearbeitet zu werden. Vermittlungen sind dort durch den verfestigten Hass völlig sinnlos, genau so wie Auswüchse in einigen deutschen Bundesländern auch. Verbretterte Welt. Man muss nicht alles verstehen, aber was dort wegen eines Namen abgeht, das spottet jeder Beschreibung. Und bitte an die griechischen Nationalisten hier, verschont mich mit irgendwelchen Erklärungen dazu, es geht in's lächerliche.
hansriedl 16.06.2018
4. Ex Jugoslawien
Ex Jugoslawien wird nicht umsonst das Pulverfass Europas genannt. Eine Bezeichnung die auf beiden irredentistische Gelüste wecken kann, kann ich als Lösung nicht akzeptieren. Zu viel Konfliktpotential in dieser "Lösung" . Wenn es einen Norden gibt, gibt es auch einen Süden, vielleicht auch einen Osten oder gar Westen. Ich hatte neulich schon gefragt, wann nach deutschem Vorbild die Wiedervereinigung kommt? Verstanden hats keiner, den roten Strichelrn nach zu urteilen. Und jetzt, möglichst schnell ab in die EU. EU erweiterungs-- Kommissar Hr. Hahnwartet schon voller Sehnsucht auf neue Mitglieder.
ogp-4-l1f3 16.06.2018
5. Verständlich
Beeindruckend, was so alles über Makedonien/Mazedonien erzählt wird... - Man schreibt Makedonien und meint nicht etwa die Makedonen, die seit über 3 Jahrtausenden ein griechischer Stamm sind und dem Gebiet ihren Namen gaben! Sondern diese hier => Albaner, Slawen und Roma, welche in der EJRM/FYROM leben! => Welch Oxymoron! Man spricht über Makedonien OHNE zu wissen, welchen Raum das Gebiet des historischen Makedonien umriss. - Man spricht über das geographische Makedonien und will hierüber Makedonien, also Griechenland, in die Ecke drängen, OHNE je geprüft zu haben, ob es ein geographisches Makedonien überhaupt gibt, WER erstmalig diese Namenszusammensetzung verwendete, WANN und aus WELCHEN Gründen! - Man wünscht dem kleinen schwachen Staat nördlich Griechenlands viel Glück, will aber nicht wissen, dass dieses Gebiet erst 1944 von Tito den griechischen Namen "ΜΑΚΕΔΟΝΙΑ" bekam, weil Tito seinen Kommunismus nach Makedonien - also Griechenland - ausweiten und damit Griechenland halbieren wollte, indem er das einzige Makedonien in einem nicht von ihm entwickelten Phantasieprodukt des "geographischen Makedonien" einbindet und somit Griechenland ein historisches Gebiet entreißt. - Tito hat das Konstrukt eines "mazedonischen Volkes" zum Zwecke der Verhinderung einer Dominanz der serbischen Ethnie im von ihm errichteten kommunistischen multiethnischen Staatsverband kreiert und eben aus demselben Motiv heraus hat er auch die aus Sicht des Kommunismus ein ideologisches Oxymoron darstellende religiös definierte Nation der Bosnier als Puffervolk zwischen dem serbischen und seinem eigenen Volk, den Kroaten, geschaffen. - Entlarvenderweise haben sich viele Mitglieder der primär separatistischen und nur vorgeblich und vordergründig "mazedonisch-nationalistischen" und in enger Kooperation mit der faschistischen kroatischen Ustascha und mit Unterstützung des Auslandsnachrichtendienstes des faschistischen Italien als Mittätern für das Attentat auf den jugoslawischen König Alexander I. verantwortlichen Vereinigung "Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation" (IMRO) ihrem ethnischen und nationalen Selbstverständnis nach nicht als Angehörige eines eigenständigen Volkes des Namens Mazedonier, sondern als Bulgaren betrachtet. Der die Ermordung Alexanders I. ausgeführt habende IMRO-Selbstmordattentäter - Wlado Tschernosemski - war übrigens ein gebürtiger Bulgare, der die sogenannten "Mazedonier" als Bestandteil des bulgarischen Volkes betrachtet hatte... - Warum nennt man Polen eigentlich Polen? Eventuell weil dort Polen leben... Warum nennt man Deutschland eigentlich Deutschland? Weitere Annahme: Weil dort Deutsche leben. Und wer lebt in der EJRM/FYROM? Hier leben die drei großen Volksgruppen: Albaner, Slawen und Roma, aber definitiv keine Makedonen. Denn die leben weiter südlich in Ihre Heimat -> Hellas /// Ach übrigens... Das Denken des "Hellenen" (Griechen) wurde in Art. 103 GG übernommen: Anspruch auf rechtliches Gehör! -ΜAKEDONIEN ...nein es ist nicht nur „griechisch“, denn: MAKEDONIEN IST GRIECHENLAND
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