Medienbericht Qaida-Sympathisanten wollten Geheimdienst unterwandern

Im Kampf gegen Terror wollte der britische Geheimdienst MI5 sein Personal aufstocken - und entdeckte unliebsame Bewerber. Laut einem BBC-Bericht wollten sich Qaida-Sympathisanten in der Behörde einnisten.


London - Anhänger des Terrornetzwerkes al-Qaida hätten von einer Welle der Neueinstellung bei der Behörde profitieren wollen und sich dort für Posten beworben, berichtete die BBC am Montag unter Berufung auf Regierungskreise. Sie hatten allerdings kein Glück. Alle fraglichen Bewerber mit mutmaßlichen Terrorkontakten wurden während des sechs- bis achtmonatigen Überprüfungsverfahrens aussortiert.

Das britische Innenministerium wollte den BBC-Bericht zunächst nicht bestätigen. Es teilte lediglich mit, dass alle Kandidaten für eine Neueinstellung streng überprüft und eine bestimmte Zahl aus Sicherheitsgründen abgelehnt würden.

Der MI5 will die Zahl seiner Angestellten von 2600 auf 3500 erhöhen, um so Anschläge wie die auf das Londoner Transportsystem vor einem Jahr zu verhindern. Bei den Anschlägen am 7. Juli 2005 waren 56 Menschen ums Leben gekommen. Um Personal zu finden, hatte der MI5 auf seiner Internetseite ein Stellenangebot veröffentlicht: Demnach wurden derzeit besonders Mitarbeiter, die Arabisch, Bengali, Urdu, Somali oder Sorani - einen kurdischen Dialekt - sprechen, gesucht.

Jedes Jahr bewerben sich rund 10.000 Menschen beim MI5, nur rund 400 passieren jedoch alle Auswahlhürden, berichtete die BBC. Der MI5 wurde 1909 zur Kontrolle geheimdienstlicher Operationen gegründet. Während des Kalten Krieges richtete sich das Hauptaugenmerk des MI5 auf die Sowjetunion.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 will die britische Regierung, die Priorität der Behörde auf die Abwehr muslimischer Extremisten lenken. In Großbritannien ist die Sorge wegen neuer Terroranschläge wenige Tage vor dem ersten Jahrestag der London-Attentate am Freitag besonders groß. Scotland Yard teilte mit, die Informationen der Geheimdienste seien "sehr beunruhigend".

fok/reuters/AFP/



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