Zentralafrikanische Republik: Südafrikas Armee soll Kindersoldaten getötet haben

Beim Kampf gegen Aufständische in der Zentralafrikanischen Republik soll die südafrikanische Armee Kindersoldaten getötet haben. Dies berichtet die "Sunday Times" des Landes.

Bangui - Südafrikanische Soldaten haben laut Presseberichten bei Gefechten mit Aufständischen in der Zentralafrikanischen Republik Kindersoldaten getötet. Bei Auseinandersetzungen um die Hauptstadt Bangui hätten am 23. März auf Seiten der Seleka-Rebellen auch Kinder gekämpft. Dies berichtet die südafrikanische Wochenzeitung "Sunday Times" am Sonntag nach Gesprächen mit Soldaten. Demnach griffen etwa 3000 Rebellen eine seit Januar in dem Land stationierte knapp 200-köpfige südafrikanische Einheit an. Insgesamt seien 13 Angreifer erschossen worden.

Südafrikanische Soldaten sagten der Zeitung, dass die Ereignisse sie traumatisiert hätten. "Erst nachdem die Schüsse gefallen waren, haben wir gesehen, dass wir Kinder getötet hatten", erzählte ein inzwischen nach Südafrika zurückgekehrter Soldat dem Blatt. "Dafür sind wir nicht ausgerückt, das macht krank", sagte der namentlich nicht genannte Mann.

Ein weiterer Soldat warf verbündeten Einheiten aus anderen afrikanischen Ländern vor, bei dem Angriff die Flucht ergriffen und die südafrikanischen Soldaten alleine zurückgelassen zu haben. Die Wochenzeitungen "City Press" und "Rapport" berichteten am Sonntag Ähnliches. Die südafrikanische Armee wollte zur Frage der Kindersoldaten keine Stellung nehmen.

Die Rebellen unter ihrem Anführer Michel Djotodia hatten Bangui an besagtem Tag unter ihre Kontrolle gebracht. Der entmachtete Präsident François Bozizé war zuvor ins benachbarte Kamerun geflohen. Djotodia kündigte an, die Verfassung außer Kraft zu setzen, das Parlament aufzulösen und die Übergangsregierung abzusetzen. Wahlen soll es erst in etwa drei Jahren geben.

Neue Regierung Zentralafrikas mit Rebellen und Ex-Oppositionellen

Unterdessen hat der Ministerpräsident der Zentralafrikanischen Republik, Nicolas Tiangaye, am Sonntag seine neue Regierung ernannt. Sie besteht zum größten Teil aus Mitgliedern der Rebellion und der ehemaligen Opposition. Dies geht aus einer am Abend im staatlichen Hörfunk verlesenen Erklärung hervor. Zuvor hatte der Rebellenchef und selbsternannte Präsident, Michel Djotodia, Tiangaye in seinem Amt als Regierungschef bestätigt.

Dem aus 34 Mitgliedern bestehenden Kabinett gehören neun Minister aus den Reihen des Rebellenbündnisses Seleka an, das seit einer Woche an der Macht ist. Acht Kabinettsmitglieder waren früher Oppositionspolitiker. Außerdem gibt es in der Regierung einen Anhänger des entmachteten und ins benachbarte Kamerun geflohenen Präsidenten François Bozizé. Bei den 16 übrigen Kabinettsmitgliedern handelt es sich um Persönlichkeiten, die unter anderem aus der Zivilgesellschaft kommen.

Die gegen Bozizé kämpfenden Rebellen hatten die zentralafrikanische Hauptstadt Bangui vor einer Woche unter ihre Kontrolle gebracht. Ihr Chef Djotodia kündigte an, die Verfassung außer Kraft zu setzen, das Parlament aufzulösen und die bisherige Übergangsregierung abzusetzen. Wahlen soll es erst in etwa drei Jahren geben.

lei/AFP

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