Russische Punkband: Medwedew fordert Freilassung von Pussy Riot

Hoffnung für die Punkerinnen von Pussy Riot: Russlands Ministerpräsident Medwedew hält ihre Haftstrafen für zu hart - und fordert die Freilassung der drei Frauen. Ein Gericht entscheidet Anfang Oktober über den Einspruch der Verurteilten.

Pussy Riot (Mitte August vor Gericht): Premier kritisiert Haft als "unproduktiv" Zur Großansicht
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Pussy Riot (Mitte August vor Gericht): Premier kritisiert Haft als "unproduktiv"

Moskau - Der russische Regierungschef Dmitrij Medwedew hat die Verurteilung der drei Frauen von der Punkband Pussy Riot zu je zwei Jahren Straflager als "zu hart" kritisiert.

Der Protest der Musikerinnen gegen Kreml-Chef Wladimir Putin in einer Kirche habe ihn zwar "angewidert", sagte Medwedew am Mittwoch vor Parteifreunden. Allerdings wäre eine Bewährungsstrafe unter Anrechnung der seit März verbüßten Haft ausreichend gewesen, meinte der Chef der Kremlpartei Geeintes Russland. Eine weitere Haft sei "unproduktiv". Ein Gericht will am 1. Oktober über den Einspruch der Putin-Gegnerinnen gegen das umstrittene Urteil verhandeln.

Die Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa, 22 Jahre, Maria Aljochina, 24 Jahre, und Jekaterina Samuzewitsch, 30 Jahre, waren Mitte August wegen "Rowdytums" und "Anstiftung zu religiösem Hass" zu jeweils zwei Jahren Straflager verurteilt worden.

Die Frauen hatten bei einem sogenannten Punkgebet am 21. Februar in einer Moskauer Kathedrale die Muttergottes aufgefordert, den damaligen Regierungschef und heutigen Präsidenten Putin zu vertreiben. Zudem hatten sie die enge Verzahnung von Staat und Kirche in Russland angeprangert. Insgesamt hatten die Ermittler 3000 Seiten Unterlagen zu dem etwa einminütigen Gebet zusammengetragen.

Im Urteil hieß es, durch ihre Protestaktion sei "moralischer Schaden für die Anwesenden Gläubigen" entstanden.

Das Urteil gegen die Musikerinnen hatte international Empörung ausgelöst. Kreml-Kritiker sehen dahinter den Versuch, die Gegner von Präsident Putin einzuschüchtern. Die Künstlerinnen, von denen zwei Mütter sind, werden etwa von Amnesty International als politische Gefangene anerkannt. Ihre Unterstützung für Pussy Riot haben unter anderem auch Pop-Größen wie Paul McCartney, Madonna und Björk bekundet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte "das unverhältnismäßig harte Urteil".

fab/dpa/dapd

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Unproduktiv
Europa! 12.09.2012
Zitat von sysopHoffnung für die Punkerinnen von Pussy Riot: Russlands Premier Medwedew hält ihre Haftstrafen für zu hart - und fordert die Freilassung der drei Frauen. Ein Gericht entscheidet Anfang Oktober über den Einspruch der Verurteilten. Medwedew fordert Freilassung von Pussy Riot - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855483,00.html)
Medwedew bringt es auf den Punkt. Das harte Urteil gegen Pussy Riot hat Russland moralisch mehr geschadet als der 40-Sekunden-Auftritt der Band den drei alten Mütterchen in der Kirche.
2. Es geht alles seinen Lauf
seine-et-marnais 13.09.2012
Zitat von sysopHoffnung für die Punkerinnen von Pussy Riot: Russlands Premier Medwedew hält ihre Haftstrafen für zu hart - und fordert die Freilassung der drei Frauen. Ein Gericht entscheidet Anfang Oktober über den Einspruch der Verurteilten. Medwedew fordert Freilassung von Pussy Riot - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855483,00.html)
Wie vorhergesagt wird wohl die Haftstrafe verkürzt. Aber die Platte der Pussy Riot die pünktlich zum Prozess erschien scheint offensichtlich doch keinen Erfolg zu haben. Dass eine Organisationen wie Amnesty International auf die PR-Aktion reinfällt ist allerdings schlichtweg peinlich. Die Damen wurden wohl hauptsächlich deswegen verknackt weil der Staat ein Exempel statuieren wollte angesichts der 'Empörung' des 'Westens'.
3.
Cotti 13.09.2012
Zitat von sysopHoffnung für die Punkerinnen von Pussy Riot: Russlands Premier Medwedew hält ihre Haftstrafen für zu hart - und fordert die Freilassung der drei Frauen. Ein Gericht entscheidet Anfang Oktober über den Einspruch der Verurteilten...
Das ist doch nur eine politische Finte. Medwedew tut so, als hielte er die Chaotinnen für genug bestraft und fordert mehr oder weniger deren Begnadigung - aber das Gericht darf dem natürlich nicht nachkommen, sonst wäre die Unabhängigkeit der Justiz zerstört. Die Forderung nach Begnadigung ist eine größere Gefahr für die Verurteilten, das muss man doch erkennen.
4. Von wegen Putin steckt hinter dem Urteil
plakos 13.09.2012
In einem anderen Kommentar-Artikel hier im Spiegel soll Putin hinter dem Urteil gegen Pussy Riot stecken. Was sagt man dazu? Nach dieser Reaktion von Medwedew muss der Redation doch die Spucke wegbleiben. :-)
5. Das Ziel ist erreicht
AlbertGeorg 13.09.2012
Zitat von sysopHoffnung für die Punkerinnen von Pussy Riot: Russlands Premier Medwedew hält ihre Haftstrafen für zu hart - und fordert die Freilassung der drei Frauen. Ein Gericht entscheidet Anfang Oktober über den Einspruch der Verurteilten. Medwedew fordert Freilassung von Pussy Riot - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855483,00.html)
Die russische Führung hat doch ihr Ziel erreicht: Die jungen Frauen sitzen 7 Monate im Gefängnis Da kann die Obrigkeit leicht großzügig sein So macht man das halt und wird dann noch gelobt
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Fotostrecke
Pussy Riot: Punk gegen Putin

Bevölkerung: 142,958 Mio.

Fläche: 17.098.200 km²

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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