Rechtspopulisten in Großbritannien Freundin beleidigte Meghan Markle - Ukip-Chef tritt ab

Seine Freundin beschimpfte Meghan Markle rassistisch. Das hat für den Vorsitzenden der britischen Ukip-Partei Konsequenzen.

Prinz Harry and Meghan Markle
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Prinz Harry and Meghan Markle


Nach einem Skandal um rassistische Äußerungen seiner damaligen Freundin muss der Chef der britischen Ukip-Partei, Henry Bolton, sein Amt niederlegen. Das entschieden die Mitglieder der rechtspopulistischen Partei per Misstrauensvotum in Birmingham. Ein neuer Vorsitzender wird binnen 90 Tagen gewählt.

Seine damalige Freundin Jo Marney hatte in Textnachrichten an einen Bekannten die Verlobte von Prinz Harry, US-Schauspielerin Meghan Markle, rassistisch beleidigt. Marney behauptete beispielsweise, dass Markle den Weg ebne "für einen dunkelhäutigen König in Großbritannien". Die US-Schauspielerin Markle hat afroamerikanische Wurzeln.

Henry Bolton
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Henry Bolton

In einer Stellungnahme entschuldigte sich Bolton für die "schockierende" Ausdrucksweise seiner damaligen Freundin. Die Zitate seien jedoch aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie selbst wurde sofort aus der rechtspopulistischen Partei geworfen.

Auch Bolton trennte sich nach eigenen Angaben von ihr, schloss aber seinen eigenen Rücktritt zunächst aus. Dies stieß auf großen Unmut in der Partei.

Später sagte Bolton, er habe noch starke Gefühle für Marney, und verglich die Beobachtung seines Privatlebens mit dem, was Prinzessin Diana mit ihrem Geliebten Dodi Al Fayed erlebt habe.

Ukip steckt in einer tiefen Krise und ist nicht mehr im britischen Unterhaus vertreten. Der prominente Brexit-Befürworter Nigel Farage hatte die Partei 2016 verlassen. Danach konnte sich niemand lange an der Spitze der Partei halten. Bolton war seit wenigen Monaten im Amt.

koe/dpa

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