Demo gegen Festnahmen: 10.000 Russen starten "Kontrollmarsch" durch Moskau

Eigentlich wollten nur einige Schriftsteller "zur Kontrolle" durch Moskau spazieren - es wurde ein riesiger Protestzug. Rund 10.000 Menschen haben in der russischen Metropole gegen die jüngsten Massenfestnahmen demonstriert. Der Marsch war von den Behörden nicht genehmigt.

Junger Teilnehmer an Massendemo in Moskau: Protest gegen Festnahmen Zur Großansicht
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Junger Teilnehmer an Massendemo in Moskau: Protest gegen Festnahmen

Moskau - In Moskau formiert sich immer stärkerer ziviler Widerstand gegen das harte Vorgehen der staatlichen Sicherheitskräfte. Mit einem Marsch ohne Plakate und Parolen haben etwa 10.000 Menschen friedlich auf die jüngsten Massenverhaftungen bei Kreml-kritischen Protesten reagiert.

Bekannte Schriftsteller hatten ursprünglich einen "Kontrollspaziergang" als Prüfung angekündigt, "ob man als Moskauer ohne Repressionen durch die Stadt gehen könne". Unerwartet hätten sich Tausende dem nicht erlaubten Marsch angeschlossen, meldete die Agentur Interfax am Sonntag.

Begleitet von einem Polizeiaufgebot zogen die Autoren zusammen mit Familien mit Kindern und älteren Menschen durch die russische Hauptstadt. "Wir verteidigen die Versammlungsfreiheit", sagte der Musiker Andrej Makarewitsch. "Es wird viel gelacht, niemand ruft Parolen oder hat Plakate oder Spruchbänder dabei", teilte ein Augenzeuge am Telefon der Nachrichtenagentur dpa in Moskau mit.

Ziel des Spaziergangs war ein Lager von Regierungsgegnern in einem kleinen Park der Metropole. Hier campieren Kremlkritiker aus Protest gegen den Ämtertausch von Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew vor einer Woche.

Seit vergangenem Sonntag, dem Tag vor Putins Vereidigung zu seiner dritten Amtszeit als Staatsoberhaupt, gibt es täglich Demonstrationen in der Hauptstadt. Nachdem die Polizei eine nicht genehmigte Aktion gewaltsam aufgelöst und mehr als 400 Menschen festgenommen hatte, organisieren die Demonstranten sogenannte Flashmobs: Plötzlich und unangekündigt tauchen sie an einem markanten Platz im Stadtzentrum auf, errichten ihr Lager und bleiben über Nacht.

jok/dpa/dapd

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insgesamt 60 Beiträge
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1. Russland
hubertrudnick1 13.05.2012
Zitat von sysopDPAEigentlich wollten nur einige Schriftsteller "zur Kontrolle" durch Moskau spazieren - es wurde ein riesiger Protestzug. Rund 10.000 Menschen haben in der russischen Metropole gegen die jüngsten Massenfestnahmen demonstriert. Der Marsch war von den Behörden nicht genehmigt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,832911,00.html
Wenn hier schon wieder über Russland geschrieben wird, dann sollkten wir mal besser bei uns in der EU etwas genauer hinschauen, denn auch bei uns wird das Militär gegen den protestierenden Bürgern in Stellung gebracht. Wenn sich hier mal das Volk gegen die Neoliberalen in der Politik und Finanzwelt wendet, dann werden auch hier bald Schüsse fallen und dann haben wir hier es so wie in all den anderen Ländern auch. Darum soltten wir uns mit unserer Kritik etwas mehr zurückhalten. Wer glaubt mit den Rücken an der Wand zu stehen, der schreckt dann von nichts zurück und das kennen wir Deutsche doch auch schon. Demokratie ist immer nur dann ein Aushängeschild, wenn es im Lande friedlich bleibt und die Menschen sich ihrem Schiksal ergeben, aber wehe die Menschen fangen mal an zu denken und es dann in ihrem Intersse umzusetzen. HR
2. Wie lange noch !
Regulisssima 13.05.2012
Wie lange wird sich der Grossduktator noch von diesen Umstürzlern und Krawallmachern provozieren lassen ? Wann wird er die öffentliche Ordnung mit eiserner Faust wieder herstellen ? Was anderes bleibt ihm auch übrig, hat er doch zu viele Panzer und zu wenige politische Argumente
3.
Beute 13.05.2012
10 000 Russen durch Moskau bei einer 15 Mill. Stadt ich lach mich schlapp.
4. Wann gibt es die
Ischi 13.05.2012
ersten Bilder von Macho Putin wie er einhändig den Ansturm der Barbaren niederwälzt?
5. Na wo sind wir denn
batmanmk 13.05.2012
Zitat von RegulisssimaWie lange wird sich der Grossduktator noch von diesen Umstürzlern und Krawallmachern provozieren lassen ? Wann wird er die öffentliche Ordnung mit eiserner Faust wieder herstellen ? Was anderes bleibt ihm auch übrig, hat er doch zu viele Panzer und zu wenige politische Argumente
Ruhig mit den jungen Pferden! Wir sind doch nicht in Italien, wo schon der Einsatz der Armee gegen die Zvilbevölkerung geplant wird. Auch nicht in der Urakine, wo die NATO-Kriecher bereits die syrien Version durchspielen.
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