Mehr Spenden für Obama Clinton zahlte fünf Millionen Dollar in ihre Kriegskasse

Geldspritzen als Wahlkampfwaffe: Hillary Clinton hat zugegeben, ihre Kasse mit fünf Millionen Dollar aus eigenem Vermögen aufgestockt zu haben. Denn ihr Rivale Barack Obama hatte im Januar doppelt so viele Spenden gesammelt wie die frühere First Lady.


Washington - Die Vorwahlen der Demokraten sind bei den Delegiertenstimmen zwar ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Hillary Clinton und Barack Obama. Doch was die Finanzkraft angeht, liegt der Senator aus Illinois deutlich vorn. In den 24 Stunden seit dem "Super-Tuesday" seien drei Millionen Dollar an Wahlkampfspenden gesammelt worden, gab Obamas Mannschaft stolz bekannt.

Allein im Januar konnte der Senator mehr als 32 Millionen Dollar für seine Wahlkampfkampagne hereinholen - fast doppelt soviel wie seine Rivalin. Clinton gab jetzt zu, aus eigener Tasche fünf Millionen Dollar in ihre Wahlkampfkasse eingezahlt zu haben, um mit Obama mithalten zu können.

Die Clintons haben seit dem Jahr 2000 ein Vermögen gemacht, also seit Hillarys Mann Bill nicht mehr Präsident ist. Allein durch seine Bücher und Reden soll er nach Schätzungen der "New York Times" zwischen 10 und 50 Millionen Dollar eingenommen haben.

Obama und Clinton:
Getty Images

Obama und Clinton:

Die massive finanzielle Unterstützung für Obama könnte dem schwarzen Senator helfen, Clinton im spannenden Rennen um die Kandidatur für das Weiße Haus doch noch zu überholen. Nach dem "Super Tuesday" liegt Clinton mit insgesamt 900 Delegierten knapp vor Obama, der 824 Delegierte hinter such weiß.

Beide sind aber noch weit entfernt von der Mehrheit von 2025 Delegierten, die für die Nominierung nötig ist. Möglicherweise kämpfen Clinton und Obama also bis zum Parteitag im Sommer um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat

Nach dem Duell beim "Super Tuesday" bereiten sich Obama und Clinton nun auf die nächsten Runden der Vorwahlen bei den Demokraten vor. Am Samstag wird in Louisiana, Nebraska und den Virgin Islands abgestimmt, am Sonntag in Maine sowie am Dienstag in Virginia, Maryland und Washington DC.

"Es wird ein Wahnsinnsrennen bis Dienstag", sagte Clinton in ihrem Wahlkampfhauptquartier in Arlington, Virginia. Obama gab sich vor Journalisten optimistisch: "Wir sind zuversichtlich, dass wir Rückenwind haben werden."

Obama gab zudem eine perfide Warnung an die demokratischen Delegierten ab. Falls Hillary Clinton die Vorwahlen gewinne und für die Demokraten antrete, würden die Republikaner eine ganze "Lkw-Ladung mit Schmutz" gegen sie verwenden, sagte der Senator auf einer Pressekonferenz. Gegen ihn seien dagegen Angriffe schwerer. Clinton wies die Aussagen Obamas umgehend zurück. In ihrer Vergangenheit gebe es nichts, was sie zu verbergen habe. Dazu zählten auch ihre Jahre als Anwältin im Staat Arkansas.

als/AFP



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