Nigeria: Mehrere Tote bei Bombenanschlag vor einer Kirche
Im Norden Nigerias haben unbekannte Täter eine Bombe in der Nähe einer Kirche gezündet. Bei dem Anschlag wurden ersten offiziellen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen getötet und mehrere schwer verletzt. Ob die militante Sekte Boko Haram das Attentat beging, war noch unklar.
Abuja - Während Christen den Ostergottesdienst besuchten, ereignete sich am Sonntagmorgen in der Stadt Kaduna im Norden Nigerias eine schwere Explosion - in unmittelbarer Nähe einer Kirche. Mehrere Menschen wurden verletzt oder getötet. Zwei mit Sprengstoff präparierte Autos seien explodiert, teilten Rettungskräfte mit. Zuvor hatte ein Bewohner telefonisch berichtet, die Kirche und parkende Autos seien beschädigt worden.
Exakte Angaben zur Opferzahl gab es zunächst nicht. Ersten Berichten zufolge, die aber von offizieller Seite nicht bestätigt wurden, sollen bei dem Anschlag bis zu 20 Menschen getötet worden sein, andere Agenturen berichteten sogar von mindestens 20 Toten. "Wir zählen derzeit 20 Tote", sagte ein Mitglied der Sicherheitskräfte. Die Sprengsätze seien "direkt gegenüber der Kirche" hochgegangen.
Einem Sprecher der nigerianischen Katastrophenschutzbehörde zufolge kamen fünf Menschen ums Leben. Weitere Menschen seien verletzt, einige befänden sich in kritischem Zustand, sagte Sprecher Yushau Shuaib. Offizielle Vertreter planten, im Laufe des Tages die örtlichen Krankenhäuser zu besuchen, um gesicherte Angaben über Opferzahlen zu erhalten.
Wer für den Anschlag am Sonntag verantwortlich war, blieb zunächst unklar. In der Vergangenheit verübte die militante islamistische Sekte Boko Haram wiederholt Anschläge gegen Christen, unter anderem an Weihnachten. Bei dem schwersten Anschlag starben nahe der Hauptstadt Abuja 44 Menschen.
Kaduna liegt im Grenzgebiet zwischen dem christlichen Süden und dem muslimischen Norden des Landes. Gerade im Norden sind christliche Kirchen immer wieder das Ziel islamistischer Terroristen. Polizeisprecher Iweha Ikedichi sagte in Kano, dass mit "großen Anschlägen der Terroristen" an den Ostertagen gerechnet worden sei. Großbritannien und die USA hatten ihre Bürger in Nigeria im Vorfeld vor Anschlägen gewarnt.
Papst Benedikt XVI. klagte in seiner Osterbotschaft unter anderem die Gewalt in dem afrikanischen Staat an. "Nigeria war in letzter Zeit Schauplatz blutiger terroristischer Überfälle", so der Papst. Er wünschte dem westafrikanischen Land die notwendigen Energien, "um den Aufbau einer friedlichen Gesellschaft wieder aufzunehmen, die die Religionsfreiheit respektiert."
siu/dapd/AFP
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