Autobombe: Viele Tote bei Explosion an syrisch-türkischer Grenze

Beschädigter Grenzübergang nach Syrien: Explosion in der türkischen Provinz Hatay Zur Großansicht
REUTERS/ Anadolu Agency

Beschädigter Grenzübergang nach Syrien: Explosion in der türkischen Provinz Hatay

Bei der Explosion eines Autos sind an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien mindestens 13 Menschen getötet worden, Dutzende wurden verletzt. Die Hintergründe der Detonation sind noch unklar.

Istanbul - Der Kleinbus stand in einer Warteschlange, als er explodierte: Bei der Detonation des Fahrzeugs an der türkisch-syrischen Grenze sind am Montag 13 Menschen getötet worden. Zugleich erlitten 27 Menschen schwere Verletzungen, wie der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan am Montagabend in einer Ansprache mitteilte. Zehn der Todesopfer seien Syrer, die drei weiteren türkischer Nationalität.

Bei dem explodierten Fahrzeug handelte es sich nach Angaben von Vizeregierungschef Bülent Arinç um einen Kleinbus mit syrischem Kennzeichen, der aus Syrien eingereist war.

Die Explosion ereignete sich am Grenzübergang Cilvegözü in der südlichen Provinz Hatay. Wegen der hohen Zahl Schwerverletzter wurde damit gerechnet, dass die Zahl der Toten noch ansteigen könnte. Ein Vertreter des türkischen Außenministeriums berichtete, dass rund 15 Fahrzeuge beschädigt worden seien, als der Brand sich ausweitete. Dutzende Krankenwagen wurden an die Grenze beordert.

"Es ist zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, solange die Ermittlungen noch andauern", sagte ein türkischer Regierungsvertreter. Die Explosion könnte demnach durch einen Selbstmordattentäter oder auch durch eine Granate ausgelöst worden sein, die von der syrischen Seite abgefeuert wurde. Für viel wahrscheinlicher hielt ein Regierungsvertreter in Ankara jedoch einen Anschlag.

Von dem Brand in Mitleidenschaft gezogen wurden Transporter, auf denen sich humanitäre Hilfsgüter für die Bevölkerung in Syrien befanden. Infolge des Bürgerkrieges in Syrien gab es in den vergangenen Monaten wiederholt grenzüberschreitende Zwischenfälle.

In der Grenzregion zu dem Bürgerkriegsland Syrien sind seit kurzem auch deutsche "Patriot"-Raketen stationiert. Das in Kahramanmaras etwa hundert Kilometer Luftlinie von der syrischen Grenze entfernt stationierte Bundeswehr-Kontingent gehört zu einer Nato-Mission zum Schutz des Bündnismitgliedes Türkei vor möglichen Raketenangriffen aus Syrien.

Syriens Opposition will mit Assad-Stellvertreter verhandeln

Im syrischen Bürgerkrieg will die Arabische Liga jetzt ein Treffen zwischen dem syrischen Vizepräsidenten Faruk al-Scharaa und der Opposition organisieren. Das berichtete die arabische Tageszeitung "Al-Sharq Al-Awsat" am Montag. Ihren Informationen zufolge wurde dies bei einem Treffen des Generalsekretärs der Liga, Nabil al-Arabi, und dem Uno-Syrienvermittler Lakhdar Brahimi, am Sonntag in Kairo besprochen.

Der Vorsitzende der oppositionellen Nationalen Syrischen Koalition, Moas al-Chatib, betonte jedoch am Montag vor Reportern in Kairo, das Regime habe auf seinen Vorschlag für einen Dialog bislang offiziell nicht reagiert.

Al-Chatib hatte im vergangenen Januar viel Kritik aus den eigenen Reihen kassiert, als er vorgeschlagen hatte, direkt mit Vertretern des Regimes von Präsident Baschar al-Assad zu reden, um das seit 2011 andauernde Blutvergießen zu beenden.

Nachdem das Regime mehrfach vorgeschlagen hatte, ein Treffen mit der Exil-Opposition in Damaskus zu organisieren, hieß es jetzt aus Oppositionskreisen, das Treffen könne im Norden von Syrien stattfinden. Teile des Nordens werden inzwischen von Brigaden der Rebellen kontrolliert.

Als Bedingungen für einen Dialog hatte Al-Chatib die Freilassung von 160 000 Gefangenen sowie die Verlängerung der Pässe der im Ausland lebenden Syrer durch die Konsulate gefordert. Al-Scharaa war nach Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 von der Bildfläche verschwunden. Es heißt, er lehne die Gewalt gegen die Regimegegner ab. Ein Teil der Opposition sieht in ihm einen möglichen Verhandlungspartner.

hen/AFP/dpa

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1. Konkurrenz
seine-et-marnais 11.02.2013
Zitat von sysopBei der Explosion eines Autos sind an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien mindestens sieben Menschen getötet worden. Ersten Berichten zufolge wurden 30 Menschen verletzt. Es seien Dutzende Krankenwagen an die Grenze beordert worden, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV. Mehrere Tote bei Explosion an syrisch-türkischer Grenze - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/mehrere-tote-bei-explosion-an-syrisch-tuerkischer-grenze-a-882666.html)
Ich hab mal kurz bei der deutschen und frz Konkurrenz vorbeigeguckt, es war keine Granate die da eingeschlagen ist. Die Granate taucht nur bei Spon auf.
2.
Onkel_Karl 11.02.2013
Zitat von sysopBei der Explosion eines Autos sind an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien mindestens sieben Menschen getötet worden. Ersten Berichten zufolge wurden 30 Menschen verletzt. Es seien Dutzende Krankenwagen an die Grenze beordert worden, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV. Mehrere Tote bei Explosion an syrisch-türkischer Grenze - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/mehrere-tote-bei-explosion-an-syrisch-tuerkischer-grenze-a-882666.html)
Das ist doch einfach unrealistisch was der Herr von der Opposition als Bedienung für den Dialog fordert. 160000 tausend Gefangene soll die Regierung in Damaskus freilassen,es ist etwa ein viertel der ganzen syrischen Armee und einfache Bauer sitzen bestimmt nicht im Knast. Und die Opposition oder einen Gesicht kennt man überhaupt nicht,da versammeln sich verschiedene Gruppen im Ausland und nennen sich selbst als Opposition, dabei ist es beim ersten Treffen der Opposition in Ankara zu einer Schlägerei gekommen und alle sind völlig zerstritten abgereist,dann gab es eine neue Opposition die in Berlin präsentiert wurde, sie haben sich zwar nicht gegenseitig geschlagen aber keiner der Teilnehmer hat in den letzten 10 Jahren in Syrien gelebt,teilweise waren die Mitglieder noch nie in Syrien. Aber es kam noch besser,vor etwa 1 jahr wurde endlich eine neue echte Opposition in Marokko präsentiert und über 100 Länder haben diese, als legitime Vertretung syrischen Volk anerkannt. Bis jetzt kennt niemand die Figuren im Hintergrund,keiner weiss was sie fordern, ausser den Rücktritt der Regierung in Damaskus und der Dogma "wir verhandeln nicht mit der Regierung von Assad" aber mit wem möchte man denn verhandeln,wenn in Syrien ein Dutzend Konfessionen leben und Angst vor den Befreiern aus den Golf Staaten haben. Das was die Opposition fordert ist nichts anderes als ein Ultimatum,sie wollen kein Dialog und keine Verhandlungen und am Ende sagen sie,seht her wir wollten dass die Regierung in Damaskus 160000 tausend unsere Jihadisten freilassen aber Damaskus will es nicht und so ist es mal wieder ein Beweis,dass Assad an Verhandlungen nicht interessiert ist,sonst würde er die 160000 Kämpfer wieder freilassen!
3. wie immer
realpolitiker 11.02.2013
Zitat von sysopBei der Explosion eines Autos sind an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien mindestens sieben Menschen getötet worden. Ersten Berichten zufolge wurden 30 Menschen verletzt. Es seien Dutzende Krankenwagen an die Grenze beordert worden, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV. Mehrere Tote bei Explosion an syrisch-türkischer Grenze - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/mehrere-tote-bei-explosion-an-syrisch-tuerkischer-grenze-a-882666.html)
Da kommt die deutsche Hilfstruppe leider wieder nicht zum Schuss. Mit Patriot-Raketen kann man bei Granaten nun mal nicht viel machen. Daher sollte Herr de Maiziere zweckmäßigerweise noch zusätzlich einige Panzer und Granatwerfen an die türkische Grenze verlegen - oder nicht? Und ein Einmarsch der Türkei und der Nato nach Syrien wäre nunmehr bald gerechtfertigt. Auch Deutschland muss unbedingt dabei mitmachen - das ermöglichen Gott sei Dank - wie immer - die liebgewonnenen Bündnisverpflichtungen. Natürlich muss dem bösen Assad endlich das Handwerk gelegt werden. Da werden sich doch schnell weitere Geschossfragmente bzw. Plaketten mit syrischen Schriftzeichen sowie Regierungs-/Armeestempeln finden lassen, die die aus Richtung Ost auf türkisches Territorium geflogen kommen. Die Sache hat für Nicht-Militärs nur einen kleinen Haken. Von wem stammen diese "Beweismittel" wirklich?
4. ...
Hape1 11.02.2013
Zitat von sysopBei der Explosion eines Autos sind an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien mindestens sieben Menschen getötet worden. Ersten Berichten zufolge wurden 30 Menschen verletzt. Es seien Dutzende Krankenwagen an die Grenze beordert worden, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV. Mehrere Tote bei Explosion an syrisch-türkischer Grenze - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/mehrere-tote-bei-explosion-an-syrisch-tuerkischer-grenze-a-882666.html)
Kaum stehen die Weichen auf "Dialog", geht in der Türkei ne Bombe hoch. Irgendwer scheint absolut kein Interesse an einer friedlichen Beilegung des Krieges zu haben. Und das scheinen nicht die gemäßigten Oppositionellen bzw. die syrische Regierung zu sein.
5. Jeder schreibt wie er kann
karlomari 11.02.2013
Zitat von seine-et-marnaisIch hab mal kurz bei der deutschen und frz Konkurrenz vorbeigeguckt, es war keine Granate die da eingeschlagen ist. Die Granate taucht nur bei Spon auf.
Wenigstens ist Spon nicht auf die andere Ente hereingefallen ,die die Süddeutsche heute veröffentlicht hat. "Iran und die mit ihm verbündete schiitische Hisbollah aus dem Libanon bauen nach einem Bericht der Washington Post ein Netzwerk von Milizen in Syrien auf.........Eine hoher Beamter der Regierung von US-Präsident Barack Obama zitierte iranische Behauptungen, nach denen Teheran 50.000 Milizionäre in Syrien habe. Das Mullah-Regime finanziere die Milizen in Syrien großzügig. "Die vorrangige Absicht scheint es zu sein, das syrische Regime zu unterstützen. Aber für Iran ist es wichtig, in Syrien Truppen zu haben, auf die sich das Land verlassen kann", zitiert ihn die Zeitung weiter. Die Strategie Irans habe zwei Stoßrichtungen, stimmte auch ein hochrangiger Beamter aus dem arabischen Raum zu: "Einerseits, um Assad bis zum Schluss beizustehen, andererseits aber auch, um die Bühne für großes Unheil vorzubereiten, sollte Assad stürzen." Syrien: Iran soll Milizen finanzieren - Politik - Süddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/politik/buergerkrieg-in-syrien-iran-soll-syrische-milizen-finanzieren-1.1596562)
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