Krisenstaat Mehrere Tote durch Terror in Afghanistan

Der Terror in Afghanistan geht weiter. Bewaffnete stürmten ein Regierungsgebäude in einer Provinzhauptstadt, bei einer Bombenexplosion wurden viele Zivilisten getötet.

Rauch über Regierungsgebäude in Dschalabad
REUTERS

Rauch über Regierungsgebäude in Dschalabad


Bewaffnete Angreifer haben in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Dschalalabad ein Regierungsgebäude gestürmt. Es habe mindestens zwei Explosionen gegeben, bevor die Angreifer auf das Gelände des Amts für Flüchtlingsangelegenheiten vorgedrungen seien, sagte ein Sprecher der Provinzregierung. In der Nähe des Gebäudes befinden sich auch die Büros etlicher internationaler Organisationen.

Vor dem Anschlag hätten sich Vertreter ausländischer Organisationen sowie ausländische Geber in dem Gebäude mit Behördenmitarbeitern getroffen, sagte Sprecher Attaulla Chogiani. Eine "große Anzahl" Mitarbeiter sei gerettet worden, aber es sei unklar, wie viele Menschen sich noch im Inneren befänden.

Ein Augenzeuge sagte der AFP, ein schwarzes Auto habe drei bewaffnete Männer am Eingangstor des Flüchtlingsamtes abgesetzt. "Einer der Männer sprengte sich in die Luft und die zwei anderen drangen ins Gebäude ein." Ein AFP-Reporter berichtete von Schüssen.

Bombe trifft Bus

Dschalalabad im Osten Afghanistans ist in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Anschlägen geworden, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden. Zuletzt hatten Bewaffnete am Samstag ein Ausbildungszentrum für Hebammen in der Provinzhauptstadt angegriffen und dabei mindestens zwei Menschen getötet.

Bei einem weiteren Anschlag im Westen Afghanistans wurden am Dienstag mindestens acht Menschen getötet, als ein Sprengsatz einen Reisebus traf. Nach Polizeiangaben wurden 40 Menschen verletzt.

Der Bus war von der Stadt Herat in Richtung der Hauptstadt Kabul unterwegs, als die Bombe um 2.00 Uhr im Distrikt Bala Baluk explodierte, wie ein Sprecher des Provinzgouverneurs der AFP sagte. Eine Bestätigung, dass es sich um einen Anschlag der Taliban handelte, gab es zunächst nicht. Die radikalislamische Gruppe ist jedoch in der Provinz sehr aktiv.

Zivilisten leiden seit 17 Jahren besonders unter dem Konflikt in Afghanistan und werden häufig Opfer von Selbstmordattentaten und Bombenanschlägen. Selbstgebaute Sprengsätze, sogenannte IEDs, waren verantwortlich für 877 zivile Opfer im ersten halben Jahr 2018, darunter 232 Tote und 645 Verletzte. Vor zwei Wochen hatte die Uno-Mission in Afghanistan (Unama) mitgeteilt, dass die Zahl der getöteten Zivilisten zwischen Januar und Juni mit 1692 einen neuen Höchststand erreichte.

In Afghanistan stehen im Herbst Parlamentswahlen an. Die Taliban und die IS-Miliz wollen alles daran setzen, die Wahlen zu sabotieren.

als/AFP/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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m.gu 31.07.2018
1. Die oben genannten Beispiele zeigen die wahre Lage in Afghanistan.
Kein sicheres Land um Asylanten abzuschieben, ein Land wo 3 Parteien regieren, der IS, die Taliban und die reguläre Regierung mit Hauptsitz in Kabul. Allein in dieser Hauptstadt werden fast wöchentlich Anschläge verübt mit Tote und Verletzten. Trotzdem werden Menschen in dieses "sichere Land" laut Aussage der deutschen Regierung abgeschoben. Unmenschlich, unmoralisch wie unsere Regierenden über Zivilisten urteilen. Dieser heutige Zustand wird meiner Meinung nach noch lange anhalten mit vielen 1 000den von Toten, doch die Regierenden der GroKo haben dazu eine andere Meinung.
r.voelckel 01.08.2018
2. Nie wieder abschieben
Man darf noch nicht einmal nach Österreich abschieben, wenn dort nicht registriert. Nach Tunesien nicht, weil dort Folter droht. Nach Afghanistan nicht, weil es Anschläge gibt. Seien wir doch einmal ehrlich: wer es geschafft hat mit viel Geld und Glück geschafft hat nach Deutschland zu kommen, hat es geschafft. Der muss schon etwas dumm sein, abgeschoben zu werden: zB Pass nicht verlieren oder ehrlich sein
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