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Gewalt im Jemen: Hunderte stürmen US-Botschaft - mehrere Verletzte

Die Wut über einen umstrittenen Mohammed-Film ist groß - so groß, dass Hunderte von Demonstranten in der jemenitischen Hauptstadt die US-Botschaft stürmten. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, die Nachrichtenagentur AFP meldet sogar einen Toten.

REUTERS

Sanaa - Die antiamerikanischen Proteste eskalieren: Mehrere Demonstranten erlitten Verletzungen, als sie versuchten, in die US-Botschaft im Jemen zu gelangen. Wie die Nachrichtenagentur AFP mit Bezug auf die Polizei berichtet, wurde ein Mann erschossen. Mindestens fünf weitere Menschen erlitten Verletzungen.

Mit Brettern und Steinen hatten Hunderte Demonstranten Fensterscheiben der amerikanischen Vertretung eingeschlagen und waren an den Schutzzäunen des Botschaftsgebäudes hochgeklettert. Sie skandierten "Tod für Amerika" und holten die US-Flagge ein, um sie anzuzünden. Im Hof der Botschaft steckte die aufgebrachte Menge geparkte Autos in Brand.

Als Wachleute die Protestierenden zurückdrängten, wurden mehrere Menschen verletzt. Die Sicherheitskräfte gaben auch Schüsse ab. Die Nachrichtenwebseite Mareb Press meldete, Sicherheitskräfte hätten scharfe Munition und Tränengas gegen die Protestierenden eingesetzt.

Ein Sicherheitsbeamter sagte jedoch, die Polizei habe nur Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. "Die Situation ist jetzt unter Kontrolle", fügte er hinzu. Die aufgebrachte Menge sei zurückgedrängt worden. In das Botschaftsgebäude gelangten die Demonstranten nach Medienberichten nicht.

Jemens Präsident entschuldigt sich

Der jemenitische Präsident Abd Rabbuh Mansur al-Hadi zeigte sich bestürzt über den Angriff auf die Botschaft. Er entschuldigte sich bei US-Präsident Barack Obama und ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an, wie die Nachrichtenagentur AP meldete.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle gab sich besorgt über die aufgeheizte Situation im Jemen, Ägypten, Libyen und anderen Ländern der Region. "Die bisherigen Übergriffe sind durch nichts zu rechtfertigen, auch nicht durch die bekannt gewordenen, verabscheuungswürdigen antiislamischen Filme im Internet." Westerwelle forderte, den Schutz diplomatischer US-Einrichtungen zu gewährleisten.

Prophet Mohammed verunglimpft

Seit Dienstag gibt es in zahlreichen Ländern Proteste gegen den US-Film, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, dabei kam es in Libyen und Ägypten zu blutigen Ausschreitungen. Das amerikanische Konsulat im libyschen Bengasi war am Dienstag mit Raketen und Granaten angegriffen worden. US-Botschafter Chris Stevens und drei Mitarbeiter wurden getötet, auch mehrere libysche Sicherheitskräfte starben. Der Angriff ereignete sich am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 - ein für islamistische Terroristen symbolisches Datum.

heb/AFP/dpa/AP

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insgesamt 88 Beiträge
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1. wen würde es wundern ...
frankfurtbeat 13.09.2012
wenn der trailer von al qaida selbst produziert worden wäre ... und den richtigen "verteilern" in die hände gespielt wurde ... lass mich überraschen inwieweit der tatsächliche produzent tatsächlich "gefunden" werden darf ...
2. Verhaftungen
disi123 13.09.2012
Gibt es keine Verhaftungen? Die Randalierer sollten verhaftet und verurteilt werden, ebenso die Moerder in Syrien. Wie kann man hier von einer Demonstration sprechen?
3. optional
Hamstedt 13.09.2012
US-Film??? Diese Beschreibung impliziert, dass die US-Regierung selber diesen Film initiiert hätte, was aber ganz und gar nicht der Fall ist!
4. "Demonstranten"
gekko88 13.09.2012
Für was demonstrieren die bitte? Mit ihren verletzten "religiösen Gefühlen" kann es wohl kaum noch zusammenhängen. Wie viele von denen haben den besagten pösen Film(ausschnitt) wirklich gesehen? Wie viele von denen haben objektiv darüber diskutiert? Nein, das hat mit Demonstration nichts zu tun. Das ist hirnlose Randale, gesteuerter, grundloser Hass. Das 2000 Jahre alte Märchenbuch und seine kameltreibenden Protagonisten dienen da nur als Reizkanal.
5. Ich sehe
fort-perfect 13.09.2012
Zitat von sysopREUTERSDie Wut über einen umstrittenen Mohammed-Film ist groß - so groß, dass Hunderte von Demonstranten in der jemenitischen Hauptstadt die US-Botschaft stürmten. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, die Nachrichtenagentur AFP meldet sogar einen Toten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855643,00.html
einen Haufen junger Männer, die damit beschäftigt sind, in ihrer scheinbar reichlich vorhandenen Freizeit, einen auf Randalierer zu machen..... Wo sind die Anstifter und Rädelsführer dieser Aktionen? Die auf den Photos zu erkennenden Deppen sind doch sicherlich nur die willfährigen Handlanger.....
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Fläche: 536.869 km²

Bevölkerung: 24,969 Mio.

Hauptstadt: Sanaa

Staatsoberhaupt der Übergangsregierung:
Abd Rabbuh Mansur al-Hadi

Regierungschef: Ahmed Obaid bin Dagher

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