Streit über TV-Sender Melania Trump lässt sich CNN nicht verbieten

Bei einer gemeinsamen Reise schaltete Melania Trump in der Air Force One den Sender CNN ein. Donald Trump soll getobt haben, für ihn verbreitet der Channel "Fake News". Die First Lady lässt das offenbar kalt.

Melania Trump
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Melania Trump


Jede Reise in der Präsidentenmaschine Air Force One folgt gewissen Vorgaben. Eine davon lautet: Der Sender Fox soll auf den TV-Geräten laufen. Bei der jüngsten Reise hielt sich die First Lady laut "New York Times" nicht daran. Melania Trump soll CNN eingeschaltet haben. Für Donald Trump ein Affront, schließlich warf er CNN mehrfach vor, "Fake News" zu verbreiten. Der Präsident soll alles andere als erfreut gewesen sein.

Das geht aus einer E-Mail hervor, die dem Sender vorliegt. Nun meldete sich Melania Trumps Sprecherin zu Wort: In einem Statement erklärte sie, dass die First Lady jeden Sender schauen könne, für den sie sich entscheide.

Schon mehrfach hatte es Berichte darüber gegeben, welche Sender und Informationen der US-Präsident bevorzugt - und dass er sich dabei vornehmlich auf Fox-Berichterstattung verlässt. Der konservative Sender berichtet überwiegend freundlich über Trump.

CNN-Reporterin ausgeschlossen

Das Weiße Haus schloss derweil eine CNN-Reporterin von einer Pressekonferenz mit Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker aus - und sorgte damit für Proteste in der Medienwelt. Kaitlan Collins hatte Trump zuvor bei einem Fototermin mit den beiden Spitzenpolitikern im Oval Office mehrere unangenehme Fragen gestellt, wie sie anschließend berichtete. Die Journalistin hatte den US-Präsidenten gefragt, ob er sich von seinem Ex-Anwalt Michael Cohen betrogen fühle und warum Russlands Präsident Wladimir Putin seine Einladung nach Washington noch nicht angenommen habe.

Auf einem Videomitschnitt des Pressetermins ist zu sehen, wie Collins wiederholt Fragen zu Cohen und Putin an den Präsidenten richtet, dieser aber nicht antwortet. Stattdessen sagt Trump wiederholt "vielen Dank" in Richtung der versammelten Presse, um die Runde zu beenden. Der US-Präsident hatte Cohen zuvor in der Schweigegeld-Affäre um ein ehemaliges Playmate attackiert.

Kritik an Art der Fragestellung

Nach dem Termin wurde Collins ihren eigenen Angaben zufolge von einer späteren Pressekonferenz von Trump und Juncker im Rosengarten des Weißen Hauses ausgeladen. Eine derartige Vergeltungsmaßnahme spreche nicht für eine "offene und freie Presse", sagte der Sender CNN in einer Stellungnahme.

Die Korrespondentenvereinigung WHCA verurteilte den Vorfall als Verstoß gegen die Pressefreiheit. "In unserer Republik unterstützt die WHCA das Recht aller Reporter, ihren Aufgaben ohne Furcht vor Repressalien der Regierung nachzugehen", sagte der Präsident der Vereinigung, Olivier Knox, in einer Stellungnahme. Auch der sonst eher regierungsfreundliche Fernsehsender Fox News brachte seine "starke Solidarität" zum Ausdruck.

Trump-Sprecherin Sarah Sanders sagte später zur Begründung, die Reporterin sei von der späteren Pressekonferenz ausgeschlossen worden, weil sie ihre Fragen geschrien und sich geweigert habe, den Termin zu verlassen. Das Weiße Haus unterstütze eine freie Presse.

mho/dpa

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