Spanische Exklave Mehr als hundert Afrikaner stürmen Melilla

Mehrere hundert Flüchtlinge haben versucht, die spanische Exklave Melilla in Marokko zu stürmen. Einem Teil von ihnen gelang der Durchbruch. Dabei gab es auf Seiten der Flüchtlinge und der Sicherheitskräfte mehrere Verletzte.

Flüchtlinge am Grenzzaun von Melilla: Flüchtlinge und Sicherheitskräfte verletzt
REUTERS/ Spanish Interior Ministry

Flüchtlinge am Grenzzaun von Melilla: Flüchtlinge und Sicherheitskräfte verletzt


Melilla/Rabat - Mehr als hundert afrikanische Flüchtlinge sind von Marokko aus in die spanische Nordafrika-Exklave Melilla gestürmt. Wie die spanische Polizei mitteilte, versuchten am Montag etwa 500 Afrikaner, die Grenzbefestigungen zu überwinden. Die Flüchtlinge seien ungewöhnlich gewaltsam gegen die Grenzbeamten vorgegangen. Die spanischen Sicherheitskräfte hätten die marokkanische Gendarmerie unterstützt, um den Ansturm aufzuhalten.

Die Flüchtlinge hätten marokkanische Polizisten mit Steinen beworfen und mit Knüppeln bedroht, teilte des marokkanische Innenministerium in Rabat mit. Dabei seien 13 Polizeibeamte verletzt worden. 96 Afrikaner seien festgenommen worden. 14 von ihnen seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Sie hatten beim Versuch, über die Grenzzäune zu klettern, Schnittverletzungen erlitten.

Melilla ist ebenso wie Ceuta eine spanische Exklave an der marokkanischen Mittelmeerküste. Die beiden Gebiete haben die einzigen Landgrenzen zwischen der EU und Afrika. Sie sind daher ein begehrtes Ziel afrikanischer Migranten. Die spanische Zeitung "El País" berichtete kürzlich gar, 30.000 Flüchtlinge würden in Marokko auf eine Einreise warten.

Während sie in Melilla zumeist versuchen, über den sieben Meter hohen und mit Stacheldraht versehenen Zaun zu gelangen, richten sich in Ceuta die Versuche vor allem auf den Grenzübergang und den Strand.

Aufnahmezentrum ist überfüllt

Der Massenansturm am Montag war der zweite dieser Art innerhalb von sieben Tagen. Vor einer Woche waren 150 Flüchtlinge nach Melilla gelangt. Bei der westlich gelegenen Nordafrika-Exklave Ceuta waren am 6. Februar mindestens 15 Afrikaner bei dem Versuch, schwimmend auf spanisches Gebiet zu gelangen, im Meer ertrunken.

Das Aufnahmezentrum in Melilla ist längst überfüllt. Auf die 480 Plätze kommen derzeit mehr als tausend Bewohner. Um zusätzliche Schlafplätze zu schaffen, wurden behelfsweise Militärzelte aufgebaut. Wer von den Exklaven nach Spanien weiterreisen darf, hängt von den Verträgen des jeweiligen Heimatlandes der Migranten mit der Regierung in Madrid ab. Die anderen werden abgeschoben.

Im vergangenen Jahr hatten die spanischen Behörden eine elf Kilometer lange Grenzanlage errichtet und diese zusätzlich mit einem Stacheldraht gesichert.

fab/AFP/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
dotzi123 24.02.2014
1. Wozu ?
Wozu hält dich Spanien denn diese kleinen Enklaven in Afrika. Gebt sie einfach zurück. Grenze ist dann das Mittelmeer . Problem zumindest von Landseite gelöst
whiteelephant1 24.02.2014
2. Abgeben bzw. aufgeben
Die Exklave Medilla macht den Spaniern doch seit Jahren nur noch ärger. Wirtschaftlich gesehen macht die aus meiner Sicht keinen Sinn. Also das wenig Land einfach abgeben bzw. aufgeben.
Quantus 24.02.2014
3. Überfüllt
Immer wird berichtet dass Auffanglager von illegalen überfüllt sind, warum lässt man ee denn dazu kommen, damit ist niemandem geholfen. Wenn es dort Platz für 480 Afrikaner gibt muss ab dem 481. eben ohne weitere Prüfungen eine Sofortabschiebung auferlegt werden, so erhält man die Würde aller.
St.Georg 24.02.2014
4.
Zitat von whiteelephant1Die Exklave Medilla macht den Spaniern doch seit Jahren nur noch ärger. Wirtschaftlich gesehen macht die aus meiner Sicht keinen Sinn. Also das wenig Land einfach abgeben bzw. aufgeben.
Ceuta und Melilla sind seit über 500 Jahren spanische Städte! Da kann man ja gleich fordern Madrid, Santiago oder Cordoba abzugeben! - Warum geleitet man die Zaunkletterer nicht durch die nächste Tür wieder zurück nach Marokko? Ich verstehe das Problem gar nicht!
bumminrum 24.02.2014
5. sinnlose Politik
Es wäre ganz einfach bei etwas gesundem Menschenverstand. 1. Aufgabe der Enklave oder 2. die Flüchtlinge wieder nach Marokko zurückbringen ..dann kommt auch keiner mehr
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