Angriff auf die Kanzlerin: Britisches Blatt vergleicht Merkel mit Hitler und dem Terminator

Merkel plus Terminator gleich Merkelnator: Nach dieser Rechnung scheint ein britisches Wochenheft seinen Titel gestaltet zu haben. Der Text dazu hat es ebenso in sich. Die Bundeskanzlerin sei die gefährlichste Frau der Welt - und müsse gestoppt werden.

Englisches Magazin-Cover: "Europas gefährlichste Anführerin" Zur Großansicht
New Statesman

Englisches Magazin-Cover: "Europas gefährlichste Anführerin"

London - "Sie muss gestoppt werden" - mit diesen Worten schließt das britische Magazin "New Statesman" seinen Artikel über Angela Merkel. Der Text hat es in sich, ebenso wie das Titelbild des Wochenhefts. In einer Fotomontage gleicht Merkel dem Terminator aus den gleichnamigen Hollywood-Filmen. In Lederjacke und mit starrem Blick schaut sie vom Titel, eine Gesichtshälfte ist durch Metallteile entstellt.

"Europas gefährlichste Führerin" titelt das Heft, zieht den Kreis dann aber im Text noch ein wenig weiter. Autor Mehdi Hasan darf wohl getrost als Anti-Merkel-Fan eingestuft werden. Diese sei sogar gefährlicher als Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad oder Kim Jong Un in Nordkorea - und ohnehin gefährlichster Machthaber in Deutschland seit Adolf Hitler.

Was macht die Kanzlerin laut "New Statesman" zu einem solch globalen Risikofaktor? Ihre Unnachgiebigkeit in der Euro-Krise, ihr Festhalten am strikten Sparkurs für Griechenland und ihr "Defizit-Fetischismus". Merkel spiele auf der Geige, während Athen, Rom und Madrid in Flammen stünden, schreibt das linksgerichtete Blatt.

Indem sie manisch auf Sparsamkeit beharre ("Austerity über alles"), zerstöre Merkel nicht nur das Projekt Europa, ruiniere die Nachbarstaaten und löse schließlich noch ganz allein eine weltweite Finanzkrise aus.

Und deshalb, so schließt Hasan seine Abrechnung, müsse sie nun wirklich gestoppt werden.

jok

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 106 Beiträge
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1. Sicherlich nicht abwegig …
Dr.pol.Emik 21.06.2012
… wenngleich sie eher aus Dummheit diesen Titel verdient. Was der Schmäh natürlich verkennt, wie auch alle anderen Medien nicht darüber berichten wollen, ist das kaputte Geldsystem. Sparen bringt den Tod und hemmungslose Öffnung der Geldschleuse ebenso. Im Interesse der Finanzindustrie hingegen liegt die „totale Öffnung der Geldschleuse“, weil nur dort noch abgeräumt werden kann. Deshalb dürfte wohl dieser Titel auch gut honoriert worden sein. Jetzt will alle Welt den Wachstumspakt, auch dazu gibt es natürlich einen „systemkonformen“ Ansatz, wie man dies mit der zunehmenden Umverteilung gut in Einklang bekommen kann. Hier der nicht weniger zynische Ansatz: *EU Wachstumspakt – Gefängnisneubauten für Europa* (http://qpress.de/2012/06/21/eu-wachstumspakt-gefangnisneubauten-fur-europa/) … und in diesem Zusammenhang würde die Karikatur natürlich auch passen. Es ist eben die andere Vorstellung, das Recht und die unbegrenzte Freiheit des Geldes zu bewahren und dennoch die Menschen in eine fürsorgliche Obhut zu bekommen, wenigstens dann wenn sie beginnen sich zu wehren. Also dann, auf in Huxleys schöne neue Welt, wir sind auf bestem Wege, so oder so, auch wenn man uns das X noch für ein U vormacht … (°!°)
2. Ist doch toll ...
bibabuzelmann 21.06.2012
wenn Deutschland nicht zahlt springt dann sicher der New Statesman ein und gibt Milliarden ohne Sicherheiten und Kontrolle blind an Griechenland & Co. Damit wäre Merkel ja dann "gestoppt". Ich finde es immer wieder toll, wie Dritte über jemanden herziehen, da dieser sein Geld nicht ohne Kontrolle versickern lassen will. Na dann sollen die, die meckern doch selbst den Geldbeutel öffnen, wenn es ihnen so wichtig ist, und ihnen die Risiken egal sind. Aber natürlich ist den polemischen Populisten das Risiko nur egal, solange es nicht ihr *eigenes* Geld ist. Wundern muss man sich nur, dass so ein journalistischer Mist nicht bei der Sun auftaucht. Dachte bisher, dass wäre das Äquivalent zur B*ld-Zeitung auf der Insel.
3. Ach England
gunnarqr 21.06.2012
So langsam sollten die Europäer ernsthaft darüber nachdenken die ewigen Quertreiber von der Insel rauszuwerfen. Die waren wie die USA an der vorigen Krise und jetzigen Krise (durch ihren Sturen Kurs zu ihrem Londoner Finanzplatz und dessen überholten nicht regulierten Möglichkeiten) maßgeblich an der ganzen Misere verantwortlich. Von Anfang an waren die Engländer die Bremser, Verhinderer aber Sonderrechte Genießer. Sollen sie doch den USA beitreten, die freuen sich über einen neuen Stützpunkt zu Ihren Konditionen. Ohne die englischen Regierungen der letzte 40 Jahre wäre Europa schon erheblich weiter
4. Durchschaubares Pamphlet
limauniform 21.06.2012
Was hat das Vereinigte Königreich eigentlich mit Europa zu tun? Nach eigenem Verständnis herzlich wenig und nach seinem Verhalten innerhalb der EU eigentlich überhaupt nichts. Daher ist die Polemik der Briten nicht ernst zu nehmen; sie hat nur einen Zweck: ihre eigegene verkorkste Finanzpolitik auf Kosten der Krauts zu sanieren.
5. Nicht nur eine Finanzkrise
ritotschka 21.06.2012
Der von Merkel und Sarkozy durchgepeitschte Sparkurs ruiniert auch die Wirtschaftskraft der Länder. Und keine Wirtschaftskraft, kein Export, keine Binnennachfrage. Erinnert mich an die Erzählungen meiner Eltern wie es 1923 war.
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