EU-Einwanderungsreform Cameron kassiert die nächste Absage von Merkel

"Deutschland wird an dem Grundprinzip der Bewegungsfreiheit in der EU nicht rütteln." Kanzlerin Merkel hat dem britischen Premier David Cameron erneut seine Grenzen aufgezeigt und seinen Wünschen nach einer Einwanderungsreform eine Absage erteilt.

Kanzlerin Angela Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel: Die CDU-Politikerin hat Großbritanniens Premier die nächste Absage erteilt
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Kanzlerin Angela Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel: Die CDU-Politikerin hat Großbritanniens Premier die nächste Absage erteilt


London/Berlin - Während sich David Cameron noch vom Ärger beim EU-Gipfel vergangener Woche in Brüssel abreagiert, kassiert der britische Premier die nächste Niederlage. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat seinen Plänen, die Einwanderung aus EU-Ländern zu begrenzen, eine Absage erteilt. "Deutschland wird an dem Grundprinzip der Bewegungsfreiheit in der EU nicht rütteln", sagte die CDU-Politikerin in einem Interview mit der "Sunday Times".

Merkel reagierte damit auf das Vorhaben von Cameron, die Rolle Großbritanniens in der 28 Länder umfassenden Europäischen Union neu zu verhandeln. Cameron fordert, die Regeln zur Reise- und Niederlassungsfreiheit für Arbeitnehmer in der EU zu ändern, um die Einwanderung nach Großbritannien aus anderen Mitgliedstaaten zu begrenzen.

Im Fall von Betrug bei Sozialleistungen deutete Merkel Gesprächsbereitschaft an. "Das sind kontroverse Fragen, die auch bei uns diskutiert werden", sagte Merkel. Diese müssten gelöst werden. Dabei dürfe die Reise- und Niederlassungsfreiheit aber nicht gefährdet werden.

Merkels Ansage könnte allerdings neues Futter für die wachsende Zahl an Euroskeptikern auf der Insel sein. Die UK Independence Party (Ukip) hatte bereits vergangene Woche genüsslich die Nachricht der EU-Kommission aufgenommen, Großbritannien müsse 2,1 Milliarden Euro nachzahlen.

Cameron hatte daraufhin am Freitag erneut die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU infrage gestellt. Offenbar ohne großen Erfolg. Der britische "Observer" veröffentlichte am Sonntag Umfrageergebnisse, wonach knapp ein Drittel der Wähler Ukip unterstützen würde, sollte die Partei in ihrem Wahlkreis Chancen auf einen Sieg haben. Damit hole die Partei von Nigel Farage "phänomenal" auf. Die Partei werde in traditionell von den Tories beherrschten Wahlkreisen gefährlich, so das Blatt.

Anm. der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde eine Strafe in Höhe von 2,1 Millionen Euro genannt. Richtig muss es heißen: 2,1 Milliarden Euro. Wir bitten, dies zu entschuldigen und haben den Fehler korrigiert.

gam/Reuters



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insgesamt 103 Beiträge
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Seite 1
fille 26.10.2014
1. Millionen?
Waren das nicht 2.1Milliarden?
Mortensen_2009 26.10.2014
2. es geht um
2,1 Milliarden.
usa911 26.10.2014
3. Cameron isi Feige
Statt ständig mit dem EU-Austritt zu drohen, soll er endlich mal ein Herz nehmen und es machen. Verstehe eh nicht, warum die EU damals beim Euro nicht gesagt hat, entweder alle oder kein EU-Mitglied mehr. Die EU wird es verkraften wenn GB aussteigt, anderherum wohl weniger. Aber dann hört endlich diese Sonderbehandlungen auf und es kehrt mehr Ruhe ein. Weil GB war schon immer ein Störfeuer in der EU, wenn was verhandelt wurde. (Zumindest kommt es mir immer so vor)
200MOTELS 26.10.2014
4. Wss heisst ihr
Muss die EU jetzt hoffen dass der erzürnte Papi doch noch das Taschengeld rausrückt obwohl er eigentlich gar nicht müsste und dieweil er ja selber die Höhe desselbigen bestimmen könne ?
taliscas 26.10.2014
5. Mittlerweile
glaube ich, dass Merkel und Consorten die Briten selber aus der EU raushaben wollen. Die genüsslichen Provokationen sind eindeutig. Offenbar glauben M.+Con. dass der Schaden eines Brexit zu berherrschen ist.Ein Irrglaube, andere Länder werden die Chance ergreifen bzw. Autonomiebestrebungen werden weiter wachsen.
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