Bundeskanzlerin in China Merkel ruft chinesische Studenten zu kritischer Haltung auf

Es sei wichtig, Fragen zu stellen und über Argumente zu streiten: Am letzten Tag ihrer China-Reise hat Bundeskanzlerin Merkel Studenten aufgerufen, kritisch und weltoffen zu sein.

Bundeskanzlerin Merkel vor chinesischen Studenten: "Neuland suchen"
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Bundeskanzlerin Merkel vor chinesischen Studenten: "Neuland suchen"


Peking - Die Universität sei ein prädestinierter Ort der Freiheit: Zum Abschluss ihres China-Besuchs hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Studierende aufgerufen, kritisch und weltoffen zu sein. Es sei wichtig, Fragen zu stellen, das bessere Argument zu suchen und darüber zu streiten. "Das alles setzt voraus, dass man Neuland sucht", sagte sie am Dienstag kurz vor ihrem Rückflug nach Deutschland.

"Nur eine Gesellschaft, die offen und pluralistisch ist und jedem seine Freiräume gibt, ist in der Lage, Zukunft erfolgreich zu gestalten", sagte die Kanzlerin weiter. Sie betonte, ihr sei der Menschenrechtsdialog mit China sehr wichtig.

"Wenn es China gut geht, hat die ganze Welt etwas davon"

Die Volksrepublik mit ihren 1,3 Milliarden Einwohnern habe eine große Bedeutung in der Welt: "Wenn es China wirtschaftlich gut geht, hat die ganze Welt etwas davon." Entscheidungen in dem Land hätten Auswirkungen auf die ganze Welt - auch auf Deutschland. "Heute lässt sich keine einzige Frage mehr ohne China und ohne Mitwirkung Chinas lösen."

Auch auf den Umweltschutz, erneuerbare Energien und soziale Bedingungen ging Merkel ein. Eine intakte Umwelt und soziale Balance schafften gute Lebensqualität. "Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet nicht, auf Wirtschaften zu verzichten", sagte die Bundeskanzlerin. "Das ist ein Missverständnis." Ganz im Gegenteil liege darin die Chance neue Formen des Wirtschaftens zu entdecken. Zum Zeichen dafür ließ sie sich im Anschluss Elektro- und Hybridautos von deutschen und chinesischen Herstellern präsentieren.

Vor ihrer Rede an der renommierten Tsinghua-Universität hatte Merkel den früheren Ministerpräsidenten Wen Jiabao getroffen. Das Verhältnis von Wen und Merkel gilt als gut und freundschaftlich. Wen, Vorgänger von Amtsinhaber Li Keqiang, war von 2003 bis 2013 Regierungschef und damit acht Jahre direkter Gesprächspartner der Kanzlerin. In diese Zeit fallen sechs China-Besuche Merkels sowie Chinas Verstimmung über ihre Einladung des Dalai Lama nach Berlin 2007.

kes/dpa



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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
kuac 08.07.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSEs sei wichtig, Fragen zu stellen und über Argumente zu streiten: Am letzten Tag ihrer China-Reise hat Bundeskanzlerin Merkel Studenten aufgerufen, kritisch und weltoffen zu sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/merkel-in-china-kanzlerin-ruft-studenten-zu-kritischer-haltung-auf-a-979797.html
Und was ist mit den Studenten zuhause? Themen gäbe es genug: TTIP, NSA, Energiewende usw.
TimmThaler 08.07.2014
2.
Zitat von sysopREUTERSEs sei wichtig, Fragen zu stellen und über Argumente zu streiten: Am letzten Tag ihrer China-Reise hat Bundeskanzlerin Merkel Studenten aufgerufen, kritisch und weltoffen zu sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/merkel-in-china-kanzlerin-ruft-studenten-zu-kritischer-haltung-auf-a-979797.html
Bürger rufen Merkel zu kritischer Haltung auf! Mal ein paar ernsthafte Fragen an unsere amerikanischen "Freunde". Mal ein paar kritische Töne zur Vereinigten Stasi von Amerika. Da kommt nix. Aber den Chinesen erklären wollen, wie man Fragen stellt.
RedKore 08.07.2014
3. Frechheit
Das ist so was von scheinheilig, Merkel und ihre Große Koalition sind die jenigen, die entschieden haben, den Umweltschutz und die Energiewende, zugunsten der Wirtschaft zurückzufahren oder ganz abzuschaffen, Merkel und die Große Koalition, sind die jenigen, die einen Mindestlohn von 8,50€ mit etlichen Ausnahmen verabschiedet haben, der am ende kaum einen Fortschritt darstellt. Und diese Frau Merkel will jetzt etwas von nachhaltiger Wirtschaft und sozialer Entwicklung reden!?
crêpes 08.07.2014
4. ...
Zitat von sysopREUTERSEs sei wichtig, Fragen zu stellen und über Argumente zu streiten: Am letzten Tag ihrer China-Reise hat Bundeskanzlerin Merkel Studenten aufgerufen, kritisch und weltoffen zu sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/merkel-in-china-kanzlerin-ruft-studenten-zu-kritischer-haltung-auf-a-979797.html
...im Ausland findet die Frau BUK anscheinend eine "klare Sprache", die sie aber im eigenen Land schmerzlich vermissen läßt und demzufolge m.M.n. auch keine Staatsführerin sein kann!
aurichter 08.07.2014
5. Frau Raute
hätte einmal die handverlesene Zukunftselite fragen können, wer Ihr die Geschehennisse auf dem Platz des himmlischen Friedens aus der Sicht ehemaliger Studiosos erklären könnte ? Dieses Neuland ist aber in Anbetracht der vielen Winterkörner im Schlepptau und den zu erwartenden Milliardenumsätzen dann doch zu gewagt, man(n)/Frau will ja auch nichts riskieren. Diese Forderung ist die Heuchelei des Monats, aber was macht man nicht alles für die deutsche Wirtschaft.
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